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München und Silverstone - David Coulthard vergleicht Sebastian Vettel mit Michael Schumachers Fahrstil am Karriereende. Der Ferrari-Teamchef will das Gespräch mit Vettel suchen. Die Stimmen.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton war auch bei seinem Heimrennen in Silverstone nicht zu schlagen und hat den Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut.

Das große Gesprächsthema nach dem Großbritannien-GP war aber die Kollision von Sebastian Vettel und Max Verstappen. Der Ferrari-Star bekam dafür von der Rennleitung eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt - doch wie beurteilen die Protagonisten selbst den Crash? 

Eine F1-Legende vergleicht Vettel mit Michael Schumacher - allerdings nicht zu dessen besten Zeiten.

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SPORT1 fasst die Stimmen von Sky, RTL und aus der Boxengasse zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), 1. Platz: "Ich kann nicht sagen, wie stolz ich bin. Man denkt, man kann sich an so etwas gewöhnen, nein, es ist jedes Mal wie das erste Mal. Du musst einfach an dich und deine Fähigkeiten glauben. Gestern habe ich einen Wackler gehabt. Du musst versuchen, die Balance wieder zu finden. Ich muss aber auch allen danken, die mit mir zusammenarbeiten, die Leute in der Werkstatt. Sie arbeiten so hart für mich. Sie werden niemals richtig erfahren, wie dankbar ich für ihren Einsatz bin."

über die Schlussphase des Grand Prix: "Ich hatte Probleme mit den Reifen und es gab immer mehr Vibrationen. Ich habe gewusst, dass ich hätte stoppen müssen. Aber ich habe mir gesagt: Ich bleibe draußen. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, nach dem Boxenstopp rauszufliegen. Es kann viel schiefgehen. Die letzte Runde war die Qualifying-Runde, die ich gestern hätte zeigen müssen."

Valtteri Bottas (Mercedes), 2. Platz: "Ich war vorne, hatte die Lücke beim Boxenstopp. Aber dann kam das Safety Car und ich musste am Ende noch einmal stoppen. Es war nicht mein Tag. Natürlich gibt es positive Dinge. Die Rennpace war gut, die Pole und auch das Duell. Ich werde weiterkämpfen. Es ist noch nicht vorbei."

Charles Leclerc (Ferrari), 3. Platz:  "Ich habe im Auto noch nie so viel Spaß gehabt, wie in diesem Rennen. Aber wir müssen an der Rennpace arbeiten. Das letzte Rennen hat mir die Augen geöffnet - hat mir gezeigt, was eigentlich geht. Toll, dass wir in der Formel 1 am Limit kämpfen können."

über die Stärke von Red Bull: "Ich habe erwartet, dass sie so stark sein werden. Sie sind schon seit ein paar Rennen sehr, sehr stark. Im Rennen können sie mit den Reifen besser umgehen und nach vier, fünf Runden sind sie sehr nah an uns dran oder sogar schneller."

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Max Verstappen (Red Bull), 5. Platz: "Ich griff an, kam außen vorbei und verteidigte mich in Kurve 17. Da krachte er mir ins Heck. Hier konnte man erwarten, dass ich die Tür zumache. Ich denke, er hat eindeutig seinen Bremspunkt verpasst, die Reifen haben blockiert und er hat mich getroffen. Aber wir haben uns schon ausgesprochen, er hat sich entschuldigt. Jetzt können wir es sowieso nicht mehr ändern. Gut, dass ich noch Punkte sammeln konnte, denn mein Auto war am Ende nicht mehr bei 100 Prozent."

über die Strafe gegen Sebastian Vettel: "Das zählt am Ende nicht mehr, wenn man das Rennen verloren hat."

über den Zustand seines Fahrzeugs nach der Kollision: "Beim Bremsen bin ich also jedes Mal nach vorne gerutscht. Und in den Highspeedkurven rutschte ich nach links oder rechts. Ich war überrascht, dass ich mit dem Auto weiterfahren konnte. Es gab einen harten Schlag, dann bin ich über den Kerb geflogen und im Kiesbett gelandet."

Nico Hülkenberg (Renault), 10. Platz: "Es wäre schon mehr drin gewesen. Wir haben uns nicht gut angestellt mit der Strategie. Im ersten Stint hatte ich ziemliche Reifenprobleme, wollte früher stoppen. Aber das Team hat meine Hilferufe ignoriert und mich draußen gelassen. Beim Restart hat mich Checo (Sergio Pérez, Anm. der. Red.) neben die Bahn gehauen und ich habe einen Platz verloren. Zum Schluss hatten wir ein Motorenproblem, das wir noch resetten mussten. Da habe ich noch einen Platz verloren. Dann hat mich Albon noch gekriegt. Es wäre mehr drin gewesen, das ist schade."

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 16: "Ich hatte das Gefühl, er zieht wieder nach rechts - zumindest auf die Mitte der Strecke. Ich wollte auf die Innenbahn, weil ich ein bisschen Überschuss hatte. Aber in dem Moment ist die Lücke wieder zugegangen. Da war ich dann zu dicht dahinter. Ich bin natürlich nicht zufrieden. Das war schon doof, weil ich glaube, das Ergebnis wäre gut gewesen. Aber das geht auf meine Kappe. Ich war auch schon bei Max und habe mich entschuldigt."

über seinen Konter, der zur Kollision geführt hat: "Er hat noch einen kleinen Fehler gemacht und da dachte ich: Jetzt habe ich noch eine Chance. Aber viel mehr als der vierte Platz wäre eh nicht möglich gewesen."

über die Lehren aus dem Rennen: "Ich glaube, es war auch die richtige Entscheidung, draußen zu bleiben. Natürlich hatten wir Glück mit dem Safety Car. Der Speed war in Ordnung. Ich glaube, man konnte sehen, dass Red Bull ein bisschen schneller war – dass Max ein bisschen schneller war."

über die Enttäuschung: "Wir waren auf Kurs zu einem guten Rennen mit einem guten Speed. Aber ich habe es mir selbst schwierig gemacht."

David Coulthard (Ex-Pilot als Experte bei Channel 4): "Wenn ich Sebastian sehe, wie er Max trifft…Michael Schumacher hat am Ende seiner Karriere auch angefangen, in andere Autos zu krachen und dachte erst, die vor ihm würden zuerst bremsen bis er realisiert hat, dass er der gemeinsame Nenner ist."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Ich glaube, hier auf der Strecke mit dem Temperaturen war der Mercedes das schnellste Auto im Rennen. Aber das kann bei anderen Rennen auch anders sein."

über das Duell zwischen Bottas und Hamilton zu Rennbeginn: "Das war gut – faires Racing, denke ich, und spannend."

über den Zustand der Reifen gegen Rennende: "Valtteri hat gesagt, da ist nichts mehr in den Reifen übrig für die schnellste Runde. Dass er (Lewis Hamilton, Anm. d. Red.) dann noch einmal so eine Runde hinlegt, stellt alle Daten, die wir haben, ad absurdum."

Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef): "Sebastian hat einen Fehler gemacht, er weiß das genau. Es tut mir sehr für ihn leid, ich muss mit Vettel reden. Sein Rennrhythmus, auch gemessen an Leclerc, war nicht schlecht, das muss er als positives mit nach Hause nehmen. Sebastian ist ein Vollprofi, der sich selber sehr gut einschätzen kann, auch seine Fehler. Wir müssen es schaffen, ihm ein Auto zu geben, mit dem er sich voll einbringen kann, mit einer Abstimmung, die eher nach seinem Geschmack ist. Ihm selber ist es am klarsten, dass es wichtig ist, solche Fehler nicht zu machen."

über das Kräfteverhältnis in der Formel 1: "Uns war klar, dass Silverstone für uns nicht das einfachste Pflaster sein würde. Daher hatte uns das gute Abschneiden im Qualifying überrascht. Aber das Rennen hat Mängel in Sachen Reifen-Management verdeutlicht. Wenn wir zulegen wollen, dann muss das besser werden."

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