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Seit Jahren kämpft Hockenheim um das finanzielle Überleben im Formel 1-Rennkalender. Nun scheint der Kampf verloren. Mexiko macht es vor, wie man ein Rennen retten kann.

Der Blick über den Atlantik dürfte für Sehnsucht sorgen bei den Machern am Hockenheimring. Auch in Mexiko stand nämlich ein Formel-1-Rennen auf der Kippe, auch in Mexiko konnte man sich den teuren Grand Prix eigentlich nicht mehr leisten - doch dort wurde das Problem nun gemeinschaftlich gelöst.

Bis 2022 hat Mexiko-Stadt seinen Vertrag mit der Königsklasse verlängert, obwohl die Finanzierung ab sofort ohne staatliche Mittel gelingen muss. Damit hat ein weiterer Konkurrent seine Zukunft geklärt. (Der Rennkalender der Formel 1)

Hockenheim-Aus immer wahrscheinlicher

Bereits zuvor hatten die Betreiber der deutschen Strecke "die Chancen für ein Rennen am Hockenheimring im kommenden Jahr als eher gering bewertet. Diese Einschätzung hat sich natürlich nun weiter gefestigt", sagte der neue Geschäftsführer Jorn Teske am Freitag dem SID.

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Der Standort Deutschland darf nicht mehr auf ein Rennen im kommenden Jahr hoffen - und bekommt gleichzeitig vor Augen geführt, wie es doch hätte klappen können.

Mexiko-GP mit privaten Geldern gerettet

Das Rennen in Mexiko "wurde erstmals mit einem Finanzierungsmodell gesichert, das ohne öffentliche Gelder auskommt", sagte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum Pardo. Bislang zahlte die Bundesregierung dort einen erheblichen Teil der hohen Antrittsgage, die bei rund 30 Millionen Euro liegen soll und damit deutlich höher ist als das, was Hockenheim zuletzt allein zahlen musste.

Der neue Staatspräsident Andres Manuel Lopez Obrador sah das Geld aber an anderer Stelle sinnvoller investiert, eines der beliebtesten Rennen drohte daher aus dem Kalender zu fallen. Die Lösung: Mexiko-Stadt wird als Vermittler auftreten, das Geld soll über einen Treuhandfonds aber von privaten Investoren und aus der Wirtschaft kommen.

Gemeinschaftlich wird das Rennen also gerettet, weil es jährlich Millionen ins Land spült und auch, weil es ein Jobmotor ist. Ähnlichen Einsatz hatte sich Georg Seiler über Jahre vergeblich gewünscht. Der langjährige Geschäftsführer des Hockenheimrings wird künftig durch das Duo Teske und Jochen Nerpel ersetzt.

Zu wenig Engagement für den Deutschland-GP

"Kein Mensch in der Region", sagte er zuletzt dem SID, "ist bereit, etwas für die Formel 1 zu tun. Weder die Öffentliche Hand, noch Unterstützer aus der Wirtschaft. Wir bekommen seit langer Zeit nichts mehr." Einzig in diesem Jahr machte Mercedes als Titelsponsor vor, wie es klappt.

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Ansonsten war das deutsche Rennen zu oft ein Verlustgeschäft, die Strecke als kleines mittelständisches Unternehmen konnte dieses Risiko nicht mehr tragen - und wird nun rausgedrängt, weil mit Zandvoort und Hanoi 2020 gleich zwei neue Standorte hinzukommen.

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Man könnte nun meinen: Mexiko ist ein Aushängeschild der Formel 1, dass dort eine Lösung gefunden wird, verwundert nicht. Rund 350.000 Zuschauer kommen jeweils zu den Rennwochenenden. Die Fiesta-Atmosphäre an der Strecke, die durch ein altes Baseball-Stadion führt, sucht ihresgleichen, viermal in Folge wurde das Rennen als Formel-1-Event des Jahres ausgezeichnet.

Liberty für mehr Rennen offen

Doch eine andere Entwicklung zeigt, wie offen die Königsklasse für den Erhalt der alten Rennen ist. Der Grand Prix in Spanien galt neben Hockenheim bereits als chancenlos, ist wahrlich kein Zuschauermagnet. Doch nun wird der Kalender wohl um ein Rennen aufgestockt, auf die Rekordzahl von 22. Nur weil Barcelona doch einen Weg gefunden hat, die Rechnung zu bezahlen.

Für diese Ausweitung des Kalenders müssen alle Teams zustimmen, was sie wohl tun, wie Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zuletzt sagte. "Wir müssen Liberty ihren Job machen lassen", sagte er, "und ihr Job ist es, die Formel 1 wachsen zu lassen." Deutschland hält da momentan nicht Schritt.

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