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Singapur - Charles Leclerc schnappt seinem Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel kurz vor dem Ende des Qualifyings die Singapur-Pole weg. Der Deutsche reagiert enttäuscht.

Der Stern von Charles Leclerc strahlt auch in der Nacht von Singapur: Der neue Ferrari-Hoffnungsträger sicherte sich mit einer magischen Runde vollkommen überraschend die Pole Position für den Großen Preis von Singapur (Rennen, So. ab 14.10 Uhr im LIVETICKER) - und besiegte damit auch zum achten (!) Mal in Folge im Qualifying seinen hochdekorierten Teamkollegen Sebastian Vettel. 

Der 32 Jahre alte Heppenheimer durfte bis zum letzten Versuch der Top-Piloten auf dem Marina Bay Street Circuit auf seine zweite Pole der Saison und damit die ideale Ausgangsposition für seinen ersten Sieg nach 23 Rennen ohne Erfolg hoffen. Dann aber wurde er noch vom Monegassen Leclerc sowie Weltmeister und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (England/Mercedes) auf Startplatz drei verdrängt. (DATENCENTER: Ergebnis des Qualifyings aus Singapur)

Entsprechend frustriert reagierte Vettel. "Dass es nicht gereicht hat, ist enttäuschend. Ich hatte es heute in der Hand, der Speed war da", sagte der Heppenheimer ernüchtert. Was er in diesen Tagen auch macht, sein Teamkollege hat derzeit immer die bessere Antwort.

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Leclerc euphorisiert

"Oh mein Gott. Ich habe dreimal in der Runde die Kontrolle verloren. Was für eine Runde", sagte ein vollkommen euphorisierter Leclerc nach seiner fünften Pole Position in dieser Saison und der dritten in Folge: "Ich bin extrem glücklich. Wir sind hierher gekommen und wussten, dass es ein schwieriges Wochenende für uns werden würde. Wir haben aber ein paar neue Teile mitgebracht, die offenbar sehr gut funktionieren."

Für Vettel blieb zumindest die Hoffnung, dass es "ein gutes Rennen für uns werden" könnte Tatsächlich kann es das - und das ist fast schon eine Sensation.

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Strecke eigentlich wie gemacht für Mercedes

Denn die kurvige Strecke beim Nachtrennen in der südostasiatischen Wirtschaftsmetropole kommt auf dem Papier deutlich mehr Mercedes und Red Bull entgegen. Ferrari aber brachte unter anderem eine neue Nase mit nach Singapur. Am Freitag im freien Training war der Rückstand auf Hamilton und auch Red-Bull-Ass Max Verstappen, der sich Startplatz vier sicherte, beinahe schon desillusionierend groß aus Sicht der Roten. Über Nacht aber gelang ein gewaltiger Sprung nach vorne.

Hamilton, der trotz der zuletzt zwei Siege von Leclerc seinen sechsten WM-Titel fest im Visier hat, erkannte die Entwicklung der Scuderia an: "Ich weiß nicht, wo Ferrari heute seine Pace gefunden hat. Das war sehr stark." Er sei "froh, dass ich in der ersten Reihe zwischen den beiden stehe. Ich werde das Rennen aggressiv angehen."

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Vettel im Duell mit Leclerc gefordert

Doch auch Vettel, der in der Glitzermetropole mit einem eigens angefertigten chromfarbenen Helm fährt, dürfte im Rennen am Sonntag etwas riskieren: Im Stallduell mit dem elf Jahre jüngeren Leclerc drohen Vettel, der immerhin viermaliger Weltmeister ist, die Felle wegzuschwimmen.

Die Pole Position in Singapur ist allerdings ähnlich wertvoll wie in Monaco, der Mutter aller Stadtrennen. Zwar begünstigt die rund 5 km lange Strecke entlang der Marina Bay aufgrund ihrer Charakteristik Unfälle und damit Safety-Car-Einsätze, die das Klassement durcheinanderwirbeln können - doch bei bislang elf Auflagen ging der spätere Sieger in der Löwenstadt achtmal von Startplatz eins ins Rennen.

Hülkenberg profitiert von Ricciardo-Strafe

Etwas zeigen muss auch Nico Hülkenberg. Der Vertrag des Emmerichers bei Renault läuft zum Jahresende aus und wird nicht verlängert. Allerdings sind nur noch wenige Cockpits für 2020 frei.

Im Qualifying landete er zunächst auf Rang neun, rückt aber in der Startaufstellung eine Position vor auf Rang acht. Der Grund: Sein Teamkollege Daniel Ricciardo wurde nach dem Qualifying disqualifiziert, da aus dem Energierückgewinnungssystem seines Wagens (MGU-K) mehr als die maximal erlaubten 120 Kilowatt flossen. 

Wegen des von den Stewards festgestellten Verstoßes wurden alle Rundenzeiten von Ricciardo gestrichen. Der 30-Jährige darf am Rennen teilnehmen. Es steht aber noch nicht fest, ob er am Ende des Feldes oder in der Boxengasse starten muss.

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