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München - Michael Schumacher ist für viele der größte Fahrer in der F1-Geschichte. Vor sieben Jahren fährt er beim Brasilien-GP sein letztes Rennen. SPORT1 blickt zurück.

Ob Pelé im Fußball, Muhammad Ali im Boxen oder Wayne Gretzky im Eishockey - jeder Sport hat einen Namen, der auch noch weit nach seiner Karriere den Sport überstrahlt und ihm den besonderen Glanz verleiht.

In der Formel 1 ist dies Michael Schumacher. Der 25. November 2012 ist für die Geschichte der Formel 1 daher ein ganz besonderes Datum.

An diesem Tag fand der Große Preis von Brasilien statt - und der siebenmalige Weltmeister Schumacher bestritt sein letztes Formel-1-Rennen.

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Schumacher verabschiedet sich endgültig

Der Rekordweltmeister verabschiedete sich nach seinem sensationellen Comeback 2010 für Mercedes zum zweiten Mal in den Motorsport-Ruhestand - diesmal endgültig.

Mit Unterbrechung hatte er die Königsklasse des Motorsports zuvor über zwei Jahrzehnte entscheidend geprägt.

In den Jahren 2000 bis 2004 legte er eine Dominanz an den Tag, die bisher für unmöglich gehalten wurde. Fünf Mal in Folge gewann er mit Ferrari den Weltmeistertitel und setzte sich damit sein Denkmal.

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Nach 308 Grand Prix-Teilnahmen, 91 Siegen und sieben Titeln sollte mit dem Brasilien-GP nun endgültig Schluss sein. Die Formel 1 verlor ihren vermutlich größten Namen.

Schumacher-Abschied thront über allem

Dementsprechend emotional war das gesamte Rennwochende. Zwar hatte "Schumi" mit Mercedes nichts mit dem Titelkampf zu tun - dennoch war der Abschied für viele nicht weniger wichtig als das Duell zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso um die WM-Krone.

Sogar das Schicksal stand an diesem Tag auf der Seite Schumachers und gewährte ihm ein würdiges Abschiedsrennen. Im Qualifying hatte Schumacher nur den 14. Rang erreicht. Doch bei seinem letzten Start sollte es nochmal Regen geben - Schumacher war also in seinem Element.

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Nach 71 Runden voller riskanter Manöver und Positionswechsel durfte sich der Kerpener über Rang sieben freuen und landete damit in seinem letzten Rennen noch einmal in den Punkten.

Rang sieben als passender Abschluss

Nach dem Rennen wurde dennoch sofort sichtbar, was Schumacher über all die Jahre auszeichnete - sein unbändiger Ehrgeiz: "Ich hätte mich gefreut, wenn noch einmal mehr drin gewesen wäre."

Dass der siebte Platz einen runden Abschluss darstellte, musste aber auch er zugeben: "Seltsam, dass ich mit dem siebten Platz meine Karriere beende - so hat sie auch angefangen, mit einem siebten Platz in meinem ersten Qualifying.

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Seinen Fans war das Ergebnis sowieso nicht so wichtig. Bereits vor dem Rennen feierten sie ihr Idol mit zahlreichen Transparenten: "Michael, du wirst fehlen" und "Michael, du warst der Beste" war oft zu lesen.

Schumacher bedankte sich auf seine eigene Art bei den Zuschauern. In großen Buchstaben stand "Thank you" auf seinem Mercedes.

Trotz Erfolglosigkeit - Schumacher bereut Mercedes nicht

In den Interviews nach dem Rennen übermannten den Rekordfahrer immer wieder die Tränen. Über seine Zukunftspläne gab er noch keine Auskünfte. Erst einmal solle aber seine Familie im Vordergrund stehen.

Eine Rückkehr zu Mercedes als Berater wurde ins Spiel gebracht. Immerhin hatte der erfolgsverwöhnte Schumacher seine Mission bei den Silberpfeilen noch nicht beendet. 2010 war er von Mercedes engagiert worden, um das Auto weiterzuentwickeln und konkurrenzfähig zu machen.

Nichts anderes als der Kampf um den WM-Titel war das Ziel.

Schumacher: "Haben Ziel nicht erreicht"

Schumacher schien auch aufgrund seiner Entwicklungs-Fähigkeiten die perfekte Wahl dafür. Doch in den drei Jahren gelang kein großer Schritt nach vorne. Lediglich ein Podiumsplatz stand für ihn nach drei Jahren Mercedes auf dem Konto.

Eine Tatsache, vor der auch Schumacher seine Augen nicht verschlossen hatte: "Es ist unbestritten, dass wir unser Ziel, innerhalb von drei Jahren ein WM-Auto zu entwickeln, nicht erreicht haben."

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Daimler-Boss nimmt Fahrer in Schutz

Eine Sichtweise, die auch der damalige Daimler-Boss Dieter Zetsche teilte. Die Fahrer würde daran aber keine Schuld treffen.

"Wir haben beiden Fahrern in den vergangenen drei Jahren nicht das Auto zur Verfügung stellen können, das in der Mehrzahl der Rennen siegfähig gewesen wäre. Mit dem Motor waren wir vorn, aber nicht mit dem Fahrzeug. Es wäre also völlig falsch, jetzt Nico Rosberg oder Michael Schumacher einen Vorwurf zu machen", äußerte sich Zetsche nach der Saison bei Bild.

Trotz allem bereute Schumacher sein Comeback nicht. "Ich habe meinen Horizont erweitert und bin im Reinen mit mir", fasste er die Mercedes-Jahre zusammen.

"Schumacher ist die Formel 1"

Dazu ändert die Zeit bei den Silberpfeilen nichts an seiner beeindruckenden Karriere, die weit über Zahlen und Rekorde hinausgeht. Er hat die Faszination der Formel 1 weit in die Welt hinausgetragen.

Das wusste auch der damalige Formel 1-Chef Bernie Ecclestone: "Die Formel 1 hat ihn nach seiner Rückkehr mehr gebraucht als er die Formel 1. Er ist die Formel 1. Wir werden ihn vermissen", sagte er im Spiegel.

Schumacher drückte es nach seinem letzten Rennen vor sieben Jahren schlichter aus: "Danke an das deutsche Publikum, das mich all die Jahre begleitet hat, das mit mir gezittert, gefiebert und gekämpft hat. Das waren unglaublich schöne Jahre."

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