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Ross Brawn denkt mit Wehmut daran, dass Lewis Hamilton Michael Schumacher bei den WM-Titeln einholen könnte. Das "Superhirn" vergleicht die beiden Legenden.

Lewis Hamilton steht in der Formel 1 vor einer Rekordsaison. Gewinnt der Titelverteidiger auch 2020 die Fahrer-WM, würde er mit seinem siebten Weltmeistertitel zu Rekordhalter Michael Schumacher aufschließen.

"Wenn er so weitermacht, dann wäre das natürlich ein wenig frustrierend, denn den Rekord hat Michael aufgestellt", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn bei einem Medientermin in London. "Er hat jede Weltmeisterschaft verdient, die er gewonnen hat. Er hat sich selbst in die richtige Lage mit dem richtigen Team zur richtigen Zeit gebracht."

Brawn war als "Superhirn" bei allen Titelgewinnen von Schumacher bei Benetton und Ferrari dabei, später arbeitete er auch bei Mercedes mit dem heute 51-Jährigen zusammen.

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Brawn: Hamilton verdient Rekord

Hamilton könnte den Deutschen in dieser Saison auch bei Grand-Prix-Siegen und Podestplätzen überholen, dazu fehlen ihm nur noch sieben Siege bzw. vier Podestplätze.

Dass Hamilton den siebten Titel und damit den Rekord verdienen würde, steht für Brawn aber außer Frage. "Er macht keine Fehler, er fährt fantastisch. Seine Leistungen sind außergewöhnlich, daher verdient er auch all das", sagte der 65-Jährige.

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Brawn erinnerte sich außerdem daran, dass Schumacher 1991 mit Jordan in die Formel 1 einstieg - Hamilton hatte in seiner ersten Saison bei McLaren 2007 dagegen gleich die Chance auf den WM-Titel. "Das sind verschiedene Perioden und verschiedene Wettkämpfe, verschiedene Autos und ziemlich verschiedene Persönlichkeiten", erklärte er. "Michael hatte aber noch mehr Auge für Details am Auto, das braucht Lewis nicht. Er hat wohl auch kein Interesse daran. Michael wurde in einer Ära groß, in der es all die Technologie von heute nicht gab."

Hamilton und Schumacher auf Augenhöhe

Anfang der 90er-Jahre hätte der Fahrer noch viel mehr Einfluss auf das Auto gehabt, das Feedback des Piloten sei heuzutage nicht mehr entscheidend. "Wenn der Fahrer aus dem Auto aussteigt, hat der Ingenieur bereits eine erste Analyse vom Verhalten des Autos in jeder Kurve", meinte Brawn.

Während Schumacher insgesamt 19 Jahre in der Königsklasse unterwegs war, geht der Engländer in seine 14. Saison.

Beide Fahrer seien Weltklasse-Piloten (gewesen), die in der gleichen Kategorie unterwegs gewesen seien. "Die Ansprüche an einen Fahrer waren damals anders. Dennoch sind beide extrem talentiert. Wenn sie im Auto sitzen, gibt es gewisse Momente, in denen sie einfach eine Fabelleistung aus dem Hut zaubern", schwärmte Brawn.

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