vergrößernverkleinern
Jean Todt legt den Finger bei der Formel 1 in die Wunde
Jean Todt legt den Finger bei der Formel 1 in die Wunde © Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Der Präsident des Auto-Weltverbands FIA macht sich große Sorgen um den Zustand der Motorsport-Königklasse - und fordert eindrücklich ein Umdenken.

Präsident Jean Todt vom Automobil-Weltverband FIA befürchtet im Zuge der Coronakrise große Verwerfungen in der Formel 1.

"Im schlimmsten Szenario wäre die Formel 1, wie wir sie heute kennen, nicht mehr möglich", sagte Todt im Interview mit Motorsport aktuell. 

Ursächlich dafür wäre der Verlust einiger Teams, den man nicht ausschließen könne. "Ich hoffe, dass wir nicht in diese Situation kommen", sagte der Franzose: "Dann müssten wir uns mit den Inhabern der kommerziellen Rechte Grundsatzfragen stellen: Wie soll die Formel 1 der Zukunft aussehen?" 

Anzeige
Meistgelesene Artikel

Vor allem kleinere Teams kämpfen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ums finanzielle Überleben. Die Absage oder Verschiebung der ersten neun Rennen hat die Rennställe schwer getroffen. Im Gespräch ist deshalb auch eine weitere Reduzierung der Budgetobergrenze im nächsten Jahr auf 145 Millionen Dollar (134 Millionen Euro). Die einflussreiche Scuderia Ferrari hat sich aber bereits klar positioniert und sogar mit einem Rückzug gedroht

Todt fordert Umdenken in der Krise

FIA-Boss Todt befürwortet eine weitere Senkung als notwendigen Kompromiss - mit Ausnahmen für Werkteams wie Ferrari. "Die Extras rauszunehmen, ist im Moment nicht möglich. Wir behalten also den Status Quo, nur mit einem niedrigeren Deckel. Ohne diese Krise wären es 175 Millionen gewesen. Wir reden jetzt über einen Neustart nach der Krise", sagte Todt. 

Jetzt die Spielewelt von SPORT1 entdecken - hier entlang! 

Der Franzose forderte ein Umdenken in der Krise, auch wenn noch stärkere Begrenzungen des Budgetlimits schwierig umzusetzen sein: "Wir können nur auf eine vernünftige Zahl kommen, wenn wir die Formel 1 von heute vergessen und mit einem weißen Blatt Papier beginnen. Mit einem Kostendeckel von 50 Millionen Dollar ohne Ausnahmen wäre aber nichts mehr, wie es war. Es wäre eine völlig neue Formel 1. Eine Super-Formel-2. So wie die Formel 1 im Moment strukturell ist, ist so ein Neuanfang nicht möglich. Da würden wir zu viele Teams verlieren, auch die großen."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image