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Jean Alesi (r) unterstützt die Karriere seines Sohnes Giuliano, so gut er kann
Jean Alesi (r.) unterstützt die Karriere seines Sohnes Giuliano, so gut er kann © Getty Images
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München - Um die Karriere seines Sprösslings finanzieren zu können, opfert Jean Alesi sogar einen legendären Boliden. Die Kosten im Nachwuchs ärgern ihn.

Für die Karriere im Motorsport müssen Eltern von Talenten tief in die Tasche greifen - das kann schon mal zum Problem werden. Auch wenn man Jean Alesi heißt.

Der Franzose, der selbst von 1989 bis 2001 in der Formel 1 fuhr, musste sogar seinen Ferrari F40 verkaufen, um die Karriere seines Sohnes Giuliano in der Formel 2 zu finanzieren.

Nun beklagte er sich über die hohen Kosten schon im Nachwuchs.

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"Ich bin sehr, sehr traurig darüber, weil ich ein ehemaliger Formel-1-Fahrer bin, Beziehungen habe, und trotzdem meinen Ferrari F40 verkaufen musste, damit mein Sohn das Budget hat, um in der Formel 2 zu fahren", sagte Alesi bei Sky Sports. "Und warum? Weil es fast unmöglich ist, Sponsoren zu finden."

Kosten in der Formel 2 machen Alesi sauer

Der F40 war Alesi in seiner Zeit bei der Scuderia in den 90er-Jahren (1991 bis 1995 fuhr er dort) vertraglich zugesichert worden. Gebraucht ist der Wagen rund eine Million Euro wert - das reicht in der Formel 2 aber gerade einmal für das halbe Budget einer Saison.

Alesi beschwert sich vor allem darüber, dass zwar in der Formel 1 über Einsparungen diskutiert werde - in den Nachwuchsserien ändere sich aber nichts.

Von einem Ferrari F40 (hier ein neueres Model) musste sich Alesi trennen
Von einem Ferrari F40 (hier ein neueres Modell) musste sich Alesi trennen © Getty Images

Wegen Corona ist Alesi zudem sicher, "dass viele Fahrer die Saison nicht zu Ende fahren werden. Es wird eine desaströse Saison für die Formel-2- und Formel-3-Fahrer."

Er hofft nach dem "Chaos" auf Besserung für die Fahrer. "Sie investieren nicht nur finanziell eine Menge, sondern auch in ihrem Leben, weil sie mit der Schule aufhören oder mit der Universität aufhören, weil sie davon träumen, Rennfahrer zu werden - und niemand passt auf sie auf."

Alesi bringt Opfer gerne

Für Alesi senior stand es trotzdem außer Frage, das Opfer für seinen Sohn zu bringen.

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"In unserer Familie machen wir alles mit Leidenschaft. Und einen Ferrari F40 in der Garage zu haben oder meinen Sohn Rennen fahren zu sehen, ist kein Vergleich", betonte der Franzose: "Mir ist lieber, dass er fährt. Für den F40 bin ich eh zu alt."

Giuliano Alesi gehört zur Ferrari-Akademie und absolviert 2020 seine zweite Formel-2-Saison für das Arden-Team.

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