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Silverstone und München - Beim Jubiläums-GP in Silverstone holt Ferrari Sebastian Vettel zu früh an die Box. Der Deutsche wütet daraufhin nicht nur am Funk, sondern auch vor der Presse.

Die Stimmung zwischen Sebastian Vettel und Ferrari ist am Tiefpunkt - und das jetzt auch öffentlich.

Während des Jubiläums-Grand-Prix hat der viermalige Weltmeister seine Ingenieure am Funk rund gemacht - und wie! "Wir stecken genau so im Verkehr, wie wir das eigentlich nicht wollten. Das haben wir heute Morgen besprochen. Ihr wisst, dass ihr das vermasselt habt", wütete der 33-Jährige. So öffentlich hatte er sein eigenes Team zuvor noch nie angegriffen.

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In Runde 23 musste der Deutsche auf Anweisung seiner Crew an die Box kommen, war mit dieser Entscheidung aber alles andere als einverstanden und mahnte bereits vorher, dass ein Boxenstopp aufgrund der noch intakten Reifen nicht nötig wäre. 

Leclerc wurde bevorzugt

Direkt nach dem Stopp beschwerte sich Vettel erneut am Funk und unterstrich seine Meinung, dass der Reifenwechsel keinen Sinn gemacht hat.

Dabei blieb er auch in den Interviews nach dem Rennen. "Wir haben heute Morgen darüber gesprochen, dass es keinen Sinn macht an die Box zu kommen, wenn man dann vier, fünf Runden später in den Pack reinfährt", ärgerte sich der viermalige Weltmeister bei RTL. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Der Grund für den frühen Boxenstopp dürfte bei Vettel auch nicht zur Beruhigung beigetragen haben. "Sie [die Strategie] hat es Charles ermöglicht, weiter nach vorne zu kommen. Insgesamt war er die richtige Entscheidung für das Team, und wir denken nicht, dass Sebastian dadurch einen Nachteil hatte", erklärte Teamchef Binotto den Grund.

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Den konnte sich natürlich auch der Deutsche denken, was für noch mehr Ärger sorgte. "Ich glaube, wir hatten nicht den Mut, es dazu kommen zu lassen, dass Charles mich überholt, obwohl er auf einer anderen Strategie unterwegs war. Man hat es dann vorgezogen, mich an die Box zu rufen, um das Ganze zu umgehen, und von da an war es dann ein bisschen Quark. Ich denke, wir hätten heute auch mit der verpatzten ersten Runde viel mehr Boden gut machen können", wütete der Deutsche weiter.

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Ganz schuldlos an seinem schlechten Ergebnis war Vettel aber nicht. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Nach einem guten Start fuhr der 33-Jährige zu weit über den Randstein, geriet in den Sand und drehte sich aufgrund des fehlenden Grips. Der letzte Platz war die Folge. Gelten lassen wollte Vettel dies in Bezug auf den verfrühten Boxenstopp jedoch nicht. "Ich kam überraschend schnell wieder ans Feld ran. Von da an haben wir heute, glaube ich, keinen guten Job gemacht, was die Strategie angeht."

Mit einem zweiten Boxenstopp versuchte die Scuderia im Anschluss noch Vettel zu helfen, für mehr als Rang zwölf reichte es jedoch nicht mehr.

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