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Silverstone und München - Sebastian Vettel erlebt in Silverstone ein Rennen zum Vergessen. Danach trifft er eine bemerkenswerte Aussage. Lewis Hamilton spricht über den Reifenschaden.

Sebastian Vettel hat ein erneut enttäuschendes Rennen in Silverstone erlebt. Der Ferrari-Pilot musste sich beim Sieg von Lewis Hamilton mit Rang zehn zufriedengeben. Nach dem Rennen erzählt der viermalige Formel-1-Weltmeister von seinen verzweifelten Versuchen, sein Auto schneller zu kriegen.

Bei Weltmeister Hamilton löste sich eine halbe Runde vor dem Ziel des britischen Grand Prix der linke Vorderreifen in seine Einzelteile auf - der Mercedes-Pilot spricht deshalb sogar davon, dass ihm das Herz fast stehen geblieben war. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Red-Bull-Pilot Max Verstappen und sein Teamchef Christian Horner äußern sich zudem zu dem möglicherweise verschenkten Sieg durch den späten Boxenstopp.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Silverstone von RTLSky, ORF aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1: "Bis zur letzten Runde ist eigentlich alles gut gegangen. Die Reifen waren abgenutzt, aber das ist normal in solch einem Rennen. Valtteri Bottas hatte mich ein Rennen lang in Atem gehalten, womöglich hat er dabei seinen Reifen zu viel zugemutet. ich sah meine Reifen und war überzeugt – das fahre ich locker nach Hause. Ich nahm sicherheitshalber noch Tempo raus. Es gab keinen Grund zur Eile, weil Verstappen dahinter frische Reifen abgeholt hatte. Und dann sah ich zu meinem Entsetzen, wie auch mein Reifen vorne links Luft und dann die Form verliert."

... über den Moment, als der Reifen platzte: "Ich dachte, mein Herz bleibt stehen! Ich wusste nicht, was ich dem Reifen noch zumuten konnte, wie viel Speed ich noch fahren durfte, was die Walze in den Kurven aushält, was mit dem Bremsen ist. Der Reifen begann zu zerfallen, aber er ging nicht in Fetzen und zerschlug den Frontflügel, wie das in solchen Momenten auch passieren kann. Ich glaube nicht, dass ich je mehr Erleichterung gespürt habe, eine karierte Flagge zu sehen. So etwas habe ich noch nie erlebt!"

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Max Verstappen (Red Bull), Platz 2: "Ich habe Glück und Pech gehabt. Sie (die Mercedes, Anm. d. Red.) waren im Rennen natürlich zu schnell für uns. Ich meldete mich zehn Runden vor Schluss bei meinen Jungs und sagte - der Reifen sieht nicht mehr so schön aus. Wir hatten einen großen Vorsprung auf Leclerc, weshalb wir über einen Boxenstopp nachdachten, um uns noch die beste Rennrunde zu schnappen. Dann kam der Reifenschaden von Bottas. Ich nahm Tempo raus und holte selbst frische Reifen. Denn wir mussten damit rechnen, dass das auch bei uns passiert."

... über den möglicherweise verschenken Sieg: "Natürlich ist es nach Hamiltons Reifenschaden jetzt einfach zu sagen, ich hätte draußen bleiben sollen. Aber das kann ja keiner ahnen. Im Nachhinein bist du immer der Schlaue. Ich sehe es so - wir haben vom Pech von Bottas profitiert. Das ist für mich wichtiger als zu behaupten, wir hätten wegen des Stopps den Sieg verloren. Ich bereue nichts, es war zu diesem Moment die richtige Entscheidung, frische Reifen zu holen. Wir dürfen auch nicht vergessen: Der Mann im besten Wagen hat gewonnen. Also geht das für mich in Ordnung."

Charles Leclerc (Ferrari), Platz 3: "Das war ein schwieriges Rennen. Ich hörte, dass Bottas in Schwierigkeiten ist und nahm erheblich Tempo raus. Dann sah ich den Wagen von Carlos Sainz, auch er hatte Reifenproblemen. Dann meldeten sich meine Jungs erneut am Funk und sagten, dass es auch Hamilton erwischt hätte. Das war heute reines Glück. Glück, dass wir vor Reifenschäden verschont geblieben sind, Glück, dass wir einen Podestplatz erhalten haben."

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 10: "Das war jetzt nicht das spaßigste Rennen. Ich habe alles probiert, was ich kann, auch was den Fahrstil angeht. Aber an diesem Wochenende fanden wir, das Auto und ich, nicht zusammen. Ich habe mich schwer getan, habe meinen Fahrstil alle zwei, drei Runden geändert, aber letzten Endes habe ich sehr, sehr wenig Vertrauen ins Auto gehabt. Jedes Mal, wenn ich probiert habe, einen Tick später zu bremsen und mehr Speed mit in die Kurve zu nehmen, hatte ich Mühe, das Auto auf der Strecke zu halten."

...bei Channel 4: "Das Auto war sehr schwer zu fahren. Ich hatte große Probleme, Selbstvertrauen aufzubauen, und ich kenne den Grund dafür nicht. Die Leute um mich herum waren einfach schneller und haben mich überholt. Es war physisch kein anstrengendes Rennen, weil ich nie attackieren konnte. Es war mir nicht erlaubt zu tun, was ich so sehr mag. Wir müssen den Grund dafür herausfinden.

Nico Hülkenberg (Racing Point), nicht am Start: "Das passt zu all diesen verrückten Tagen, die ich durchgemacht habe. Aber natürlich ist es für mich und das Team enttäuschend. Wir haben alles probiert, aber es gab ein Problem mit dem Antrieb. Wir konnten das Auto nicht starten und auf die Strecke bringen, was wirklich sehr enttäuschend ist. Jetzt schauen wir uns an warum." (Rennkalender 2020 der Formel 1)

zur nächsten Woche: "Sollte es ein nächstes Wochenende geben, wäre der heutige Tag sehr wichtig gewesen, um mehr Erfahrung zu sammeln und das Auto verstehen zu lernen. Speziell unter Rennbedingungen. Die Zeit haben wir verloren, aber so ist das eben. Mal schauen, wie es kommendes Wochenende wird."

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Christian Horner (Red-Bull-Teamchef): "Max hatte auch Sorgen um seinen vorderen Reifen. Wir haben das Problem mit Bottas gesehen. Wir hatten den Vorteil auf der schnellsten Runde. Der Reifen, den wir von Max runtergekommen haben, hatte ziemlich viele Schnitte und Risse. Es gab keine Garantie, dass der Reifen bis zum Ende gehalten hätte. So wie der Reifen ausgesehen hat, war es kurz vor knapp. Wir denken, dass wir das Richtige gemacht haben und sind zufrieden mit dem zweiten Platz."

.. über die Leistung des achtplatzierten Alexander Albon: "Alex hat sich gut erholt nach dem Vorfall in der ersten Runde. Ich denke, er hat einen ganz guten Job gemacht. Für mich war der Unfall ein normaler Rennunfall."

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