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Die Racing Point werden für die Kopie der Bremsbelüftung von Mercedes bestraft
Die Racing Point werden für die Kopie der Bremsbelüftung von Mercedes bestraft © Imago
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Entscheidung in der Formel 1. Die FIA gibt dem Kopie-Protest von Renault recht und verurteilt die "pinken Mercedes" von Racing Point zu mehreren Strafen.

Harte Strafe in der Kopie-Affäre der Formel 1 - und das kurz vor Beginn des ersten Freien Trainings in Silverstone.

Die FIA hat das Urteil der Kommissare im Zofft zwischen Renault und Racing Point in einem 14-seitigen Urteil samt Begründung verkündet. Und das hat es in sich. Die von Renault kritisierten Bremsbelüftungen des Racing Point RP sind illegal!

400.000 Euro muss das Team um Ersatzpilot Nico Hülkenberg als Strafe auf den Tisch legen. Die Summe setzt sich dabei aus jeweils 200.000 Euro pro Auto beim Grand Prix der Steiermark zusammen. Dazu werden pro Fahrzeug 7,5 - also insgesamt 15 Punkte in der Konstrukteurs-Wertung abgezogen.

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Racing-Point-Boss beharrt: "Haben die Regeln befolgt"

"Es ist sehr schade, dass der Protest aufrechterhalten wird", sagte Teamchef Otmar Szafnauer bei Sky: "Wir haben die Regeln befolgt. Wir haben das Regelwerk gelesen und denken, dass wir alles befolgt haben."

Allerdings: "Die Bremsschächte entsprechen dem Reglement und wir können damit fahren bis zum Ende des Jahres", erklärte der US-Amerikaner.

Racing Point blieben 24 Stunden, um Protest gegen das Urteil anzukündigen. Angeführt von Ferrari nutzten noch am Freitagabend drei Konkurrenten diese Möglichkeit: Die Scuderia, Renault und auch McLaren reichten die formal notwendige Absichtserklärung für einen Einspruch ein. Ihnen geht die Strafe nicht weit genug.

Strafe nur für ein Rennen

Das Urteil richtet sich allerdings nur gegen Vergehen beim zweiten Saisonrennen, und damit den ersten Protest von Renault.

Auch beim Rennen in Budapest und beim ersten Umlauf in Silverstone hatte Renault protestiert, dem wurde jedoch nicht stattgegeben. Stattdessen haben sich die Kommissare entschieden, keine zusätzliche Bestrafung zu verhängen und das Team "nur" zu verwarnen. Dieses Strafmaß sei "verhältnismäßig" gemessen am Gesamtvergehen, begründete die FIA.

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Damit dürfte das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen sein. Racing Point hatte bereits vorher angekündigt, im Falle eines Urteils in Revision zu gehen. Sollte dies weiter bestand haben, wäre das von den FIA-Kommissaren unabhängige Internationale Berufungsgericht die nächste Instanz.

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Formel 1 will gegen Kopierer vorgehen

Der diesjährige Racing Point sieht dem Weltmeister-Silberpfeil von 2019 auffallend ähnlich, der Bolide hatte wegen seiner Lackierung schnell seinen Spitznamen weg: Pinker Mercedes.

Das britische Team übernimmt regelkonform die Motoren sowie mehrere Teile, einschließlich der Aufhängung, von Mercedes. Kopieren in der Formel 1 nur anhand von Fotos erlaubt.

Allerdings soll dem Abkupfern mittelfristig Einhalt geboten werden. FIA-Technikchef Nikolas Tombazis erklärte, dass der Verband die Regeln für 2021 anpassen möchte. Man werde es "weiter akzeptieren, wenn einzelne Teile kopiert werden. Aber wir möchten nicht, dass das ganze Auto eine Kopie eines anderen Autos ist."

Renault protestiert wegen Racing Point

Renault hatte erstmalig beim zweiten Saisonrennen gegen die "pinken Mercedes" protestiert, und dies seitdem stets wiederholt. Der Protest richtet sich aber ausschließlich gegen die Bremsbelüftungen, nicht gegen den kompletten Boliden.

Es lag der Verdacht nahe, Racing Point habe von Mercedes Daten und eventuell auch Zeichnungen über sogenannte "listed Parts" (gelistete Teile) erhalten, um den Mercedes aus dem vergangenen Jahr so detailgetreu wie möglich nachzubauen.

Racing Point bestreitet das.

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Mit Material des Sport-Informations-Dienstes

  

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