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München - Ralf Schumacher spricht voller Stolz über seinen älteren Bruder Michael. Außerdem verrät er, welche Hürden er auf dem Weg in die Formel 1 meistern musste.

Ralf Schumacher hat sich mit emotionalen Worten über seine Formel-1-Vergangenheit an der Seite seines älteren Bruders Michael geäußert.

"Ich war immer irrsinnig stolz auf meinen Bruder und bin es heute noch, auf all das, was er erreicht hat", sagte Schumacher im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1: "In unserer Familie gibt es keinen Neid, ganz im Gegenteil. Wir hatten wirklich ganz, ganz viel Glück, dass wir das Leben leben durften, was wir heute noch davon haben, und was wir erreicht haben."

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Er habe nie das Gefühl gehabt, in einem Schatten zu stehen, aus dem er habe heraustreten wollen.

Zu seinen Anfangszeiten in der Formel 1 hätten die Fragen zur besonderen Erwartungshaltung an ihn daher auch "mehr genervt als der Ist-Zustand".

Vater zweifelt an Ralfs Formel-1-Chancen

Sein Bruder und er seien "zwei Jungs aus einem Loch, einer Kartbahn in Kerpen" gewesen: "Der eine kommt in die Formel 1 und der andere hat dann irgendwie auch den Wunsch."

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Die Zweifel an Ralfs Formel-1-Chancen seien jedoch groß gewesen.

"Mein Vater hat ständig zu mir gesagt: 'Spinnst du eigentlich? Zwei? Das schaffst du nie. Bitte lern was Anständiges, werde Koch oder übernimm irgendwann mal den Imbiss bei uns an der Kartbahn, weil davon kann man auch gut leben - und hör auf daran zu glauben, dass es sowas zwei Mal geben kann'", erinnerte sich der heute 45-Jährige.

Rückblickend habe er damals "auch großes Glück gehabt", insbesondere von Michaels Kontakt zu Willi Weber profitiert.

"Von daher muss ich sagen, ich hatte eigentlich keine Nachteile. Den einzigen Nachteil, den ich hatte: Ich hatte viele Vorurteile", betonte Schumacher. Gerade das Verhältnis zu Journalisten sei nicht immer das beste gewesen.

Sechs Formel-1-Siege für Ralf Schumacher

"Wenn ich dann mal jung und ungestüm war, und teilweise auch dumm, wie jeder 16-, 17-, 18-Jährige, dann war das halt gleich arrogant", berichtete der jüngere der Schumacher-Brüder: "Dinge, die ich gemacht habe, waren arrogant - Dinge, die andere gemacht haben, waren lustig."

Daraus habe sich "dann irgendwann mal ein Kreislauf gebildet, in dem ich den Medien gegenüber nicht ganz so positiv eingestellt war. Das würde ich heute natürlich auch anders machen, aber das war so."

Ralf Schumacher fuhr von 1997 bis 2007 für Jordan, Williams und Toyota in der Formel 1, feierte dabei sechs Rennsiege und wurde zweimal WM-Vierter.

Sein sechs Jahre älterer Bruder Michael ist mit sieben WM-Titeln für Benetton und Ferrari bis heute Rekord-Weltmeister.

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