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München - Peter Kohl äußert in seiner SPORT1-Kolumne Unverständnis für die ständige Kritik am Umgang von Ferrari mit Sebastian Vettel. Zudem spricht er über den Toskana-GP.

Hallo Formel-1-Freunde!

Seit mehreren Monaten ist klar, dass die laufende Saison die letzte von Sebastian Vettel im Cockpit der Scuderia sein wird. Natürlich sind die Rennen derzeit nur noch eine Art Abschiedstournee für ihn.

Zurücklehnen kann und sollte sich Vettel deswegen trotzdem nicht. Als Fahrer und mehrmaliger Weltmeister ist man in so einem Team eine Art leitender Angestellter. Noch hat er einen gültigen Vertrag, und ordentlich Geld verdient er ohnehin.

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Gerade deshalb hat der 33-Jährige die Verpflichtung, seinen Job nach bestem Wissen und Gewissen zu Ende zu bringen.

Kein Mitleid für Vettel

Dass das schwierig ist, darüber brauchen wir gar nicht zu reden. Wenn du weißt, dass das Team nicht mehr für dich arbeitet, ist das eine extrem schwierige Situation. Von Mitleid für Vettel bin ich aber ganz weit entfernt.

Ich habe das Gefühl, dass man absolut fair mit ihm umgegangen ist. Er wusste schon frühzeitig, dass man in Maranello nicht mehr mit ihm plant. Dass jetzt so auf Ferrari eingedroschen wird, kann ich nicht verstehen.

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Sie haben ihm ein Auto hingestellt und ihm eine Möglichkeit geboten, damit er sich präsentieren kann. So ist es nun einmal im Leben - Verträge beginnen und Verträge enden. Automatisch weitergeführt werden müssen sie deswegen noch lange nicht.

Bottas trifft keine Schuld

Jetzt aber zum Toskana-GP am vergangenen Sonntag. Auf der neuen Rennstrecke in Mugello kam es mehrfach zum Chaos. Vor allem der missglückte Restart nach der ersten Safety-Car-Phase sorgte durch seinen spektakulären Unfall mit mehreren Fahrzeugen für Aufsehen.

Bottas trifft für mich dabei keine Schuld. Es steht ganz genau im Regelwerk, wie so etwas abzulaufen hat. Was der finnische Racer als Vorausfahrender nicht darf, ist Gas geben, auf die Bremse treten, wieder Gas geben und damit eine Welle verursachen.

Die Pace bestimmen darf er aber allemal. Damit ist Bottas bei der Schuldfrage komplett raus.

Auch wenn das Romain Grosjean zunächst ganz anders sah. Noch im Cockpit sitzend brüllte er in den Funk: "Das war verdammt dumm von wem auch immer, der da vorne war. Wollt ihr uns alle umbringen, oder was?"

Fahrer in hinteren Autos sehen nichts

Aber wie gesagt, er saß noch im Cockpit. Das sind die ersten Emotionen eines Unfallgeschädigten. Da schießt das Adrenalin noch durch die Helmdecke. Da sagt man Dinge, die nach einer vernünftigen Analyse plötzlich ganz anders wahrgenommen werden.

Verwundert hat mich diese Massenkarambolage dennoch nicht. Kaum springen die Lichter auf Grün, wandert der Fuß automatisch auf das Gaspedal. Und in den niedrigen Autos sieht am Ende des Feldes sowieso nicht, was vorne passiert. Mit einer Verlegung der Linie, an der angegriffen werden darf, an den Beginn der Gerade wäre das alles zu vermeiden gewesen.

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Außerdem war das Feld soweit aufgefächert, dass der Rennleiter niemals auf Grün hätte gehen dürfen.                   

Reverse Grid bestraft gute Leistungen

Dann noch ein Wort zum aktuell heiß diskutierten Thema Reverse Grid. Ich persönlich halte von dieser Idee einer umgekehrten Startaufstellung nicht viel. Vor allem nicht in der Formel 1.

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Niemand sollte für gute Leistungen bestraft werden. Der Sinn eines Qualifyings ist es, seine maximale Leistung auf den Punkt zu bringen und absolut alles aus einer einzigen Runde herauszuquetschen.

Dafür wird man dann mit einer guten Start-Position belohnt - und zwar absolut zu Recht. Wenn ein Qualifying aber nur noch zum Taktik-Spiel verkommt, weil eine schlechtere Position einen Vorteil im Rennen bringt, wohin sind wir dann gekommen?

PEDAL TO THE METAL Ihr Peter Kohl

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