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Helmut Marko (r.) relativiert seine Aussage zu Lewis Hamilton
Helmut Marko (r.) relativiert seine Aussage zu Lewis Hamilton © Imago
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München - Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko spricht über den vermeintlichen Anruf von Lewis Hamilton beim Team und relativiert seine Aussagen.

Dr. Helmut Marko (77) ist bekennender Tierfreund. Immer schon hatte der Red Bull-Chefberater Hunde und Katzen als Familienmitglieder in seinen Haushalt aufgenommen, sogar in seiner aktiven Zeit in den 70ern, als er Formel 1 fuhr und die legendären "24 Stunden von Le Mans" gewann.

Er bürstete die geliebten Tiere auch selbst, wenn es notwendig war. Heute spendet er viel für Tierheime wie das "Katzenhaus" in seiner Heimatstadt Graz. Als SPORT1 ihn am Mittwoch dort erreichte, bat er um Geduld. "Bitte fasst Euch kurz, ich bin gerade im OP beim Tierarzt mit einer meiner Katzen. Der wird gerade das halbe Ohr abgeschnitten."

Allein: Der Doktor der Rechtswissenschaften, der sich mit Menschen meistens schwerer tut als mit den vierbeinigen Gefährten, gibt trotzdem bereitwillig Auskunft über Weltmeister Lewis Hamilton.

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Marko relativiert Aussagen zu Hamilton

Über den Briten hatte Marko am vergangenen Wochenende behauptet: "Hamilton hat letztes Jahr mehrfach bei uns angerufen, damit wir Albon ins Auto setzen." Nur um kurz vor dem GP Italien dieses Jahres den gleichen Alex Albon zu kritisieren. Hamilton: "Ich glaube, die Leute spielen es herunter, aber Red Bull hat ein sehr, sehr starkes Auto, und Max macht einen tollen Job damit. Leider haben sie nicht zwei Fahrer wie mich und Valtteri (Bottas; Anm. d. Red.) da, und das macht es für sie schwieriger."

Marko redet bei SPORT1 jetzt Klartext und relativiert seine Aussagen von Monza: "Die Wahrheit ist: Angerufen hat Lewis 2019 nicht, aber er hat unseren Teamchef Christian Horner im Flieger angesprochen und empfohlen, Albon statt Pierre Gasly ins Auto zu setzen. Das war noch bevor der Tausch nach der Sommerpause von uns durchgezogen wurde."

Zur jetzigen Kritik am ehemaligen Schützling von Hamilton hat Marko auch eine Meinung. "Uns interessiert sie nicht. Der, den er vergangenen Sommer loswerden wollte, hat jetzt mit unserem Alpha Tauri-Team den Großen Preis von Italien gewonnen. So viel zu seiner Fachkenntnis. Ich habe null Ahnung, warum sich Hamilton immer wieder gemüßigt fühlt, sich einzumischen. Es spielt für uns aber aber keine Rolle, welche Meinung Leute von außen haben."

Gasly bleibt bei Alpha Tauri trotz Sieg in Monza

Soll auch heißen: Trotz seines Sieges in Monza gibt es für Gasly keinen Weg zurück ins A-Team von Red Bull. Marko: "Das sind nicht unsere Pläne. Wir wollen Alpha Tauri in Zukunft noch stärker machen und dazu gehört auch, dass sie mit Gasly einen starken Teamleader brauchen."

Was Albons Leistungen neben Wunderknabe Max Verstappen im Red Bull betrifft: „Gegen Max fällt jeder ab. Aber die Kritik an Albon ist nicht ganz fair. Er hatte viel Pech in diesem Jahr und auch wir machten strategische Fehler, die seine Leistungen beeinträchtigt haben."

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Ein Freifahrtschein für die Zukunft sei das zwar nicht, "aber wir glauben weiterhin daran, dass er die Leistung bringen kann, die wir von ihm fordern, wenn es optimal läuft. Und das war eben in dieser Saison noch nicht sehr oft der Fall."

Yuki Tsunoda beerbt wohl Kvyat

Eine endgültige Entscheidung über die genaue Besetzung der vier Red Bull-Autos für die Saison 2021 soll Ende Oktober fallen. Marko will sich nicht an Spekulationen beteiligen, die besagen: Verstappen und Albon werden bei Red Bull bleiben und Monza-Sieger Gasly und Red-Bull-Junior Yuki Tsunoda (20) bei Alpha Tauri fahren.

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Tsunoda würde dabei den Russen Daniil Kvyat ersetzen, der sich im Moment schwertut, mit Gasly mitzuhalten.

Der Japaner Tsunoda, Schützling von Red Bulls Motorpartner Honda, sorgt dagegen in seiner ersten Formel-2-Saison für Furore. Mit zwei Siegen und vier Podiumsplatzierungen liegt der Neuling auf Platz vier der Nachwuchsserie. Feststehen soll aber schon, dass Tsunoda noch in diesem Jahr Freitagstestfahrten in einem Alpha Tauri bekommen wird.

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