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Honda zieht sich aus der Formel 1 zurück - Red Bull verliert seinen Motorenlieferanten
Honda zieht sich aus der Formel 1 zurück - Red Bull verliert seinen Motorenlieferanten © Imago
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Honda verkündet seinen Rückzug aus der Formel 1. Red Bull muss sich nach einem neuen Motorenpartner umschauen. Viele Optionen haben die Österreicher nicht.

Das ist ein echter Formel-1-Hammer - der die Zukunft der gesamten Serie durcheinanderwirbelt: Honda hat bekanntgegeben, dass man die Formel 1 am Ende der Saison 2021 verlassen wird.

Der japanische Motorenhersteller stattet in der Königsklasse Red Bull und Scuderia AlphaTauri mit Motoren aus, weshalb nun auch ein Fragezeichen hinter der Zukunft dieser Teams steht.

Hondas Präsident Takahiro Hachigo verkündete auf einer Pressekonferenz den Ausstieg des Konzerns aus der Formel 1. Ein genannter Grund: das Ziel des Autobauers, "die Verwirklichung der Klimaneutralität bis 2050 anzustreben". Honda müsse zu diesem Zweck "seine Unternehmensressourcen in Forschung und Entwicklung in die Bereiche der zukünftigen Antriebs- und Energietechnologien lenken, wobei der Schwerpunkt auf der künftigen Realisierung der Kohlenstoffneutralität liegt".

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"Auch wenn wir enttäuscht sind, unsere Partnerschaft mit Honda nicht fortsetzen zu können, sind wir sehr stolz auf unseren gemeinsamen Erfolg. Wir haben fünf Siege und 15 Podestplätze mit beiden Red-Bull-Teams erzielt. Wir wollen allen von Honda für ihre außerordentlichen Bemühungen und Einsatz danken", teilte Red-Bull-Teamchef Christian Horner in einem Statement mit.

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Legendäre Erfolgs-Ära mit Ayrton Senna und Alain Prost

Honda hat eine wechselvolle Geschichte in der Formel 1 hinter sich: Eine goldene Ära erlebten die Japaner zwischen 1986 und 1991, als sämtliche Konstrukteurstitel an ihre Kinden gingen, legendär ist vor allem die Kooperation mit McLaren und dem legendären Duo Ayrton Senna und Alain Prost.

2015 ließ Honda die Liaison mit dem britischen Traditionsrennstall wiederaufleben - und erlebte ein Desaster. Die Power Unit der Japaner erwies sich als die schwächste der Formel 1, Ende 2017 folgte die schmutzige Trennung. Honda wechselte 2018 zu Toro Rosso (mittlerweile AlphaTauri) und bestückt seit der vergangenen Saison auch Red Bull, das Ex-Team von Sebastian Vettel, mit Power Units. Seither feierte Honda fünf Grand-Prix-Siege.

Red Bull braucht nach Aus für Honda neuen Partner

Es stellt sich aber die Frage, was dies jetzt für Red Bull bedeutet?

Denn ob Renault den Rennstall nach dem Zoff bei der letzten Partnerschaft wieder aufnehmen wird, darf bezweifelt werden - und auch Red Bull zeigte sich mit Renault oft unzufrieden. Die anderen aktuell verfügbaren Optionen in der Formel 1 heißen Mercedes und Ferrari - aber ob die einem Konkurrenten um den Titel helfen wollen?

Der 2021 eingeführte Budgetdeckel soll weitere Hersteller anlocken, doch derzeit ist nichts konkret - und niemand will jahrelang hinterherfahren.

Vielsagend ist vor diesem Hintergrund, dass Horner gleich gegen naheliegende Spekulationen anredet, dass das Aus für Honda auch das Aus für Red Bull bedeuten könnte: "Red Bull Racing hat das aktuelle Concorde Agreement der Formel 1 unterzeichnet und hat sich weiterhin langfristig dem Sport verschrieben."

Man freue sich nun auf "eine neue Ära der Innovation, Entwicklung und des Erfolgs. Als Gruppe werden wir uns jetzt die Zeit nehmen, die uns zur Verfügung gestellt wurde, um die bestmöglichen Power-Unit-Lösungen für 2022 und darüber hinaus zu evaluieren und zu finden."

AlphaTauri-Teamchef: "Wird nicht leicht"

AlphaTauri-Teamchef Franz Tost befürchtet, dass dies keine leichte Aufgabe für die Teams wird: "Es wird nicht leicht, einen Partner wie Honda zu finden, aber wir werden natürlich jetzt danach trachten, für die Zeit nach 2022 eine Lösung zu finden."

Alles deutet zumindest zunächst einmal auf einen neuen Motoren-Partner hin, da eine eigene Formel-1-Antriebseinheit zu bauen, enorme Kosten verursachen würde.

Red-Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko hatte vor Jahren verraten, dass die Österreicher bereits 2014 mit diesem Gedanken gespielt hatten, der Plan aber aufgrund der Kosten und Komplexität schnell wieder verworfen wurde.

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