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Imola und München - Beim Imola-GP liegt Sebastian Vettel gut im Rennen, bis die Ferrari-Crew beim Boxenstopp böse patzt. Der Deutsche hat keine Chance mehr auf eine gute Platzierung.

41 Runden waren beim Imola-Grand-Prix absolviert, als sich Charles Leclerc am Boxenfunk nach seinem Teamkollegen Sebastian Vettel erkundigte.

"Er ist auf den Medium-Reifen richtig schnell gefahren, aber dann habe ich ihn nicht mehr gesehen", funkte der Monegasse in Richtung Box. Und die Ingenieure antworteten sofort. "Er hatte einen langsamen Boxenstopp", war am Funk zu hören, was Leclerc mit einem nüchternen "Okay" entgegennahm.

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Dabei hatte der Deutsche bis zu seinem ersten Boxenstopp ein richtig gutes Rennen absolviert. Von Rang 14 gestartet arbeitete sich der viermalige Weltmeister vor, und konnte auch von den Reifenwechseln bei den anderen Teams profitieren.

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Vettels Ferrari mit guter Pace

Runde um Runde fuhr Vettels Bolide schneller und zeigte im Vergleich zu sonst eine erstaunlich gute Pace, auch weil Vettel freie Fahrt hatte. Alles sah nach einem Top-10-Ergebnis und Punkten in der WM-Wertung aus. Doch es kam anders.

Auf Rang vier liegend kam der Deutsche in die Box. Doch statt den üblichen gut zwei Sekunden stand der Bolide des 33-Jährigen insgesamt sage und schreibe 13,1 Sekunden.

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Beim rechten Vorderrad hatte der Schlagschrauber geklemmt. Statt in den Top 10 kam Vettel im Anschluss lediglich auf Rang 14 wieder auf die Strecke.

Unnötiger zweiter Wechsel

Und es kam noch schlimmer. Während einer späteren Safety-Car-Phase wurde der 33-Jährige noch ein zweites Mal an die Box geholt. Ein unnötiger Stopp, ohne den Vettel ein Platz in den Punkten wohl sicher gewesen wäre.

Am Ende landete er, trotz eigentlich guter Renn-Pace, auf dem enttäuschenden zwölften Platz - profitierte dabei aber auch noch von einer nachträglichen Zeitstrafe gegen Haas-Pilot Romain Grosjean.

Vettel selbst machte seinen Mechanikern am Boxenfunk zunächst keinen Vorwurf. "Am Ende konnte ich nicht viel machen. Ich habe es versucht. Ein anständiges Rennen, aber der Boxenstopp... Macht euch aber keine Sorgen darüber, vielen Dank", war beim Gespräch mit seinen Ingenieuren zu hören. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Boxenstopp-Patzer kostete Rennen

Vor den Medienvertretern wurde er dann aber doch deutlich.

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"Die Pace an sich war gar nicht so verkehrt. Dann aber hatten wir keinen guten Stopp. Der hat uns letztendlich das Rennen gekostet. Da hing ich wieder hintendrin und habe viel Zeit verloren. Mit dem virtuellen Safety-Car hätten wir schlauer sein können. Wir haben versucht, auf die weichen [Reifen] zu gehen, waren nicht die einzigen. Wir waren auch so weit hinten. Es sollte nicht sein.", so der viermalige Weltmeister.

Doch trotz des Patzers bei der Boxencrew, Vettel konnte dem Wochenende dennoch positive Dinge abgewinnen.

Vettel konzentriert sich auf positive Dinge

"Vom Gefühl her war es schon gestern etwas besser. Der Renntrimm ist eigentlich nie so sehr das Problem. Es ist mehr im Qualifying, dass ich Probleme habe, das Auto zu spüren. [...] Rein von den Zahlen her war das Qualifying gestern schon mal besser als vorherige Qualifyings. […] Das Wichtigste ist, dass es voran geh." (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Das Rennen in Imola entschied derweil Lewis Hamilton für sich. Der Mercedes-Pilot siegte vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und Daniel Ricciardo im Renault. Zudem durften die Silberpfeile den Sieg in der Konstrukteurs-WM bejubeln.

Vettels Teamkollege Charles Leclerc landete am Ende auf Rang fünf.

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