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Beim Bahrain-GP erleidet Romain Grosjean einen schweren Unfall. Ferrari-Pilot Charles Leclerc erklärt nun, dass er vom Tod des Franzosen ausgegangen sei.

Es war einer der bedrückendsten Momente in der Geschichte der Formel 1.

Am vergangenen Sonntag krachte Haas-Pilot Romain Grosjean mit rund 220 Kilometern pro Stunde in die Leitplanke. Sein Auto wurde in zwei Teile gerissen und ging sofort in Flammen auf. 27 Sekunden lang hatte sich der Franzose im brennenden Wrack befunden, ehe er sich aus eigener Kraft befreien konnte.

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Eine Tatsache, mit der Ferrari-Pilot Charles Leclerc nicht gerechnet hätte. Im Interview mit BBC Sport hat der Monegasse nun erklärt, dass er davon ausgegangen sei, dass Grosjean getötet wurde.

"Ich habe den Crash in meinen Rückspiegeln gesehen. Mir war sofort bewusst, dass es sehr ernst war, und ich dachte sofort das Schlimmste", erinnert sich Leclerc zurück.

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Leclerc verbrachte bange Minuten

Die Minuten, bevor er erfuhr, dass Grosjean noch am Leben ist, "fühlten sich wie Stunden an. Ich muss ehrlich sagen, ich hatte nicht viel Hoffnung, als ich das ganze im Spiegel gesehen habe und ich war am Funk extrem besorgt", so der 23-Jährige.

"Leider gab es keine Nachrichten, bis ich wieder in die Box gekommen und aus dem Auto ausgestiegen bin. Da habe ich endlich gewusst, dass er aus dem Auto noch rausgekommen ist, was ich wirklich kaum glauben konnte. Vor allem, weil ich die Flammen und das Feuer gesehen habe", sagte der Ferrari-Pilot.

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Für Leclerc wurden mit Grosjean auch Erinnerungen an eine Tragödie wach. Sein Pate Jules Bianchi verunglückte 2014 beim Großen Preis von Japan und zog sich so schwere Kopfverletzungen zu, dass er wenige Wochen später verstarb.

Vettel besuchte Grosjean im Krankenhaus

Allzu viele Gedanken daran wollte der Monegasse aber dennoch nicht verschwenden. "Ich habe mich einfach in meine Blase zurückgezogen, wie ich es immer tue, und versucht, mich zu konzentrieren. Ich habe versucht, nicht mehr an den Crash zu denken, vor allem, weil ich wusste, dass Romain aus dem Auto ausgestiegen ist und alleine zum Krankenwagen laufen konnte."

Grosjean, der bei dem Unfall Verbrennungen an den Händen erlitten hatte, wurde im Anschluss sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo er von Leclerc-Kollege Sebastian Vettel besucht wurde.

"Ich wollte ihn sehen. Gleich am Montag bin ich zu ihm", erklärte der Deutsche vor dem zweiten Renn-Wochenende in Bahrain. "Es war schön zu sehen, dass es ihm so kurz nach dem Unfall gut ging und er auch bei guter Laune war. Wir waren alle erleichtert zu sehen, dass er erstens mal rauskam. Im ersten Moment habe ich gar nicht verstanden, was überhaupt passiert ist", so Vettel weiter.

Grosjean beantwortete Nachricht von Leclerc

"Ich habe das Feuer gesehen, aber nicht direkt geschaltet, dass er da noch drin sein könnte oder wo das Feuer überhaupt herkommt. Als ich dann die Bilder gesehen habe, war's ein bisschen ein Schock. Im ersten Moment war ich noch zu sehr im Rennen, um das wirklich zu verstehen. [...] Ich glaube, wir sind alle unheimlich glücklich, dass er noch da ist. Es hätte ganz anders ausgehen können", so Vettel.

Im Krankenhaus besucht hat Leclerc Grosjean im Gegensatz zu Vettel nicht, "weil ich dort viele Leute erwartet habe und ihn nicht belästigen wollte."

Dafür hat Leclerc dem Franzosen zwei Nachrichten geschickt. Während er auf die erste noch keine Antwort erhielt, hat Grosjean die zweite beantwortet. "Er konnte wieder schreiben, und ich war glücklich, es scheint ihm gut zu gehen", so Leclerc.

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