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München - Mick Schumacher könnte sein Formel-1-Debüt wegen des Grosjean-Unfalls schon in diesem Jahr feiern. Er wäre einverstanden - ein Experte rät ab.

21. März 2021 - immerhin dieses Datum erscheint so weit schon mal fix: Einen Tag vor seinem 22. Geburtstag soll Mick Schumacher beim Grand Prix von Australien sein langersehntes Formel-1-Debüt geben.

"Ich will mein Bestes abliefern und mich als Fahrer weiterentwickeln", hatte der Kerpener am Mittwoch erklärt, nachdem sein Aufstieg in die Königsklasse des Motorsports mit der Verpflichtung beim Team Haas offiziell geworden war.

Schon beim anstehenden Großen Preis von Sakhir, dem zweiten Bahrain-Rennen, wird er vor Ort sein (Formel 1: Der Große Preis von Sakhir, Sonntag, 18.10 Uhr im LIVETICKER), für den Titelkampf in der Formel 2 allerdings, seiner jetzigen Rennklasse.

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Wie geht es von nun an weiter für den Sohn des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher? SPORT1 gibt den Überblick.

Mick Schumacher: Was passiert in Bahrain? 

"In Bahrain werde ich mich noch ganz auf die Formel 2 konzentrieren", sagt Mick Schumacher, der als Führender im Klassement den Titel klarmachen will.

Räumlich gibt es sowieso eine klare Grenzziehung. "Die Formel 1 und die Formel 2 befinden sich wegen Corona ja in verschiedenen Blasen", fügt der Youngster an. "In diesem Jahr ist es etwas anders als in den vergangenen Jahren. Durch Corona gibt es gewisse Regeln."

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Was damit auch ausschließt, dass Schumacher bei Haas am Wochenende bereits in der Box stehen und an Meetings teilnehmen kann. (SERVICE: Fahrerwertung)

Debüt in Abu Dhabi? Eine Hintertür ist offen

Nur eine Woche darauf allerdings geht es für Schumacher bereits in die Vollen. In Abu Dhabi werde er "für Haas arbeiten und schauen, wie die Arbeit abläuft", sagt Schumacher, für den geplant ist, am 11. Dezember am ersten freien Training auf dem Yas Marina Circuit Gas zu geben.

Oder geht da am Ende gar noch mehr? Bereits am Mittwoch kamen Gerüchte um ein vorgezogenes Renn-Debüt bei Haas auf - vor dem Hintergrund des Feuerunfalls von Romain Grosjean am zurückliegenden Wochenende während des ersten Bahrain-GP.

Denn: Auf die Frage, ob der nunmehr als Ersatz auserkorene Pietro Fittipaldi zwangsläufig auch beim Saisonfinale in der Wüste zum zweiten Mal im Cockpit des ohnehin scheidenden Grosjean sitzen wird oder dafür Schumacher nicht naheliegender wäre, ließ sich Günther Steiner eine Hintertürchen offen.

"Wir haben das noch nicht besprochen", sagte der Haas-Teamchef bei Motorsport-Total.com. So oder so hängt eine personelle Entscheidung von Grosjeans Gesundheitszustand ab, der indes alles daran setzt, ungeachtet seiner Brandverletzungen an den Händen einen würdigen Saison-Abgang hinzulegen. 

"Im Moment warte ich ab, wie es Romain am Montag geht. Das habe ich so mit ihm vereinbart", so Steiner über seinen mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassenen Piloten. "Ich habe ihm gesagt, dass ich es voll unterstütze, wenn er sich mit einem Highlight verabschieden möchte."

Surer: Vorzeitiges Debüt in der Formel 1 schlecht

Das Gedankenspiel, ansonsten Schumacher vor dem angedachten März-Termin vorzeitig von der Leine zu lassen, hält Marc Surer nicht für sinnvoll: "Das ist eine schlechte Idee", meinte der frühere F1-Fahrer in einem Video-Interview auf der Homepage von Formel1.de.

"Unvorbereitet in ein Formel-1-Auto einzusteigen, in ein Auto, das er ja im Prinzip nicht kennt und das nicht besonders gut ist, das wäre ein Schock für ihn. Ich glaube, es ist viel besser, wenn er sich da optimal vorbereiten kann, die Testfahrten machen kann und dann nächstes Jahr anfängt", führt der Schweizer weiter aus.

Schumacher ist ohnehin clever genug, die Füße stillzuhalten, den Spagat zwischen Bescheiden-Bleiben und Sich-Anbieten diplomatisch zu lösen. "Es ist mein erstes Jahr, ich muss mich erst an viele Dinge gewöhnen, an die Formel 1 gewöhnen", sagt der Ferrari-Junior - und  betonte bei seiner Vorstellung als Haas-Neuzugang, "die Erwartungshaltung von außen muss gedämpft werden."

Gleichzeitig hält der 21-Jährige aber nicht komplett damit hinterm Berg, dass er sich geschmeichelt fühlt: "Es ist doch toll, wenn man als reif genug erachtet wird, dass man das könnte. Und ich glaube, das wäre ich. Es gibt ja drei Freie Trainings, in denen du Zeit hast zu lernen. Es wäre eine Herausforderung, aber ich denke, ich würde das Auto besser kennenlernen und wäre für nächstes Jahr noch besser vorbereitet."

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Ob "nur" Training oder darüber hinaus: Am dritten Adventwochenende in Abu Dhabi sind die Scheinwerfer auf jeden Fall auf Mick Schumacher gerichtet, wird er erstmals in offizieller Teamkleidung bei seinem neuen Arbeitgeber in Erscheinung treten.

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