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München und Imola - Der Regel-Zoff zwischen Aston Martin und der Formel 1 geht weiter. Mercedes springt dem Vettel-Team nun zur Seite, die Konkurrenz hat kein Verständnis.

Noch nicht einmal das zweite Saisonrennen ist gefahren und schon gibt es in der Formel 1 einen handfesten Streit.

Laut SPORT1-Informationen denkt Aston-Martin-Mitbesitzer Lawrence Stroll darüber nach, den Automobil-Weltverband FIA und/oder Rechteinhaber Liberty zu verklagen. Grund für die Überlegungen ist eine Regeländerung für dieses Jahr, durch welche die Aerodynamik im Bereich des hinteren Unterbodens und der Bremsbelüftung beschnitten wird und damit für weniger Abtrieb sorgt.

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Um diese Änderungen auszugleichen, setzen Mercedes und Aston Martin in dieser Saison auf einer flacheren Anstellwinkel (Imola-GP am So. ab 15 Uhr im SPORT1-Liveticker) .

Doch während die Auswirkungen bei den Silberpfeilen nicht allzu schlimm zu sein scheinen, immerhin hat Lewis Hamilton den Saisonauftakt in Bahrain gewonnen, kommt das Team von Sebastian Vettel damit so gar nicht zurecht und dümpelt im hinteren Mittelfeld herum. Weit unter den eigenen Ansprüchen.

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Sicherheitsbedenken von Pirelli

Hintergrund für die Regeländerung waren ursprünglich Sicherheitsbedenken von Reifenhersteller Pirelli. Weil dieser keine neuen Reifen konstruieren wollte, und die alten Pneus mit schnelleren Autos ein Sicherheitsrisiko dargestellt hätte, sollte es Änderungen am Unterboden geben.

Mitinhaber Stroll lässt das aber nicht gelten, weil die Italiener direkt nach der Verkündung der neuen Regeln erklärt hatten, neue Reifenkonstruktionen bringen zu wollen.

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Unterstützung erfährt Aston Martin im Streit mit den Verantwortlichen der Formel 1 nun von Mercedes-Motorspotchef Toto Wolff.

"Ich möchte nicht als x-facher Weltmeister sofort nach einem Foul rufen, wenn eine Regeländerung in Kraft tritt. Aber sie haben schon einen berechtigten Grund, so wie diese Regeländerung eingeführt wurde. Das hat zu einem klaren Nachteil für die Autos mit "Low Rake"-Konzept geführt. Aber wir haben dramatisch mehr verloren als im Vorjahr. Wenn du in Betracht ziehst, dass Aston Martin - eine gute und wichtige Marke - plötzlich nirgends ist, verstehe ich, dass sie auf der Palme sind", erklärte er bei Sky.

Marko kann Aston Martin nicht verstehen

Bei der Konkurrenz kommen die Aussagen von Aston Martin dagegen gar nicht gut an, sind für Red-Bull-Sportchef Helmut Marko sogar "völlig unverständlich".

Denn dass eine Regeländerung in der Königsklasse zu Ungunsten des dominierenden Teams geht, kennt man dort bereits aus der Vergangenheit.

"In den Jahren, in denen wir dominierten, gab es pro Saison zwei, drei Änderungen. Außerdem hat Racing Point (früherer Name von Aston Martin, Anm. d. Red.) den Änderungen zugestimmt. Ich kann die Argumente nicht nachvollziehen. Ich glaube, dass sich da weder auf juristischem Weg noch auf dem Gesprächsweg was ändern wird", ist sich der 77-Jährige sicher.

Anstatt zu jammern oder zu klagen empfiehlt Marko dem Team dagegen etwas völlig anderes: "Sie haben ja einen zweiten Mercedes. Da müssen sie eben schauen, dass sie ähnliche Adaptionen wie Mercedes vornehmen. Daran sieht man, dass auch der flache Anstellwinkel erfolgreich sein kann."

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