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München und Barcelona - Max Verstappen ist in Barcelona lange auf Siegkurs. Doch die riskante Red-Bull-Strategie geht nicht auf. Hamilton schlägt spät zu. Mick Schumacher überzeugt.

Hat ein taktischer Fehler Red Bull den Sieg beim Großen Preis von Spanien gekostet?

Am Ende musste sich Max Verstappen jedenfalls nur mit Platz zwei begnügen, nachdem Mercedes-Pilot Lewis Hamilton in Barcelona mit frischen Reifen am Niederländer vorbeigeflogen und zum Sieg gerast war. (Service: Fahrerwertung der Formel 1)

Mit dem 98. Triumph seiner Karriere und dem dritten Saisonerfolg baute der Rekordweltmeister im Mercedes seinen Vorsprung in der Fahrerwertung auf 14 Punkte aus.

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Hamilton, der zum 100. Mal von Startplatz eins begonnen hatte, zog in Barcelona mit seinem sechsten Triumph mit Rekordsieger Michael Schumacher gleich.

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Hamilton zieht mit Schumacher gleich

Zu verdanken hatte der Briten dem Sieg auch seinen klugen Strategen, die ihn auf Rang zwei liegend erneut in die Box holten. Red Bull hätte in den nächsten beiden Runden noch reagieren und Verstappen ebenfalls reinholen können, da der Vorsprung ausreichend war.

Doch die Österreicher entschieden sich dazu, Verstappen auf der Strecke zu lassen. Hamilton rauschte daraufhin mit großem Überschuss heran, während sein Kontrahent, der seinen 100. GP für Red Bull fuhr, große Mühe auf den heruntergefahrenen Reifen hatte.

"Ich fühle mich großartig", sagte Hamilton, "es war am Ende ein echtes Pokerspiel. Die Strategie hat sich ausgezahlt, das war eine tolle Leistung des ganzen Teams." Verstappen hatte das späte Überholmanöver des Engländers "kommen sehen", sagte der Niederländer: "Lewis hatte mit den neuen Reifen deutlich mehr Geschwindigkeit als wir. Ich konnte die Position nicht mehr halten."

Als schwachen Trost blieb dem Red-Bull-Piloten am Ende zumindest ein zusätzlicher Punkt für die schnellste Rennrunde.

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Bottas Dritter - Vettel ohne Punkte

Den dritten Platz belegte Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas, der das Tempo des Spitzenduos von Anfang an nicht ganz mitgehen konnte.

Sebastian Vettel verpasste im Aston Martin als 13. trotz Verbesserungen am Unterboden auch im vierten Saisonlauf die Punkte. Der viermalige Weltmeister gewann nach dem Start eine Position, fiel nach einem äußerst mäßigen ersten Boxenstopp aber zurück.

"Natürlich bin ich nicht zufrieden", sagte Vettel, "ziemlich genau da, wo wir ins Ziel gekommen sind, stehen wir momentan auch. Wir tun uns schwer, einen Schritt nach vorne zu machen."

Formel-1-Neuling Mick Schumacher machte erneut das Beste aus seinen Möglichkeiten. Der 22-Jährige gewann nach dem Start zwei Plätze, konnte diese aber nicht erfolgreich verteidigen. Das Duell mit seinem russischen Teamkollegen Nikita Masepin gewann der Deutsche aber erneut.

Verstappen gewinnt Start gegen Hamilton

An der Spitze blickte von Beginn an alles auf das Duell zwischen Hamilton und Verstappen. "Es ist so knapp, dass alles möglich ist", hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Qualifying gesagt: "Wer die Nase nach dem Start vorne hat, hat eine gute Chance."

Verstappen hatte am Start den ersten Schritt zum Sieg eigentlich gelegt. Hamilton startete solide, noch besser aber kam Verstappen abseits der Ideallinie von der Stelle. Der Niederländer bog neben Hamilton in die erste Kurve und fuhr die Ellbogen aus - mit einem harten, aber fairen Manöver übernahm Verstappen die Führung. 

Entscheidend absetzen konnte sich Verstappen zunächst aber nicht. Hamilton kam dem DRS-Fenster näher und profitierte in der achten von 66 Runden von einer Safety-Car-Phase. Den Neustart drei Umläufe später kontrollierte Verstappen mit dem Weltmeister am Heck aber gut. An der Reihenfolge änderte sich nichts.

Das bedeutete auch, das Hamiltons zuletzt schwächelnder Teamkollege Bottas zunächst nur Vierter war. Wolff sprach dem Finnen vor dem Rennen noch das Vertrauen aussprach ("Wir tauschen die Fahrer nicht unter dem Jahr"), zurückzahlen konnte er dieses aber kaum. 

Hamilton auf sich alleine gestellt

Hamilton war im Duell mit Verstappen auf sich alleine gestellt. Dabei schien er zwischenzeitlich im Nachteil.

Verstappen wechselte nach 24 Runden bei einem langsamen Stopp auf Medium-Reifen. Der erwartete, sofortige Konter Hamiltons blieb aber aus. Der Brite tauschte erst vier Runden später die Reifen, drückte dann aber massiv aufs Gas.  

Der auf rund sechs Sekunden gewachsene Rückstand schrumpfte im Eiltempo, Hamilton war zurück in der DRS-Zone und kämpfte im Windschatten Verstappens um die Führung. Er biss sich jedoch die Zähne aus, wechselte deshalb in Runde 43 erneut die Reifen und begann die finale Aufholjagd.

Während Hamilton Tempo machte, wuchsen bei Verstappen, der nun zur Ein-Stopp-Strategie gezwungen war, die Zweifel. Nachdem Bottas seinem Teamkollegen Platz zwei nicht ganz unfreiwillig überließ, tauchte der Engländer wenig später wieder in Verstappens Rückspiegel auf - und nutzte den Vorteil der frischeren Reifen zum lockeren Überholmanöver sechs Runden vor Schluss.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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