Nach Skandal-Attacke - Fenati ist seinen Job los
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München - Romano Fenati hat sich mit dem Griff in die Bremse seines Gegners die Karriere offenbar verbaut. Sein aktuelles Team wirft ihn raus, das kommende wohl auch.

Mit seinem Griff in die Bremse seines Konkurrenten Stefano Manzi sorgte Moto2-Pilot Romano Fenati am Wochenende für einen beispiellosen Skandal - nun spürt er die Konsequenzen.

Sein aktueller Rennstall Marinelli Snipers löste den Vertrag mit ihm mit sofortiger Wirkung auf. Auch der Motorrad-Hersteller MV Agusta, zu dem er in der kommenden Saison hätte wechseln sollen, will ihn verstoßen.

"Wir können jetzt bestätigen, dass das Marinelli Snipers Team den Vertrag mit Fahrer Romano Fenati beenden wird", heißt es in einer offiziellen Mitteilung von Marinelli Snipers. 

Grund für die Trennung sei Fenatis "unsportliches, gefährliches und beschädigendes" Verhalten. "Mit großem Bedauern müssen wir festhalten, dass sein unverantwortliches Verhalten das Leben eines anderen Piloten gefährdet hat. Das kann in keinem Fall entschuldigt werden", ließ das Team desweiteren verlauten. Am Tag zuvor hatte das Team sich zwar distanziert und entschuldigt, aber keine weiteren Konsequenzen angekündigt.

Vom Motorrad-Weltverband FIM wurde Fenati nur mit einer rätselhaft milden Strafe belegt und lediglich für zwei Rennen aus dem Verkehr gezogen.

Fenati vor unsicherer Zukunft

Fenati selbst äußerte sich am Montag erstmals und präsentierte sich reumütig. "Ich entschuldige mich bei der Sportwelt", ließ er mitteilen: "Heute morgen bin ich mit klarem Kopf aufgewacht und wünschte, es wäre alles nur ein böser Traum." Die Aktion sei "schändlich" gewesen, "ich war kein Mann. Ein Mann hätte das Rennen beendet, um anschließend zur Rennleitung zu gehen."

Seine Zukunft scheint sich der Zweite der letztjährigen Moto3-Weltmeisterschaft aber trotzdem verbaut zu haben: Denn auch sein ab 2019 laufender Deal mit Forward - dem Team von Manzi - dürfte hinfällig sein.

Wie MV-Augusta-Geschäftsführer Giovanni Castiglioni - der kommende Motorenpartner von Forward - in einem Instagram-Post bekannt gab, werde er alles dafür tun, dass Fenati auf keines seiner Motorräder steigen werde.

"Das war die schlimmste und traurigste Sache, die ich je in einem Motorradrennen gesehen habe. Echte Sportsmänner würden sich nie so benehmen. Wenn ich die Dorna wäre, würde ich ihn aus der Weltmeisterschaft ausschließen", machte der Geschäftsmann unmissverständlich deutlich.

Castiglioni kündigte an: "Was seinen Vertrag für eine zukünftige Position als Fahrer für MV Agusta in der Moto2 betrifft, werde ich alles tun, um das zu verhindern. Es wird nicht passieren. Er repräsentiert nicht die Werte, für die unser Unternehmen steht."

Forward wechselt für 2019 von Suter-Maschinen auf Rahmen aus dem Hause MV Augusta.

Crutchlow: "Er hat ein ernstes Problem"

Fenatis aktuelles Team hatte sich bereit zuvor für Fenatis Verhalten ("Das ist unverzeihlich") entschuldigt, die Sperre akzeptiert und weiterer Konsequenzen angekündigt. Dieses Vorhaben setzte es nun in aller Schärfe in die Tat um.

Der britische MotoGP-Pilot Cal Crutchlow hatte diese zuvor in aller Deutlichkeit gefordert. "Wenn sie ihn behalten, sind sie absolut dumm", sagte der 32-Jährige: "Das kann man nicht machen mit einem anderen Motorrad-Racer. Wir riskieren so schon unser Leben. Versteht mich nicht falsch: Ich kann hitzköpfig sein, jeder andere Fahrer kann hitzköpfig sein. Aber er hat ein ernstes Problem."

Fenati galt schon vorher als Problemkind: Im Jahr 2015 hatte Fenati für Aufsehen gesorgt, als er sich während des Warm-ups in Argentinien mit seinem Rivalen Niklas Ajo stritt, nach ihm trat und schlug - und am Ende dessen Motorrad abschaltete. Im Jahr darauf flog er nach einer Auseinandersetzung mit dem Crewchef aus dem Rennteam und der Akademie von Valentino Rossi.

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