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München - Beim NASCAR-Wochenende in Alabama kommt es zu einem widerlichen rassistischen Vorfall. Am Tag danach demonstrieren Kollegen des Opfers Unterstützung.

Der widerlichen Aktion in der amerikanischen Rennsportserie NASCAR folgte eine emotionale Geste.

Am Tag nachdem auf dem Talladega Superspeedway in Lincoln/Alabama in der Garage von Bubba Wallace eine Schlinge gefunden worden war, demonstrierten all seine Kollegen ihre Unterstützung für den einzigen schwarzen Fahrer in Serie.

Wallace fuhr dabei in seinem Chevrolet Camaro mit der Nummer 43 im Schritttempo. Das Auto wurde in einem Schweigemarsch begleitet von all seinen Konkurrenten und deren Teammitgliedern, angeführt vom aktuellen NASCAR-Cup-Champion Kyle Bush.

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Als Wallace schließlich aus seinem Auto stieg, wurde er offensichtlich von seinen Gefühlen übermannt und verbarg sein Gesicht auf dem Dach seines Fahrzeugs.

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Später nahm er seinen Mundschutz ab und sagte zu Fox Sports: "Sorry, dass ich keine Maske trage, aber ich wollte demjenigen, der das war, zeigen, dass mir keiner mein Lächeln nehmen kann."

Wallace von Gefühlen übermannt

Der hässliche Vorfall, der sich inmitten der Proteste gegen Rassismus ereignet hatte, hat allem Anschein nach einen geschichtlichen Hintergrund.

Vor allem in den Südstaaten wurden früher immer wieder Schwarze von Rassisten gelyncht und an Bäumen aufgehängt. Aktuell wurden in den USA ebenfalls einige erhängte schwarze Männer aufgefunden. Dabei wird zumindest in einigen Fällen die Theorie von Selbstmorden stark angezweifelt.

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NASCAR verurteilt Schlinge-Vorfall

"Wir sind wütend und empört und können nicht stark genug ausdrücken, wie ernst wir diesen abscheulichen Akt nehmen", hieß es in einem NASCAR-Statement: "Wir haben eine sofortige Untersuchung eingeleitet und werden alles unternehmen, um die verantwortliche Person oder die verantwortlichen Personen zu identifizieren und sie aus dem Sport zu entfernen."

In einer Erklärung des US-Bundesstaatsanwalts Jay Town in Alabama hieß es, dass das FBI und die Abteilung für Bürgerrechte des Justizministeriums daran arbeiten, festzustellen, ob Gesetze gebrochen wurden. "Unabhängig davon, ob Anklage erhoben werden kann, hat diese Art von Handlung keinen Platz in unserer Gesellschaft", hieß es in einer Erklärung.

Wallace (26) hatte zuletzt erfolgreich darauf gedrängt, dass die bei NASCAR-Fans beliebte, allerdings als Symbol für Sklaverei und Rassismus bekannte Konföderierten-Flagge bei Rennen verboten wird. NASCAR ist vor allem bei der weißen amerikanischen Mittel- und Unterschicht hochpopulär.

Rassismus immer wieder Thema bei NASCAR

Bereits 2015 hatten die Direktoren der Rennserie die Flagge nach dem Mord an neun schwarzen Amerikanern in einer Kirche in Charleston als ein "beleidigendes und entzweiendes" Symbol bezeichnet, diese aber nicht verboten. Angesichts der andauernden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA flammte die Diskussion wieder auf.

Die Südstaaten sind ein historisches Epizentrum der Rassenkonflikte in den USA. Auch in Alabama, wo am Montag das NASCAR-Rennen GEICO 500 ausgetragen wird, hatte der Ku-Klux-Klan einst mit gewalttätigen Angriffen gegen Schwarze und Bürgerrechtler für Schrecken gesorgt.

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