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Thierry Neuville ist mit den Leistungen der Sportkommissare nicht zufrieden
Thierry Neuville ist mit den Leistungen der Sportkommissare nicht zufrieden © LAT
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Nach Einsachätzung von Thierry Neuville benötigt die Rallye-WM einen permanenten Rennleiter: Von Seiten der FIA sieht man dafür aber keinen Bedarf

Hyundai-Pilot Thierry Neuville fordert die Einführung eines permanenten Rennleiters in der Rallye-WM (WRC), der bei allen Veranstaltungen im Einsatz ist und damit eine einheitliche Regelauslegung sicherstellen kann. "Wir brauchen eine Regeländerung. Es muss eine Person bei jeder Rallye vor Ort sein", sagt Neuville.

Der Belgier denkt an jemanden wie den im März verstorbenen Charlie Whiting, der diese Funktion viele Jahre in der Formel 1 ausgeübt hatte und von allen Beteiligten akzeptiert wurde. "Diese Person kann die Regeln immer gleich auslegen und hat einen besseren Blick darauf, was wir machen", sagt Neuville. "Aktuell ist es ziemlich frustrierend."

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Momentan sind bei jeder WM-Rallye drei wechselnde Sportkommissare im Einsatz. Zwei werden vom Automobil-Weltverband FIA bestimmt, einer vom nationalen Verband des ausrichtenden Landes. Diese hatten sich bei der Rallye Chile den Unmut von Neuville zugezogen.

Nominelle Zeit in Chile bringt Neuville auf die Palme

Bei der zweiten Wertungsprüfung war Neuville mit der roten Flagge gestoppt worden, weil er vom Starter in die WP geschickt worden war, obwohl diese noch nicht freigegeben und ein Vorausfahrzeug noch auf der Straße war.

Wie in solchen Fällen üblich, wurde Neuvilles Zeit von den Sportkommissaren festgelegt. Diese werteten ihn mit einem Rückstand von 6,6 Sekunden auf die Bestzeit von Ott Tänak (Toyota), was Neuville in Chile kopfschüttelnd zurückließ.

"Wie kommen sie auf diese Zeit?", hatte sich Neuville gefragt. "In der ersten Prüfung war ich 0,7 Sekunden langsamer als Tänak, in der dritten 0,7 Sekunden schneller. Und in Prüfung zwei entscheiden sie, dass ich 6,6 Sekunden verliere."

Verständnis bei der FIA, aber kein Handlungsdrang

Auf Seiten der FIA kann Rallye-Direktor Yves Matton Neuvilles Ärger auf der einen Seite nachvollziehen. "Eine nominelle Zeit wird nie perfekt sein", sagt der frühere Citroen-Teamchef. "Natürlich war Thierry nicht glücklich, aber zwei andere waren auch nicht glücklich, weil sie fanden, seine Zeit sei zu gut."

Explizit einen permanenten Rennleiter einzusetzen hält Matton aber nicht für nötig. Denn in der Praxis würde diese Rolle mehr oder weniger von Timo Rautiainen, dem früheren Beifahrer von Marcus Grönholm, eingenommen. Der Finne ist bei der Mehrzahl der WRC-Läufe als Sportkommissar im Einsatz und wurde unlängst von Matton befördert.

"Timo ist der neue sportliche Delegierte", sagt Matton. "Ich habe seine Aufgabenbeschreibung angepasst, damit er noch enger mit dem [lokalen] Rennleiter zusammenarbeiten kann. Er wird sich also um solche Dinge kümmern."

© Motorsport-Total.com

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