Anzeige

Wirbel um mögliches Basketball-Beben

Wirbel um mögliches Basketball-Beben

Eine mögliche Basketball-Revolution sorgt für Wirbel, Gerüchte um eine NBA Europa machen die Runde. Die Beteiligten reagieren.
Zalgiris Kaunas - FC Bayern München: Highlights | EuroLeague
. SPORT1
. SPORT1
von SPORT1

Steuert der europäische Basketball auf ein historisches Beben zu?

Wie die Marca berichtet, haben die NBA und der Basketball-Weltverband FIBA bereits Verhandlungen über die Gründung der NBA Europe, also der europäischen Version der besten Basketball-Liga der Welt, aufgenommen.

Konkret sollte das bedeuten, dass die Kontrolle der Europa-Liga in die Hände der NBA übergehen würde. Es wäre der fünfte Wettbewerb nach NBA, WNBA, Development League und NBA Africa.

Bei EuroLeague-Klubs herrscht Unzufriedenheit

Die Unzufriedenheit mehrerer EuroLeague-Klubs, die bereits den Abgang von CEO Jordi Bertomeu aus dem EuroLeague-Board beschlossen, soll laut Marca zur Beschleunigung der Gründungspläne der NBA Europe geführt haben.

Demnach habe NBA-Commissioner Adam Silver sogar einen Brief an Bertomeu geschrieben, um ihn über den Plan dieses neuen Wettbewerbs zu informieren.

Die EuroLeague dementierte das jedoch am Freitagabend: Es habe keinen Brief von Silver an Bertomeu gegeben, es handle sich bei dem Bericht um eine Falschmeldung.

Zwar bestätigten sowohl die NBA als auch die EuroLeague ein Treffen in Madrid, dabei sei jedoch „zu keinem Zeitpunkt die Gründung einer NBA-Division in Europa“ thematisiert worden. Es habe auch keine anderen Meetings mit diesem Inhalt gegeben.

Laut EuroLeague ging es bei dem Treffen mit FIBA und NBA im September lediglich darum, „sich über mögliche Bereiche der Zusammenarbeit zu verständigen und Synergien zu schaffen, um die Popularität von Basketball in Europa zu steigern“.

In einem Statement der NBA hieß es: „Im Zuge unserer fortlaufenden Zusammenarbeit mit beiden Interessenvertretern wurden wir kürzlich eingeladen, uns an Diskussionen zu beteiligen, wie wir zusammenarbeiten können, um Basketball in Europa weiter voranzubringen. Wir freuen uns darauf, künftig an weiteren Gesprächen teilzunehmen.“

Auf dem Weg zur einer NBA Europe gäbe es ohnehin einen großen Stolperstein: den Vertrag der EuroLeague Basketball mit IMG, einem der größten globalen Vermarkter von Sport, Mode und Medien, der noch drei Jahre läuft. Denn: Löst ein Team den Vertrag vorzeitig auf, droht eine Strafe von zehn Millionen Euro.

Nicht zum ersten Mal von europäischer NBA die Rede

Es ist nicht das erste Mal, dass von der Schaffung einer europäischen Sektion der NBA die Rede ist.

Bereits beim All-Star Game 2003 deutete der damalige NBA-Commissioner David Stern die Möglichkeit an, eine Allianz mit europäischen Teams zu gründen, die gegen NBA-Teams antreten könnten.

„Es gibt Gründe, ernsthaft darüber nachzudenken, Franchises in Europa zu gründen“, erklärte damals der inzwischen verstorbene Stern, der schon immer von einer NBA-Expansion geträumt hatte.

Und weiter: „Wir haben beschlossen, dass wir noch einmal darüber reden müssen. Nun sind weitere zehn Jahre vergangen und das gesamte Projekt nimmt Gestalt an.“

Jahrelanger Konflikt zwischen FIBA und EuroLeague

Auch wenn die Einführung einer NBA Europe aktuell kein Thema sein sollte, ist die Zukunft der EuroLeague ungewiss.

Schon seit Jahren besteht ein Konflikt um die Ausrichtung der europäischen Basketball-Wettbewerbe zwischen FIBA und EuroLeague. Einige Klubs sollen ihre Besorgnis über die wirtschaftliche Situation der EuroLeague zum Ausdruck gebracht haben.

Der Rückgang der Einnahmen und die Art und Weise, wie sie verteilt werden, sollen weitere Streitpunkte zwischen den Teams des Wettbewerbs sein.

MEHR DAZU