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Bayern-Boss wählt deutliche Worte nach Blamage - "Nicht genug Charakter"

Bayern-Boss reagiert auf Blamage

Die Basketballer des FC Bayern scheitern erneut überraschend im Pokal-Halbfinale. Ein Verantwortlicher der Münchner findet nach der geplatzten Titel-Chance klare Worte.
Seit dem Paukenschlag um das Pesic-Comeback beim FC Bayern warteten die Münchner auf einen Sieg. Nun platzte in der BBL der Knoten bei dominanten Sieg gegen Frankfurt.
Die Basketballer des FC Bayern scheitern erneut überraschend im Pokal-Halbfinale. Ein Verantwortlicher der Münchner findet nach der geplatzten Titel-Chance klare Worte.

Einen Tag nach dem völlig überraschenden Aus im BBL-Pokal gegen den späteren Champion Bamberg hat Dragan Tarlac, Sportdirektor des FC Bayern München Basketball, Stellung bezogen und deutliche Worte zur verpassten Titelchance gefunden.

„Es war klar eines unserer Saisonziele, den Pokal zu gewinnen. Deshalb sind wir natürlich sehr enttäuscht”, betonte der Serbe auf SPORT1-Nachfrage am Rande des Finals zwischen Alba Berlin und Bamberg (74:72). „Um die Saison bewerten zu können, müssen wir aber noch die Bundesliga abwarten.“

Tarlac verwies auf das Format des BBL-Pokals, der in einem Top-Four-Turnier entschieden wird. Alle Teams hätten dadurch die gleiche Chance: „Deswegen wird dieses Format auch niemals abgeschafft werden, auch nicht in der EuroLeague.“

Bayern-Boss: „Es kann wirklich jeder jeden schlagen“

Er fuhr fort: „Da spielen so viele Faktoren rein: frischere Beine, mehr Energie, größere Motivation. Es kann wirklich jeder jeden schlagen. Das mussten wir leider auch feststellen.“

Die Bayern führten am Samstag Mitte des vierten Viertels noch mit sieben Punkten, brauchten dann aber plötzlich zwei Dreier, um sich überhaupt in die Verlängerung zu retten. Dort musste sich der lange Zeit fahrige deutsche Meister mit 97:103 geschlagen geben.

„Wir waren vom Start des Spiels nicht bereit und nicht im Spiel“, bemängelte Tarlac nun. „Wir haben nicht genug Charakter gezeigt, speziell defensiven Charakter. Das hat uns ganz speziell in der Verlängerung gefehlt. Da 20 Punkte zu kassieren - das ist nicht unsere Defensive, die uns eigentlich auszeichnet.“

Bayern hat eigentlich genug „Gewinner-Mentalität“

Um ein Turnier zu gewinnen, bräuchte es „Gewinner-Mentalität“, ergänzte er. „Eigentlich haben wir genug davon. Eigentlich hätten unsere zwölf Spieler genug Qualität haben müssen, um den Pokal zu gewinnen.“

Von SPORT1 darauf angesprochen, warum es im Vergleich zur letzten Saison, als der haushohe Favorit im Pokal-Halbfinale an Weißenfels gescheitert war, keinen Lernprozess gegeben habe, entgegnete Tarlac: „Eigentlich sollte es immer einen Lernprozess geben, da stimme ich zu. Trotzdem spielen wir aktuell schon ganz anders und deutlich verbessert, seitdem wir den Trainerwechsel zu Coach Pesic vollzogen haben.“

Die Münchner hätten in der EuroLeague und in der BBL zuletzt „eine starke Phase“ gehabt, ergänzte der Verantwortliche und kündigte Analysen an. „Natürlich müssen wir auch die Leistung von Bamberg anerkennen. Aber: Wir wollten das Spiel bestimmen und den Rhythmus des Spiels vorgeben und das ist uns zu keiner Zeit gelungen.“

Titellose Saison für Bayerns Basketballer?

Im vergangenen Jahr verhinderte der FC Bayern mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft noch eine titellose Saison. Besonderen Druck verspürt Tarlac nach der erneuten Pokal-Enttäuschung aber nicht.

„Es wird nicht schwerer sein als in der letzten Saison. Da hatten wir eine ähnliche Situation“, meinte der Serbe. „Ich vertraue weiter in die Erfahrung und die Qualität unserer Spieler. Unser Fokus muss jetzt auf jedem Spiel sein, auch in der EuroLeague, wo wir kein Spiel abschenken werden.“

Auch wenn dort das Erreichen der Play-ins nur noch theoretisch möglich ist, wolle man alles versuchen: „Das ist unsere Mentalität und so werden wir es angehen.“