Wenn der Mr. Bundesliga, Europameister von 1992, Vizeeuropameister von 2005, Weltmeister von 2023 und Europameister von 2025 in einem Raum zusammenkommen, weiß man, dass etwas Besonders passiert.
Uli Hoeneß: "Wäre gut, solche Veranstaltungen auch im Fußball zu machen"
Dieser Abend ließ Hoeneß schwärmen
Genau das passierte bei der „Night of the Legends“, die der FC Bayern am Vorabend des Top Fours, bei dem am Wochenende der neue deutsche Pokalsieger gesucht wird, organisierte. Etliche Legenden des deutschen Basketballs kamen im GOP Varieté-Theater in München zusammen, um ihre Sportart zu zelebrieren. Und anders als am Tag danach, als Bayern im Rennen um den Pokal vorzeitig ausschied, löste die Veranstaltung bei den Münchenern beste Stimmung aus.
Unter anderem Rekordnationalspieler Patrick Femerling oder Nowitzki-Förderer Holger Geschwindner wurden für ihr Lebenswerk geehrt. Und allzu oft wurden gestandene Männer wieder zu Fans, grölten bei Videoaufnahmen aus ihrer aktiven Zeit oder neckten sich über Tische hinweg, wenn auch mal Szenen von bitteren Niederlagen gezeigt wurden.
Nicht nur bei den Basketball-Legenden sorgte das Event für Begeisterung. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß geriet während der Gala so richtig ins Schwärmen: „Es wäre gut, zwischendurch solche emotionalen Veranstaltungen auch im Fußball zu machen. Ich muss unseren Leuten hier ein großes Kompliment machen.“
Hainer will Basketball-Legenden mehr in den Fokus rücken
Ähnlich wie Hoeneß ging es auch Bayern-Präsident Herbert Hainer, der die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung klar herausstellte.
„Der FC Bayern Basketball fördert den deutschen Basketball enorm. Deshalb war das für uns eine Selbstverständlichkeit, wenn wir das Top Four hier haben, dass wir dann auch das Who’s who des deutschen Basketballs zusammenbringen“, sagte Hainer im Gespräch mit SPORT1 und ergänzte dann strahlend: „Ich glaube das ist uns gut gelungen, wenn ich mich hier so umgucke und sehe, wer alles da ist.“
Ihm sei es insgesamt sehr wichtig, verdiente Größen des Sports zu feiern: „Ich glaube, das macht der FC Bayern beispielhaft. Zum Beispiel im Fußball binden wir die Legenden ein, egal ob das ein Giovane Élber, Claudio Pizarro oder Roy Makaay sind. Genauso wollen wir das im Basketball machen.“
„Es gibt so viele Fans, die diese Legenden zwar nie haben spielen sehen, aber über die gelesen haben. Deswegen ist das eine sehr gute Gelegenheit, diese Leute noch mehr zum Basketball herzubringen und gemeinsam mit ihnen Werbung für den Basketball zu machen“, sagte Hainer weiter.
Zahlreiche Legenden werden emotional geehrt
Auf der Gala selbst wurde es dann gleich mehrfach emotional, als einige der größten deutschen Basketball-Ikonen auf der Bühne geehrt wurden.
Patrick Femerling (Rekordnationalspieler Herren), Martina Kehrenberg (Rekordnationalspielerin Damen) und Holger Geschwindner (für sein Lebenswerk) wurden gesondert geehrt.
Speziell bei Kehrenberg wurde es emotional. Nach der Laudatio ihrer ehemaligen Zimmerkollegin und Frauenbasketball-Ikone Marlies Askamp kam sie unter Tränen auf die Bühne.
Anschließend gab es vom gesamten Saal minutenlang Applaus, genauso wie übrigens bei allen Ehrungen des Abends.
Pesic und Hoeneß sorgen mit Anekdoten für Gelächter
Es wurden aber nicht nur Tränen verdrückt, sondern auch herzlich gelacht. Ganz speziell bei der Laudatio des ehemaligen Bayern-Geschäftsführers Marko Pesic für seinen ehemaligen Teamkollegen Patrick Femerling.
„Ich habe gemerkt, dass ich 50 Prozent der Dinge, die ich mit dieser Person erlebt habe, gar nicht erzählen darf“, begann Pesic unter großem Lachen im Saal seine Rede.
Anschließend enthüllte er zumindest eine Geschichte aus der gemeinsamen Zeit bei ALBA Berlin. Damals wohnte er mit Femerling und anderen Spielern in einem Haus in Berlin Moabit.
„Da gab es Party 24 Stunden lang“, erinnerte sich Pesic. Als der Verein darauf kam, dass sie ständig im Nachtleben unterwegs waren, „haben wir uns entschieden auf allen fünf Stockwerken immer Licht das Licht anzulassen, weil die immer vorbeigefahren sind, um zu kontrollieren, ob wir zu Hause sind. Wir waren aber nie zu Hause“, erzählte Pesic dem begeisterten Publikum.
Für große Begeisterung und Gelächter im Saal sorgte auch ein Bericht über eine weitere ehemalige Wohngemeinschaft, als Uli Hoeneß von seiner WG mit Paul Breitner erzählte: „Wir waren über zwei Jahre zusammen, bis er dann zu Bundeswehr musste.“
„Er hatte es ja nicht für möglich gehalten. An dem Tag als dann die Feldjäger kamen, hat er sich im Kohlenfeld versteckt. Aber irgendwann musste er dann doch gehen und danach hat er seine Frau geheiratet und dann war es mit unserer Zweisamkeit vorbei“, erinnerte sich Hoeneß.
Mumbru begeistert: „Bin stolz viele Legenden kennenzulernen“
Es war das einzige Mal am Abend, dass es auch mal um Fußball ging. Ansonsten stand der Abend ganz im Zeichen des deutschen Basketballs und seiner Legenden.
Das freute auch Bundestrainer Alex Mumbru, der sich im Gespräch mit SPORT1 begeistert zeigte: „Ich meine der Name sagt ja eigentlich schon alles: Night oft the Legends. Ich habe heute hier schon so viele Legenden des deutschen Basketballs getroffen. Solche Abende sind unglaublich wichtig. Ich bin stolz viele dieser Legenden heute kennenzulernen, die so viel für den deutschen Basketball getan haben.“
Ähnlich sah es auch sein Co-Trainer Alan Ibrahimagic: „Ich finde es sehr wichtig, dass die deutschen Basketball-Legenden gefeiert werden. Ich bin begeistert, welche Legenden alle hier sind.“
Ibrahimagic, der Mumbru nach dessen schwerer Krankheit bei der EM in leitender Rolle unterstützt hatte, stellte anschließend auch die Wichtigkeit der Legenden für die aktuelle Generation heraus.
„Die Legenden haben für die heutige Generation eine ganz große Rolle gespielt. Sie haben angefangen mit großen Erfolgen für den deutschen Basketball, haben den deutschen Basketball bekannt gemacht in der Welt und die neueren Legenden haben davon ganz klar profitiert“, sagte der 47-Jährige am SPORT1-Mikrofon.
Legenden wünschen sich Hall of Fame
Ein Thema trieb viele der Gäste zudem um: Der Wunsch nach einer Hall of Fame für den deutschen Basketball.
„Ich habe gerade mit dem Nationaltrainer gesprochen. Ich war in Spanien schon ein paar mal im Museum des Verbandes. Das ist wirklich der Wahnsinn. Da kam damals der Kurator und hat zu mir gesagt: Ich habe hier noch ein Trikot von dir aus der U16. Das ist schon cool“, erzählte der ehemalige Bayern-Star Jan Jagla im Gespräch mit SPORT1.
„Ich glaube, dass wir auch in Deutschland schon eine gute Historie haben, viele verdiente Spieler und einige Titel. Da gehört es dazu die Geschichte zu zelebrieren“, ergänzte der ehemalige Nationalspieler.
Und auch Alan Ibrahimagic könnte sich eine deutsche Ruhmeshalle gut vorstellen: „Das wäre sicher eine gute Idee.“
Gelingen weitere deutsche Erfolge, geht dieser Wunsch für die Größen des Basketballs vielleicht auch noch in Erfüllung.