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Der heimliche Bayern-Superstar

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Bayerns heimlicher Superstar

Der FC Bayern Basketball feiert in der EuroLeague einen wichtigen Heimerfolg. Einen großen Anteil daran hat Nationalspieler Nick Weiler-Babb, der immer unverzichtbarer wird.
Bayern Münchens Basketballer führen zwischenzeitlich mit 21 Punkten gegen AS Monaco. Am Ende müssen sie noch zittern. Die Pleitenserie in Europa ist nach einer dramatischen Schlussphase vorerst gestoppt
Moritz Thienen
Der FC Bayern Basketball feiert in der EuroLeague einen wichtigen Heimerfolg. Einen großen Anteil daran hat Nationalspieler Nick Weiler-Babb, der immer unverzichtbarer wird.

Was für ein Krimi-Sieg für den FC Bayern Basketball gegen die AS Monaco. Das Spiel entschied sich beim 95:94-Sieg erst in den letzten acht Sekunden. Zunächst traf Shabazz Napier den wichtigen Dreier zu Führung, dann legte Bayerns-Verteidigungsminister Nick Weiler-Babb den EuroLeague-Rekordscorer Mike James an die Kette und sorgte mit sensationeller Defense dafür, dass der gute Kumpel von NBA-Superstar Kevin Durant nicht mal einen Wurf abgab.

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„Mike James ist einer der besten Guards der Liga. In dieser Position zu sein, in dieser Situation als Verteidiger, ist unglaublich schwer, aber er hat es fantastisch gelöst. So ist Nick eben“, lobte Teamkollege Shabazz Napier den deutschen Nationalspieler bei MagentaSport.

Wie besonders diese Leistung war, wird deutlich, wenn man auf die zwei vorherigen Angriffe blickt. Zweimal schnappte sich James den Ball, zweimal wurde er eng von Weiler-Babb verteidigt und zweimal traf James schwere Würfe, die Monaco je in Führung brachten. Spätestens jetzt war der unglaublich von sich überzeugte EuroLeague-Rekordscorer angezündet und ließ Weiler-Babb mit einer gehörigen Portion Trash-Talk wissen, dass er ihn nicht stoppen könne.

Und so überraschte es nicht, dass sich James auch für den letzten Angriff Weiler-Babb für ein Duell herauspickte und das, obwohl Monaco eigentlich ein anderes Play laufen wollte. „Ich habe eigentlich ein Play für Tarpey aufgemalt, doch Mike entschied, es selbst regeln zu wollen“, erklärte Monaco-Trainer Vasilios Spanoulis, der sich nach dem Spiel sehr über seine Mannschaft ärgerte, auf der Pressekonferenz.

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Weiler-Babb? „Er ist der beste All-Round-Spieler in Deutschland“

In den meisten Fällen hätte James das Spiel, wie er es in seiner langen EuroLeague-Karriere schon so oft getan hatte, entschieden. Aber eben nicht gegen Weiler-Babb, der cool blieb, James abkochte und den Bayern den so wichtigen Heimsieg sicherte.

Es war die Krönung einer überragenden Partie des 29-Jährigen, der neben seiner starken Defensive mit drei Steals, auch 18 Punkte bei starken Quoten aus dem Feld (6/10) auflegte und zudem das Bayern-Spiel mit sechs Assists dirigierte. Zudem war deutlich zu spüren, wie wichtig Weiler-Babb für dieses Bayern-Team ist. Stand der deutsche Nationalspieler auf dem Feld, wirkte das Team deutlich ruhiger und besser organisiert.

„Wir konnten sehen, wie er das Spiel mit seiner Defensiven-Präsenz verändert. Immer wenn er in der ersten Halbzeit nicht auf dem Feld war, hatten wir Probleme. Sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive. Ich habe es schon oft gesagt: Er ist der beste All-Round-Spieler in Deutschland“, gab es deshalb auch nach dem Spiel ein Sonderlob von Trainer Gordon Herbert.

Weiler-Babb für Bayern nicht zu ersetzen

Wie wichtig der Point Guard für die Bayern ist, zeigte sich gerade in den letzten Wochen, als der FCBB auf seinen Spielgestalter verzichten musste.

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Knapp drei Wochen fehlte Weiler-Babb mit einer Daumenverletzung. Die magere Bilanz ohne den 29-Jährigen: Zwei EuroLeague-Spiele, zwei Niederlagen. Gerade die Art der Niederlagen erschreckte. Bei Real Madrid (76:88) und bei Olympiakos Piräus (69:112) hagelte es fette Klatschen. Zudem kassierten die Bayern in der BBL eine bittere 80:88-Niederlage bei ALBA Berlin.

Es zeigte sich, dass der oft eher unauffällig wirkende Weiler-Babb im Schatten der spektakulären Scorer Carsen Edwards (19,3 Punkte), Devin Booker (15,5) und Shabazz Napier (10,1) zu oft vergessen wird, wenn es um die Top-Stars der Bayern geht. Mit seiner Vielseitigkeit scheint er für den FCBB kaum ersetzbar.

Auffällig ist dabei, dass er nicht mehr nur den gewohnt großen Einfluss auf die Defensive der Bayern hat, sondern auch für die Offensive immer wichtiger wird. Schaut man auf Daten des Statistik-Portals Bbalytics.com erzielen die Bayern mit dem Guard in 100 Ballbesitzen 12,3 Punkte mehr als ohne ihn.

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Ist Weiler-Babb in neuer Rolle sogar der beste Münchener?

Als ordnende Hand ist der 29-Jährige hauptverantwortlich dafür, dass die Schützen um ihn glänzen können. Starke 4,9 Assists spielt Weiler-Babb im Schnitt und liegt damit deutlich über seinem Schnitt der vergangenen fünf Jahre von 2,6 (diese Saison mit eingerechnet).

Diese Steigerung liegt auch an seiner neuen Rolle. Bayern-Trainer Herbert funktionierte den deutschen Nationalspieler zum Vollzeit-Point-Guard um. Zuvor hatte er die Position aushilfsweise gespielt, kam meist aber als Shooting Guard oder sogar als Small Forward zum Einsatz. In seiner Zeit vor dem FC Bayern spielte er in Ludwigsburg sogar als Power Forward.

„Dieses Jahr ist eines der ersten Jahre, wo ich nur auf der Point-Guard-Position spiele, und das Spiel kontrolliere. Ich glaube, dass ich das auch am besten kann und es eine meiner großen Stärken ist. Dafür versuche ich den Ball so gut es geht zu verteilen. Ich mag es sehr meine Teamkollegen einzubinden“, erklärte Weiler-Babb schon im November nach dem Heimsieg gegen ALBA seine neue Rolle.

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Warum ihn Herbert eben genauso einsetzt, führte der Bayern-Trainer auf SPORT1-Nachfragewie folgt aus: „Er hat für uns letztes Jahr schon als Point Guard für die Nationalmannschaft gespielt. Da hat er mir schon gefallen. Er organisiert das Team sehr gut. Seine größte Qualität ist, dass er in der Offensive nicht überdreht und fast immer die richtigen Plays macht und zudem eine unglaubliche Präsenz in der Defensive ausstrahlt. Er ist unser bester Verteidiger und spielt aktuell einfach mit großem Selbstvertrauen.“

Wie gut diese Defensive ist, weiß spätestens jetzt auch EuroLeague-Superstar Mike James. Mit seiner zusätzlichen neuen Offensive-Gefahr mit 8,4 Punkten und 4,9 Assists, wird Nick Weiler-Babb aktuell immer mehr zum heimlichen Star beim FC Bayern Basketball.