24 Stunden nach der kalten Dusche haben die deutschen Basketballerinnen bei der Heim-WM die richtige Antwort gegeben und plötzlich wieder alle Chancen. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange, zum Auftakt von Spanien vorgeführt (53:83), schlug Japan in der Berliner Max-Schmeling-Halle am Samstagabend nach einem Auf und Ab letztlich klar 74:58 (34:29). Da Mali zuvor völlig überraschend Medaillenkandidat Spanien besiegt hatte (82:73), stehen nun alle vier Teams der Gruppe A bei drei Punkten – es kommt zum Showdown.
Basketball-WM: Deutschland schlägt nach Klatsche eindrucksvoll zurück
Starke Reaktion von Deutschland
Die Entscheidung über das Weiterkommen fällt in den beiden Parallelspielen am Montag, die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) trifft dann auf Mali (17.50 Uhr im LIVETICKER). Nur die Tabellenersten der Vorrunde ziehen direkt ins Viertelfinale ein, die Mannschaften auf den Plätzen zwei und drei müssen den Umweg über eine Qualifikationsrunde gehen, der Vierte scheidet aus. Von Platz eins bis vier ist für das DBB-Team noch alles möglich.
„Heute haben wir in der Verteidigung, von unserer Einstellung und vom Spirit her wesentlich besser gespielt. Mich freut es vor allem für die Mädels, weil ich weiß, wie gut sie spielen können“, freute sich Lange am Mikrofon von ProSieben MAXX. Frieda Bühner, die 19 Punkte sammelte und zur Spielerin des Spiels gewählt wurde, freute sich dort ebenfalls: „Es hat sich total gut angefühlt, vor allem weil wir gestern total frustriert waren. Wir haben heute gezeigt, wir gehören hier hin und es war eine Team-Leistung. Darauf bin ich immer stolz.“
Die Japanerinnen hatten am ersten Spieltag beim mühsamen Sieg über Mali Geschichte geschrieben. Die neun Dreier von Saki Hayashi und die 20 insgesamt waren jeweils WM-Rekorde, es galt für das deutsche Team, dem Gegner diese Stärke so gut wie möglich zu nehmen. Dass Spielmacherin Alexis Peterson wegen eines akuten Infekts für das wegweisende Duell ausfiel, war auch in dieser Hinsicht eine schlechte Nachricht.
Starkes Auftaktviertel gegen Japan
Alle seien nach dem Fehlstart „sehr frustriert und enttäuscht“ gewesen, sagte Lange bei MagentaTV, aber er habe „das Gefühl, dass die Mannschaft neuen Schwung hat.“ Entsprechend war laut Emily Bessoir die Marschroute: „Wir wollen attackieren. Wir wollen mit Energie rauskommen.“
Es gelang. Britta Daub ersetzte Peterson in der Startformation, auch WNBA-Profi Nyara Sabally (Toronto Tempo) begann. Und der Ball lief viel besser als am Vortag. Das deutsche Team ließ im ersten Viertel nur einen Dreier zu – und traf selbst fünf von acht Versuchen. Nach einem 14:0-Lauf hieß es 28:11, die Halle war voll da. Besonders Frieda Bühner, die gegen Spanien unglücklich agierte, glänzte in der Anfangsphase.
Vor den Augen von Männer-Bundestrainer Àlex Mumbrú, der Spanier saß am Spielfeldrand, spielte die DBB-Auswahl zunächst ihre Größenvorteile aus, dominierte bei den Rebounds. Doch im zweiten Viertel ging der Rhythmus völlig verloren, die Würfe fielen nicht mehr. Ganze sechs Punkte gelangen, Japan kam wieder ganz dicht heran.
Nach der Pause blieben die Probleme in der Offense bestehen, allerdings auch bei den besonders von der Dreierlinie ungewöhnlich schwachen Japanerinnen, gegen die es bei den Olympischen Spielen 2024 in der Vorrunde einen Sieg gegeben hatte. Nach einem Run mit guten Aktionen, vor allem in der Zone, und Leonie Fiebichs schwierigem ersten Treffer aus dem Feld wuchs der Vorsprung wieder an – vor dem Schlussviertel hieß es 58:39.
Das DBB-Team um die glänzend aufgelegten Bühner (19 Punkte) und Sabally (18) wackelte in der mit 8367 Fans ausverkauften Halle nicht, brachte den wichtigen Sieg sicher nach Hause. Nun folgt der erste Ruhetag im Turnier – dann der Showdown.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)