Frieda Bühner strahlte. In diesem Moment war das Debakel gegen Spanien vergessen. Mit 19 Punkten hatte die Basketball-Nationalspielerin Deutschland als Top-Scorerin zum wichtigen 74:58 (34:29)-Sieg im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Japan geführt. Und das nur 24 Stunden, nachdem sie beim 53:83 zum Auftakt gegen den Vize-Europameister selbst einen ganz bitteren Abend erlebt hatte.
Nach Japan-Sieg: Lobgesänge auf Bühner und Sabally
Nach Japan-Sieg: Lobgesänge auf Bühner und Sabally
„Ich bin einfach mit einem anderen Mindset reingegangen, habe das Spiel mehr auf mich zukommen lassen. Und war nicht ganz so angespannt“, sagte die WNBA-Spielerin von Portland Fire, die gegen die Spanierinnen am Freitag nur vier Punkte erzielt und zwei von sechs Feldwürfen getroffen hatte.
Kapitänin Marie Gülich, mit der Bühner nach dem Spanien-Spiel viel gesprochen hatte, war voll des Lobes: „Ich bin einfach richtig stolz auf sie. Gestern war ein tougher Tag. Und dass sie da so zurückkommt und heute so am Start ist, selbstbewusst ist und die Würfe nimmt, zeigt ihre mentale Stärke.“
Bundestrainer Olaf Lange zeigte sich derweil schwer beeindruckt von Nyara Sabally, die er ebenfalls in der WNBA als Assistent bei Toronto Tempo betreut. Die 26-Jährige, die gerade erst von einer Wadenverletzung zurückgekehrt ist, legte gegen Spanien in knapp 22 Minuten 18 Punkte auf. Schon gegen Spanien hatte sie 17 Minuten auf dem Feld gestanden.
„Ich war sehr überrascht, wie gut und wie lange Nyara spielen konnte. Ich habe sie ja in Toronto gecoacht über die letzten Monate. Und ‚back to back‘ hat sie bei uns nicht gespielt“, sagte Lange, der nach der Spanien-Partie überlegt hatte, sie eventuell gegen Japan zu schonen. Doch Sabally zog durch, dies sei „schon eine enorme Leistung von ihr“, so Lange, der anfügte: „Ich glaube, es hat auch viel damit zu tun, dass es Berlin ist.“ Die WM in ihrer Heimatstadt sei „eine spezielle Motivation.“
Am Montag (17.50 Uhr/ProSieben MAXX und MagentaTV) wartet im abschließenden Spiel der Gruppe A Mali auf die deutsche Mannschaft, während Japan parallel Spanien fordert. Dann kann der Gastgeber den Einzug in die Finalrunde perfekt machen. Da alle Teams jedoch einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto haben, ist vom Gruppensieg und damit der direkten Qualifikation für das Viertelfinale bis zum Ausscheiden noch alles möglich.