Von Eric Böhm
Galionsfigur sagt ab
Jetzt auch Durant: USA laufen Stars weg
München - Jetzt also auch die unverwüstliche Galionsfigur Kevin Durant.
Die USA haben in der Vorbereitung auf die Basketball-WM in Spanien (ab 30. August LIVE im TV auf SPORT1) den nächsten Tiefschlag kassiert. Kevin Durant erklärte sich nach einer Woche im Trainingscamp für "körperlich und mental ausgezehrt".
Vor allem der Zeitpunkt dieser Entscheidung überrascht. Denn der MVP der vergangenen NBA-Saison hatte nach dem Playoff-Aus seiner Oklahoma City Thunder vor gut zwei Monaten noch die Titelverteidigung mit dem US-Team als sein nächstes großes Ziel bezeichnet.
"Ich bin immer sehr stolz darauf, unser Land zu vertreten, aber ich brauche eine Pause. Nach den ersten Einheiten habe ich gemerkt, dass ich nicht die nötige Energie habe, um meiner Verantwortung gerecht zu werden", sagte Durant.
Angesichts der schweren Verletzung von Paul George (Bericht) und der folgenden Diskussion über die Abstellung der Superstars könnten aber auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben - wenngleich Teammanager Jerry Colangelo dies bestreitet.
Da die Teams eine Teilnahme offiziell nicht untersagen dürfen, liegt der Verdacht nahe, dass Druck auf Blake Griffin, LaMarcus Aldridge, Finals-MVP Kawhi Leonard oder nun Durant ausgeübt wurde, sich auszuklinken.
Der 25-jährige Durant war 2010 als wertvollster Spieler der WM in der Türkei oder 2012 bei Olympia in London immer mit Begeisterung dabei, obwohl er zuvor jeweils bittere Playoff-Niederlagen verdauen musste. Zudem hatte er nie größere Verletzungsprobleme.
Allerdings steht er nur noch zwei Jahre bei den Thunder unter Vertrag. Die Verantwortlichen zittern um ihr kleiner werdendes Meisterschaftsfenster.
Das Schicksal der Indiana Pacers - die ohne ihren Topscorer George wohl nur noch Mittelmaß darstellen - könnte auch Durant zum Umdenken bewogen haben.
Umgekehrt fliegt das Team USA auch ohne Durant als Goldfavorit nach Spanien.
Aber auch 2002 leitete eine Absagewelle das Ende der Dominanz ein. Ohne Kobe Bryant, Shaquille O'Neal und Kevin Garnett beendeten die Gastgeber das Turnier nach drei Pleiten auf dem historisch schlechten sechsten Platz.