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Darts: "Habe mir die Augen aus dem Kopf geweint"

Mentale Krise erschüttert Darts-Profi

Dimitri van den Bergh spricht erstmals offen über ein Jahr voller sportlicher und mentaler Herausforderungen. Nach einer bewussten Auszeit arbeitet er nun an seiner Rückkehr in den Darts-Spitzensport.
Dimitri Van den Bergh blickt auf das schwierigste Jahr seiner Karriere zurück
Dimitri Van den Bergh blickt auf das schwierigste Jahr seiner Karriere zurück
© IMAGO/Pro Sports Images
Dimitri van den Bergh spricht erstmals offen über ein Jahr voller sportlicher und mentaler Herausforderungen. Nach einer bewussten Auszeit arbeitet er nun an seiner Rückkehr in den Darts-Spitzensport.

Der belgische Dartspieler Dimitri Van den Bergh hat erstmals offen über sein emotionales Tief gesprochen und ein Jahr beschrieben, das ihn sportlich und mental an seine Grenzen brachte.

Im Podcast Tops & Tales von PDC-Schiedsrichter Huw Ware blickte der frühere World-Matchplay-Champion ausführlich auf die schwierigste Phase seiner Karriere zurück.

Für den „Dreammaker” ähnelte 2025 eher einem Albtraum. Van den Bergh schilderte, wie er über Monate hinweg in ein tiefes Formloch rutschte und zunehmend den Glauben an sich selbst verlor.

Van den Bergh in der Krise

„Ich habe immer noch mit mir selbst gekämpft. Aber es gab eine Phase, in der ich gegen mich gearbeitet habe“, erklärte der 29-Jährige. Die Belastung habe sich schleichend aufgebaut, bis er schließlich eine bewusste Entscheidung traf: „Ich musste weg – es wurde zu viel.“

Van den Bergh zog sich daraufhin für mehrere Wochen komplett vom Darts zurück, rührte seine Pfeile nicht an und versuchte, mental Abstand zu gewinnen. Ziel war ein Neustart bei der Weltmeisterschaft mit klarem Kopf und neuer Energie. Dieser Plan ging jedoch nicht auf.

Im Alexandra Palace schied der Belgier früh aus und unterlag dem Schotten Darren Beveridge deutlich mit 0:3. Die sportlichen Folgen waren spürbar. Van den Bergh rutschte in der Order of Merit auf Platz 25 ab und geriet damit erstmals ernsthaft in Gefahr, aus den Top 32 der Weltrangliste zu fallen.

„Ich habe mir die Augen aus dem Kopf geweint“

Besonders emotional erinnert sich van den Bergh an seinen Turnier-Rückzug 2025 in Rosmalen, der für ihn einen Wendepunkt markierte. „Ich habe mir die Augen aus dem Kopf geweint“, sagte er rückblickend. Trotz der starken Emotionen habe er Verantwortung übernommen und Turnierdirektor Keith Dicks persönlich über seine Entscheidung informiert.

Die Reaktion der PDC habe ihn tief bewegt. „Sie fragten sofort, ob alles in Ordnung sei, ob sie etwas tun könnten. Ich bekam so viel Unterstützung und Respekt“, sagte Van den Bergh.

Heute bewertet Van den Bergh diesen Schritt als notwendigen Neuanfang und nicht als Aufgeben. Er habe erkannt, dass der Spaß am Spiel verloren gegangen war: „Darts war mehr Durchhalten als Genießen – und Darts muss Genuss sein.“

Inzwischen arbeitet der Belgier mit verändertem Lebensstil, bewussterer Ernährung und neuem mentalen Fokus an seinem Comeback.

Kurzfristig will er zurück in die Top 16 der Welt. Langfristig träumt er weiter von Major-Titeln und dem Gewinn der Weltmeisterschaft.