Emotionen pur! Schindler weint nach verpasstem Titel
Schindlers Darts-Märchen endet im Finale
Martin Schindler zieht als erster Deutscher bei einem Major-Turnier in ein Finale ein. Die Krönung bei der European Championship verpasst "The Wall" knapp. Nach dem Endspiel brechen aus der deutschen Nummer eins die Emotionen raus.
Nach dem historischen Kunststück hat Martin Schindler seinen ersten Major-Titel knapp verpasst. Der 30-Jährige, der als erster Deutscher überhaupt ein Finale bei einem großen PDC-Event erreichte, musste sich im Endspiel der European Championship Ross Smith mit 8:11 in den Legs geschlagen geben.
Vor Schindler hatten nur Max Hopp 2018 bei der EM und Gabriel Clemens bei der WM sowie den Players Championship Finals 2023 den Sprung ins Halbfinale eines Major-Turniers geschafft.
In der stimmungsvollen Westfalenhalle konnte Schindler im Finale nicht an seine vorigen Leistungen anknüpfen. Trotz der großen Unterstützung für den Deutschen setzte sich Smith, der nach der EM 2022 und den World Series Finals im September seinen dritten Majortitel gewann und in der Weltrangliste auf Platz sechs vorrückte, schnell ab.
Auf Siegkurs hatte der 37-Jährige aber plötzlich mit den Nerven zu kämpfen. Schindler verkürzte nochmal von 3:9 auf 6:9, doch die Aufholjagd kam zu spät.
Emotionaler Schindler trotz Final-Niederlage „sehr glücklich“
Nach der Final-Niederlage war Schindler sichtlich angefasst. Erst reckte er den Pokal für den zweiten Platz nach oben und lächelte ins Publikum. Dann, als Smith sein Siegerinterview gab, kullerten bei Schindler im Hintergrund sogar die Tränen.
Anschließend verriet der Strausberger mit brüchiger Stimme, dass er mit seinem Erfolg nie gerechnet habe: „Als ich vor zehn Jahren mit dem professionellen Darts angefangen habe, habe ich nichts erwartet. Jetzt war ich in einem Majorfinale.“ Er sei einfach nur „sehr, sehr glücklich“.
In der Vorschlussrunde hatte sich Schindler souverän mit 11:6 gegen Krzysztof Ratajski durchgesetzt, der zuvor überraschend Luke Littler aus dem Turnier geworfen hatte. Als der entscheidende Dart in der Doppel-5 landete, riss „The Wall“ die Arme hoch und ließ sich vom Publikum feiern. Schon während der Partie schallten immer wieder „Martin Schindler, Olé“-Gesänge durch die Arena.
Nachdem sich Ratajski sein erstes Anwurfleg souverän gesichert hatte, drehte Schindler auf und spielte sich mit zwei Breaks in Serie – darunter ein 11-Darter – eine komfortable 4:1-Führung heraus.
Mit einem starken 121er-Highfinish auf dem Bullseye meldete sich der Pole kurzzeitig zurück, doch „The Wall“ bestätigte das Break und baute seinen Vorsprung in der Folge auf 8:2 aus.
Darts-EM: Schindler qualifiziert sich für den Grand Slam
Anschließend zeigte Schindler allerdings ein paar Schwächen auf die Doppel, der Pole verkürzte auf 6:9. Wirklich in Gefahr geriet Schindlers Erfolg aber nicht mehr. Der Strausberger fing sich schnell wieder, brachte seinen Vorsprung souverän ins Ziel und sicherte sich den ersten Finaleinzug.
Angenehmer Nebeneffekt: Nach Gabriel Clemens und Jan Schmidt hat sich Schindler durch den Einzug ins Endspiel für den Grand Slam of Darts (14.–22. November LIVE auf SPORT1) qualifiziert.
„The Wall“ hatte sich auf den letzten Drücker für das Turnier qualifiziert. Auf dem Weg ins Halbfinale setzte er sich gegen die Niederländer Wessel Nijman (6:5) und Jermaine Wattimena (10:4) durch, in der Runde der letzten acht folgte ein furioses 10:1 über den Waliser Jonny Clayton.
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Durch den Finaleinzug strich Schindler 80.000 Pfund ein. Damit ist „The Wall“ zurück in den Top 20 der Order of Merit. Vor der EM hatte Schindler in diesem Jahr nur wenige Erfolgserlebnisse eingefahren.