Für die Spieler ist sie nervig, für die Fans der Darts-WM besitzt sie schon Kult-Status. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)
Darts-WM: Der heimliche Liebling der Fans kehrt zurück - die Ally-Pally-Wespe
SIE fürchten die Darts-Stars
Die berühmte Wespe des Alexandra Palace (Alle Spiele der Darts-WM LIVE bei SPORT1) hat wieder zugeschlagen. Diesmal hat sie David Cameron in seinem Erstrundenmatch gegen Ritchie Edhouse (3:2) als „Opfer“ ausgemacht.
So setzte sie sich auf den Rücken und die linke Schulter des Kanadiers und fühlte sich dort sichtlich wohl. Die ständigen Wurfbewegungen des rechten Arms ließen sie ebenso kalt wie der anschließende Jubel von Cameron über seinen Sieg.
Viel mehr darf der 53-Jährige sich sogar bei der Wespe bedanken. Schließlich gewann er dank seines kleinen Freundes vier der letzten fünf Legs und machte so seinen Comeback-Sieg perfekt. (DATEN: Spielplan der Darts WM 2023)
Einen möglichen Zusammenhang sah er auch selbst. „Vielleicht ist es Glück, aber ich wusste nicht einmal, dass sie da war“, erklärte Cameron nach der Partie und ergänzte, „es war ziemlich lustig.“
Auch im Zweitrunden-Match von Florian Hempel gegen Luke Humphries (2:3) flog das Insekt auf die Bühne. „Ab und zu kam mal die Wespe vorbei. Die hat immer wieder versucht, sich auf meine Schulter zu setzen. Ich weiß nicht, ob sie mich gerade besonders mochte. Luke musste auch kurz mit ihr kämpfen“, berichtete der Deutsche bei SPORT1.
Wespe verhindert Neun-Darter von van Duijvenbode
Die Ally-Pally-Wespe war schon in der Vergangenheit nicht immer so beliebt bei den Spielern. So störte sie bereits Stars wie Gary Anderson, Stephen Bunting, Jamie Lewis oder Ron Meulenkamp in ihrem Ablauf.
2022 hatte aber Dirk van Duijvenbode mit ihr zu kämpfen. Vor knapp einem Jahr fightete er sich gegen Ross Smith nach einem 0:3-Rückstand noch zum Sieg.
In der Partie hätte der Niederländer dabei fast einen Neun-Darter gespielt. Doch dieses perfekte Spiel wurde unterbunden - von der Wespe.
Irritiert von dem Insekt warf er nur 40 Punkte und verlor sogar noch das Leg. „Als die Wespe weg war, war ich abgekühlt. Also dachte ich ‚Pump dich auf‘, das Publikum war dabei und mein Herz pumpte wieder, aber dann warf ich einfach einen schlechten Score“, schilderte er nach seinem 4:3-Sieg. (DATEN: Alle Ergebnisse der Darts WM 2023)
Suljovic als „Wespen-Flüsterer“
Auch Mensur Suljovic dürfte sich noch an sein erstes Aufeinandertreffen mit dem kleinen Tier erinnern, denn schließlich wurde er von ihr bei seinem ersten Spiel bei der Darts-WM 2017 begrüßt.
Dabei entpuppte er sich im Match gegen Kevin Painter sogar als „Wespen-Flüsterer“, wie die österreichische Webseite Laola1 später titulierte.
Nachdem die Wespe erst Painter gehörig störte, landete sie wenig später auf der Brust von Suljovic. „Sie meinten, ich soll sie wegmachen, aber ich meinte: ‚Nein, das kann ich nicht, da tu ich ihr weh‘“, erläuterte er nach seinem 3:0-Erfolg im SPORT1-Interview.
Der Österreicher entschied sich stattdessen für einen anderen Weg; „Ich habe sie dann leicht angeschoben, dann ist sie weggeflogen und ich habe ihr noch einen Kuss hinterhergeschickt.“
Ally-Pally-Wespe stört auch Snooker-Spieler
Doch nicht nur die Darts-Profis besucht die Wespe, sondern auch im Snooker sorgte sie 2018 für Furore.
Beim Masters ärgerte sie Shaun Murphy. Sie verfolgte ihn rund um den Tisch, ehe sich der Snooker-Spieler mit seinem Queue zur Wehr setzte.
Danach fand er drastische Worte für den ungebetenen Gast. „Ich habe eine Heidenangst vor Wespen! Wer hat die nicht? Wozu sind sie da? Warum sind sie hier?“, kritisierte er und ergänzte: „In diesem Gebäude gibt es wilde Tiere, die vielleicht nicht hier sein sollten, also würde Likörfarbe nicht schaden. Mit ein bisschen Geld könnte man es abdichten. Wir sollten nicht zulassen, dass solche Dinge eine Ablenkung für den Hallensport darstellen.“
Diese Worte stoßen aber auf taube Ohren. Kein Wunder: Schließlich ist die Ally-Pally-Wespe längst zum Kult geworden.