Am Montag betrat ein „Rising Star“ – so steht es im offiziellen WM-Heft der PDC – die große Bühne des Alexandra Palace: Ein gewisser Charlie Manby gab sein Debüt bei der Darts-Weltmeisterschaft – und lieferte prompt ab.
Darts-WM: Englands nächstes Supertalent
Englands nächstes Talent liefert ab
Manby warf in einem denkwürdigen Erstrundenmatch die Nummer 26 der Welt, Cameron Menzies, mit einem 3:2-Sieg aus dem Turnier und feierte seinen überraschenden Triumph ausgelassen – während sein Gegner einen Wutausbruch auf der Bühne hinlegte und sich die Hand blutig schlug.
Gerade einmal 20 Jahre alt ist der junge Engländer, der schon vor seinem WM-Debüt für besondere Schlagzeilen gesorgt hatte. Als Vierter der Development Tour, der Nachwuchsserie der PDC, qualifizierte sich Manby für die WM. Lediglich knapp 800 Pfund Preisgeld fehlten ihm für eine Tour Card.
Dabei machte er mit sensationellen Leistungen auf sich aufmerksam. Eine stach besonders heraus: Im Februar 2025 warf er auf der Development Tour einen Drei-Dart-Average von 130,70 Punkten.
Rekord-Average „kompletter Wahnsinn“
„Das ist wirklich kompletter Wahnsinn. Das zeigt, dass er in der Lage ist, diese hohen Averages zu spielen, auch wenn dieses Ausnahmespiel über eine kurze Distanz zustande gekommen ist“, ordnete SPORT1-Experte Philip Brzezinski Manbys Performance beim 4:0-Erfolg gegen Patrick Williams ein.
Im Zeitraum von 2018 an, seit die Statistiken via DartConnect auf der Nachwuchs-Tour detailliert erfasst werden, bedeutet der Schnitt von über 130 Punkten einen Rekord auf diesem Level.
„Selbst nachdem ich das Spiel gewonnen hatte, habe ich es nicht wirklich realisiert, bis alles in den sozialen Medien explodierte. Das ist eine erstaunliche Leistung, auf die ich sehr stolz bin“, gab Manby im Anschluss bei Express Sport zu Protokoll.
Manby übertrumpft Littler auf der Development Tour
Luke Littlers persönlicher Höchstwert auf der Development Tour beträgt 115,22 Punkte. Brzezinski erklärt bei SPORT1 jedoch: „Ein Vergleich mit Littler wäre ein bisschen vermessen, wir reden über einen Weltmeister und mehrmaligen Major-Sieger. Nichtsdestotrotz ist Manby ein Spieler, der es eher früher als später auf die ProTour schaffen wird.“
Dass Manby schon gestandene Profis fordern kann, hat er auf dem Floor unter Beweis gestellt. Über die Development Tour erspielte er sich dreimal die Möglichkeit, auf der ProTour zu starten.
„Auch bei Players-Championship-Turnieren hat er aufhorchen lassen und unter anderem Andrew Gilding – mit einem Average von 106 Punkten – und Rob Cross geschlagen“, schilderte Brzezinski.
Im Oktober schrammte Manby sogar knapp an einem Coup gegen Littler vorbei. Der Engländer unterlag im Viertelfinale der Junioren-Weltmeisterschaft mit 5:6 und vergab dabei einen Matchdart.
Die Chancen des Youngsters, sich im Januar in der Q-School durchzusetzen, stehen gut. „Ihn zeichnen Powerscoring und ein schneller Rhythmus aus – wie generell die junge Generation“, charakterisierte der Master of Ceremonies der PDC Europe Manbys Spielstil.
Nun sammelt Manby aber erst einmal Erfahrungen auf der größten Darts-Bühne der Welt. Nach seinem turbulenten Auftaktsieg gegen Menzies, bei dem er einen Average von 90,62 Punkten auflegte, wartet in der nächsten Runde entweder der Kanadier Matt Campbell oder der US-Amerikaner Adam Sevada.