Dass Deutschland über reichlich gute Eishockey-Spieler verfügt, hat der vergangene Mai wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Die Nationalmannschaft gewann bei der Weltmeisterschaft unter der Leitung von Bundestrainer Harold Kreis sensationell Silber - und dabei fehlte in Leon Draisaitl sogar der aktuell beste Deutsche.
Deutschlands beinahe unbekannter Eishockey-Champion
Deutscher wiederholt Meister-Coup
In den USA reift ein weiterer künftiger Kandidat für das DEB-Team heran: Lukas Kälble. Wichtigste Eigenschaft: Der 25-Jährige kann Titel!
Mit den Florida Everblades gewann der Verteidiger jüngst zum zweiten Mal in Folge den Kelly Cup, die Meisterschaft in der ECHL, einer nordamerikanischen Profi-Liga neben der NHL.
Kälble träumt von der NHL
Die ECHL war bis 2003 unter der Bezeichnung „East Coast Hockey League“ bekannt und übernahm in dem Jahr die „West Coast Hockey League“. Da seitdem auch Teams aus dem Westen Nordamerikas in der Liga spielen, firmiert sie nur noch unter der Abkürzung ECHL.
Dort machen immer wieder begabte Akteure auf sich aufmerksam, die den Sprung in die NHL oder europäische Top-Ligen schaffen wollen.
Diese Hoffnung hat auch Kälble. „Mein großer Traum neben der NHL wäre, einmal für die Adler zu spielen“, betonte der gebürtige Mannheimer vor gut einem Jahr.
Der ehemalige Juniorennationalspieler wagte 2016, nachdem er von der U16 an die Jugendmannschaften der Adler durchlaufen hatte, den Sprung über den großen Teich. Er probierte sein Glück über das College-Eishockey.
Zweimaliger ECHL-Meister mit den Everblades
Vier Jahre lang lief er während des Studiums in Business Administration für die Lake Superior State University in der NCAA auf, ehe es ihn für eine Saison an die Clarkson University verschlug. Schließlich heuerte er in der Saison 2021/22 bei den Everblades an - und wurde mit dem Team aus Florida direkt Meister.
Dieses Kunststück wiederholte die ECHL-Franchise dieses Jahr. Als elftbeste Mannschaft der Hauptrunde spielten sich die Everblades in den Playoffs bis ins Finale, wo der krasse Außenseiter die an Nummer eins gesetzten Idaho Steelheads mit 4:0 bezwang.
Kälble verbuchte in den K.o.-Spielen vier Vorlagen, in 63 Hauptrundenpartien waren es vier Tore und 26 Assists.
Auf den Spuren von Sturm, Michaelis und Tiffels
Und kommende Saison? Sollte sich der Zwei-Wege-Verteidiger erfolgreich für einen NHL-Vertrag beworben haben, würde er auf prominenten Spuren wandeln.
Auch Nationalspieler wie Nico Sturm, Marc Michaelis oder Frederik Tiffels schafften über den NCAA-Weg den Sprung in die beste Eishockey-Liga der Welt.
Auf dieser Bühne könnte sich Kälble auch für den DEB ins Rampenlicht spielen. Verstärkungen kann der Vize-Weltmeister immer gebrauchen.