Deutschland büßt größte Stärke ein

Deutschland büßt größte Stärke ein

Gegen Finnland muss Deutschland die zweite Niederlage in Folge bei der Eishockey-WM hinnehmen. Eine große Stärke des DEB-Teams geht gegen den Weltmeister verloren.
Die zweite Niederlage in Folge - doch das DEB-Team bleibt selbstbewusst. Dominik Kahun könnte einen Impuls für die stockende Offensive setzen.
"Kopfsache" - DEB-Team feilt für Gruppenfinale an der Offensive
02:33
Lisa Obst
von SPORT1
am 30. Mai

Kampfgeist, Einsatz, Teamplay - gegen Finnland zeigte das deutsche Team alles, warum die DEB-Auswahl ein gewichtiges Wörtchen im Kampf um die K.o.-Runde mitreden kann. (Alles zur Eishockey-WM)

Aber ausgerechnet seine größte Stärke konnte das Team von Bundestrainer Toni Söderholm gegen den Weltmeister nicht ausspielen - seine Effizienz!

Vor dem Spiel gegen die Skandinavier hatte Deutschland 133 Schüsse auf das gegnerische Tor abgegeben - das macht rund 33 Schüsse pro Spiel. Davon fanden insgesamt 19 Schüsse den Weg ins Tor. Damit lag die deutsche Auswahl mit einer Schusseffizienz von 14,29 Prozent auf Rang eins in dieser Statistik.

DEB ohne Rezept gegen Finnlands Defensive

Von dieser Effizienz war gegen den Titelverteidiger aber nichts mehr zu spüren. Von den 13 abgegebenen Schüssen fand nur einer seinen Weg ins Tor. Damit kamen Korbinian Holzer und Co. mit 7,7 Prozent Schusseffizienz gerade einmal auf die Hälfte des Werts vor dem Spiel.

Anteil an diesem schwachen Wert hat natürlich auch die geringe Anzahl von Schüssen, die auf das Tor kam. 13 Torschüsse liegen sogar noch weit unter der Hälfte des Durchschnittswerts vor dem Spiel. Ein Umstand, der vor allem an der ungewohnten Defensivleistung des Gegners lag.

"Finnland hat ein ziemlich passives Forechecking. Wir haben darüber gesprochen, aber auf dem Eis ist das anders", konstatierte Leon Gawanke nach dem Spiel bei SPORT1 und erklärte weiter: " Wir mussten den Puck immer wieder reinchippen. Da standen immer viele Spieler vor dem Tor. Das war nicht leicht."

Trotz der Pleite gegen Finnland, zeigen sich die DEB-Spieler optimistisch für das kommende Spiel gegen die USA.
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Trotz Niederlage: DEB-Profis optimistisch

Auch John-Jason Peterka machte vor allem die Abwehrarbeit der Finnen für die Niederlage verantwortlich. "Wir haben versucht, Leute freizuspielen, aber die Finnen haben das defensiv unglaublich gut gespielt. Selbst die Schüsse sind selten durchgekommen, weil sie gut geblockt haben."

USA überzeugen ebenfalls in der Defensive

Dies könnte dem deutschen Team gegen die USA wieder passieren. Im vorletzten Gruppenspiel kämpft die DEB-Auswahl gegen die US-Amerikaner erneut um den Einzug ins Viertelfinale.

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Allerdings überzeugen die US-Amerikaner bislang ebenfalls mit einer starken Defensive. Nur sechs Tore mussten die USA bislang hinnehmen. Das liegt auch an US-Goalkeeper Cal Petersen, der mit der überragenden Fangquote von 93,94 Prozent zu überzeugen weiß.

Es wird daher wohl ein echter Härtetest - aber nur wenn Deutschland zurück zu seiner früheren Effektivität findet, ist der Einzug ins Viertelfinale möglich.

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