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FIFA: TimKalation: "Quittenmarmelade – Die beliebteste (FIFA-)Marmelade der Welt"

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FIFA: TimKalation: "Quittenmarmelade – Die beliebteste (FIFA-)Marmelade der Welt"

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FIFA: TimKalation Kolumne #26

FIFA: TimKalation Kolumne #26

Dass die aktuelle Ausgabe von FIFA einige Probleme hat, wissen wir alle. Eines, das in letzter Zeit aber immer größer geworden ist, sind frühzeitige Spielabbrüche. Tim hat sich dazu einige Gedanke gemacht.
TimKalation über die Zukunft zu FIFA 22
TimKalation über die Zukunft zu FIFA 22
© TimKalation / EA Sports / SPORT1

Quittenmarmelade – Die beliebteste Marmelade der Welt

Zumindest bei allen, die unserem geliebten FIFA frönen. Wieso Marmelade? Jetzt hat er endgültig den Verstand verloren, könnte man meinen. Okay, eventuell ist das auch so, aber manch einer mag diese famose Analogie erkannt haben: Es geht mir um das völlig außer Kontrolle geratene Quitten in FIFA.

In der Qualifikation für die Finals, in den Finals selbst, in Rivals, bei den Aufgaben in den Friendlies; egal wo gegen den Ball getreten wird, beenden unsere Gegner die Partie vor Ablauf der 90 Minuten.

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Ist doch gut, könnte man meinen. Am Anfang von FIFA war es auch so. Überraschend angenehm gönnte man sich Siege, wenn man selbst keinen besseren Rang mehr erreichen konnte. Man machte dem Gegner den Weg zum Tor frei, oder schoss bei eigenem Anstoß ein Eigentor und beendete, quittete die Partie. Sieg gegönnt, bei nächster Gelegenheit profitierte man selbst davon. Paradiesische Zustände in einer seit Jahren toxischer werdenden FIFA-Community. Vorbei.

Nicht nur sind gegönnte Siege eine absolute Seltenheit geworden, es wurden immer perfidere Methoden angewandt, um den Gegner zu ärgern: Anstoß, man weckt den Anschein man wolle einen Sieg gönnen; spielt den Ball zum eigenen Torwart, dreht sich zum Tor und… nein, der Ball wird nicht über die Linie gebracht.

Stattdessen mit voller Wucht über das Tor geschossen, oder einfach am Tor vorbei ins Aus gelaufen. Ecke, Pause, Quit. Und während man selbst fassungslos über so viel Bösartigkeit ist, freut man sich am anderen Ende der Leitung diebisch darüber, es der grausamen Welt mal wieder gezeigt zu haben.

Auch beliebt: Man bekommt kurz vor Ende der Partie einen Elfmeter und die Chance bei aktuellem Unentschieden noch zu gewinnen. Mitnichten. Man läuft gerade an, der eigene Spieler setzt zum Schuss an: Disconnect. Der Gegner hat das Spiel noch vor dem Treffer beendet. Nun hat er zwar verloren, man selbst aber nicht gewonnen. Das Spiel war völlig unnötig. 11 Spiel-Verträge und ca. 20 Minuten Lebenszeit verschwendet. Dafür eine weitere Portion Salz, die man schmeckt. Herrlich.

Die Varianten zu Quitten, um den Gegner maximal zu ärgern und eben nichts zu gönnen, sind so zahlreich wie die Sorten Donuts beim örtlichen Dunkin‘ - ich mache hier mal keine Werbung.

Aber warum? Wie ist es dazu gekommen und wieso macht man so etwas?

Es gab in der Zwischenzeit Anpassungen bei den Belohnungen für Siege und diese Staffelung lässt etwas weniger Spielraum für verschenkte Siege. Okay. Dazu kam auch ein umgreifender Mythos, dass man gebannt werden könne, wenn man Siege verschenkt. Naja. Aber es gibt weiterhin genügend Möglichkeiten Siege zu verschenken, weil man selbst fertig ist.

Wird aber kaum noch gemacht. Dafür extra salzig getriggert. Wieso? Ich kann nicht in die Seelen der vom Leben gepeinigten schauen. Warum sie FIFA und ihre Gegner als Ventil für aufgestauten Frust nutzen. Oder warum sie mangels Vertrautheit mit der Macht zumindest so böse wie ein Sith Lord sein möchten und ihr gewähltes Universum den Namen FIFA trägt. Oder weil sie vielleicht nach dem Motto „Wie Du mir, so ich Dir!“ leben.

Das ist tatsächlich mein vermuteter Grund. Es gibt immer Halunken. In jedem Spiel. Gab es schon im Sandkasten; Förmchen wegnehmen oder die Sandburg zertreten. Dann erlebt man solch einen Fiesling in FIFA. Zwei Mal, drei Mal und dann denkt sich manch einer; „dann gönne ich auch nicht mehr!“.

Und schon sind wir mittendrin im Dilemma. Mit jedem, der auf die dunkle Seite wechselt und nicht mehr gönnt, ärgern sich wiederum mehr andere und sehen auch nicht mehr ein, wieso sie noch freundlich sein sollen. Der Gedanke von „Rache“ nimmt überhand. Und so sorgt man am Ende selbst dafür, dass die Community immer mehr vergiftet. Dagegen hilft nur, dass man selbst unablässig weiter Siege verschenkt und so eventuell wieder andere motiviert, es ebenso zu tun.

Das scheint aber in FIFA 22 nicht mehr möglich zu sein. Zu sehr ist das Gegenteil verbreitet.

Abgesehen von der Art und Weise wie Spieler miteinander umgehen, gibt es aber auch noch die Funktionen oder Mechanismen des Spiels selbst. Übereinstimmender und korrekter Tenor der Community ist, dass es in anderen Spielen logisch und üblich ist, dass man einen Sieg bekommt, wenn der Gegner das Spiel verlässt. Und selbst wenn dies nicht so ist, erhält der quittende Spieler eine Strafe, die so wirkungsvoll ist, dass Hemmungen bestehen, das Spiel einfach zu verlassen.

Bei FIFA? Fehlanzeige.

Ja, der das Spiel Verlassende bekommt eine Niederlage. Aber das war es. Weitere Konsequenzen gibt es nicht. Der Dumme und leidtragende ist der andere Spieler. Das führt zu unzähligen Frustmomenten und belastet den Spieler mental.

Wenn man bedenkt, dass Videospiele eigentlich ein Unterhaltungsmedium sind und Spaß machen sollen, wird schnell klar, dass diese Situation ein Unding ist und EA SPORTS etwas dagegen unternehmen muss. Es wird aber nichts unternommen. Seit Jahren nicht.

Es gibt so viele Möglichkeiten das Erlebnis FIFA angenehmer zu gestalten und diese in der gesamten Industrie verbreitete Logik, dass man gewinnt, wenn der andere quasi aufgibt, wäre eine der Möglichkeiten. Aber nein; wird nicht angegangen.

Vielleicht auch Zuviel verlangt von einem Unternehmen, deren wöchentliche Fehleranzahl selten mit einer Hand gezählt werden kann.

Frustrierend ist es trotzdem. Aber das Kissen des Monopols ist eben bequem und ausbaden können wir Spieler es ja.

Vielleicht könnte der gemeinsame Frust über EA SPORTS die Spieler so zusammenschweißen, dass wir uns zumindest untereinander nicht ärgern.

Aber da bin ich wohl zu romantisch.

Herzliche Grüße Euer Tim

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