2017 war das Jahr, als Lee „Faker“ Sang-heyok das letzte Mal bei der League of Legends Weltmeisterschaft im Finale angetreten ist. Auf dem Weg zu seinem vierten Worlds-Titel stellte sich dem vermeintlichen LoL-GOAT einmal mehr Samsung Galaxy in den Weg, die T1, damals noch als SKT bekannt, ein Jahr zuvor in einem hart umkämpften Finale mit 3:2 besiegen konnte. Doch anstatt 2017 an den vergangenen Erfolg anzuknüpfen, kam es anders, als wohl alle Beteiligten vermutet hätten.
China ist raus! T1 & Faker zum fünften Mal im Finale der Worlds
Worlds 2022: T1 steht im Finale
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Anstatt sich ein Duell auf Augenhöhe zu liefern, machten die Spieler von SSG kurzen Prozess mit dem Rekordweltmeister und sicherten sich erstmals in der Geschichte der Organisation den Weltmeistertitel. Aufgrund von interner Umstrukturierungen sollte es auch der einzige bleiben - mittlerweile ist SSG, nach einem kurzen Gastspiel unter dem Namen KSV eSports, als GEN G bekannt und könnte am heutigen Sonntag gegen DRX nach 2017 zum zweiten Mal ins Finale der League of Legends World Championship einziehen. Hier bekommen es die Teams jedoch mit niemand geringeren als Faker höchstselbst zu tun.
T1 mit Startschwierigkeiten
Das mit Spannung erwartete Halbfinale begann zunächst mit einem großen Bummer für alle LCK- sowie T1-Fans. Obwohl das koreanische Team mit einem interessanten Draft aufwarten konnte, insbesondere Galio auf Faker sorgte für einige verwunderte Blicke, schafften es die Koreaner nicht, ihre volle Stärke auszuspielen und mussten sich JDG zunächst knapp aber schlussendlich deutlich geschlagen geben. Mid Laner Zeng „Yagao“ Qi und dessen Mitspieler sicherten sich ein Objective nach dem anderen und zwangen T1 so zu riskanten Spielzügen. Obwohl es den Koreanern gelang, sich zwischenzeitlich den Baron zu sichern, war es am Ende der Elder Drake, der dem dreifachen Weltmeister zum Verhängnis wurde. Mit einer 1:0-Führung für JDG ging es entsprechend in die erste Pause des Abends.
Ryze auf Faker, Zeus mit Yone
Obwohl mit Faker der wohl beste League-of-Legends-Spieler im Aufgebot von T1 steht, war es im Vorfeld das Duell der Top Laner, auf das sich Experten und Fans am meisten freuten. Bai „369″ Jia-Hao von JDG und Choi „Zeus“ Woo-je von T1 gelten hier gegenwärtig als die beiden besten Spieler in League of Legends. Während sich 369 in der ersten Runde auf Jax deutlich gegen seinen Kontrahenten durchsetzen konnte, markierte Zeus‘ Yone pick einen Wendepunkt im laufenden Duell der beiden Starspieler. Fortan sollte es sich der Koreaner nicht mehr nehmen lassen, seinen Konkurrenten dauerhaft unter Druck zu setzen - auch in Team Fights nicht. Obwohl 369 auf Malphite deutlich besseren Engage hinsichtlich Gruppenscharmützel hatte, schaffte es dieser nie vollständig, einen klaren Vorteil für JD Gaming herauszuspielen.
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Hinzukommt, dass Faker auf Ryze und dank dessen ultimativer Fähigkeit, dem Realmwarp, immer und überall für Unruhe in den Reihen des LPL-Vertreters sorgen konnte. Aber auch Lee „Gumayusi“ Min-hyeong sei hier zu erwähnen, der auf Lucian dermaßen viel Schaden anrichtete, dass sich JDG dazu genötigt sah, den AD Carry in der vierten Partie zu bannen. Nach 33 Minuten war der Spuk schlussendlich vorbei und T1 glich den Spielstand aus.
Ryze- & Lucian-Bann sowie ein übermächtiger Varus
Nachdem Gumyusi bereits in der zweiten Partie auf Lucian für immens hohen Schaden sorgte, war es die dritte Partie, in der dessen Einfluss deutlich zu spüren gewesen ist. Erneut bekam der Bot Laner den ADC in die Hände und sorgte für Kills ohne Ende. Aber auch in der Mid Lane drehte Faker ordentlich auf. Erneut auf Ryze sicherte sich der Koreaner einen Kill nach dem anderen, wusste aber den Realmwarp auch für Split Pushes sowie Objectives für sich zu nutzen. Zusammen mit Gumayusi kam Faker hier auf insgesamt 14 Kills.
Das sollte sich auch in der vierten und letzten Ansetzung des Abends nicht ändern, obwohl man auf Seiten von JDG auf den Dauerpick Lucian nun reagierte. Statt also auf Sennas besserer Hälfte zu agieren, wählte T1s Bot Laner kurzerhand Varus, was sich im Endeffekt als goldrichtig herausstellen sollte. Zusammen mit Ryu „Keria“ Min-seoks Renata Glasc schnitt der ADC durch die gegnerischen Reihen wie ein heißes Messer durch Butter. Daneben lieferte auch Mun „Oner“ Hyeon-jun auf Viego eine beispiellose Partie ab!
Das mit Abstand kürzeste Match ging nach nicht einmal 25 Minuten zu Ende, in dessen Verlauf sich die Koreaner Baron sowie Drake Soul sicherten, während JDG lediglich zwei Turrets einheimste. Entsprechend steht T1 nun verdientermaßen und zum insgesamt fünften Mal im großen Finale der League of Legends World Championship und trifft hier auf GEN G oder DRX.