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Magath verblüfft nach Entlassung

Magath verblüfft nach Entlassung

Marco Antwerpen wird nach nur fünf Spielen als Trainer von den Würzburger Kickers entlassen. Boss Felix Magath sorgt für Aufsehen.
Felix Magath ist "Head of Flyeralarm Global Soccer" des Investors
Felix Magath ist "Head of Flyeralarm Global Soccer" des Investors
© Imago
Reinhard Franke
von Reinhard Franke
09.11.2020 | 21:45 Uhr

Nach nur fünf Spielen als Cheftrainer von den Würzburger Kickers war es das schon wieder für Marco Antwerpen. Der 49-Jährige wurde nach der mageren Bilanz von nur einem Punkt in dieser Zeit nun entlassen.

Sein Nachfolger war schnell gefunden. Wie der Klub am Montagvormittag bekannt gab, wird Bernhard Trares, zuletzt Trainer bei Drittligist Waldhof Mannheim, den Zweitligisten übernehmen. Damit bestätigten sich entsprechende SPORT1-Informationen.

Trares erhält beim Tabellenschlusslicht einen Vertrag bis 2022. "Würzburg ist eine total reizvolle Aufgabe, auch wenn wir in der Tabelle nicht besonders dastehen", sagte Trares: "Es sind noch 27 Spiele, es ist alles möglich. Wir versuchen jetzt, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben. Deswegen fahren wir jetzt in ein Trainingslager."

Zudem betonte der neue Trainer seine Verbindung mit Magath. "Felix Magath war mein Trainer, er hat mitgeholfen, dass ich Pokalsieger werden durfte, weil er uns damals ins Finale geführt hat. Deswegen weiß ich, wie er denkt. Wir passen gut zusammen", so der Übungsleiter.

Antwerpen, der im Sommer mit Eintracht Braunschweig in die Zweite Liga aufgestiegen war, hatte das Traineramt beim Mitaufsteiger als Nachfolger von Michael Schiele erst Ende September übernommen. Er hat bei den Würzburgern noch ein gültiges Arbeitspapier bis Sommer 2022. 

"Die zweite Trainerwahl – ja, die ging in die Hose", sagte Felix Magath, "Head of Flyeralarm Global Soccer" des Investors und für sportliche Belange zuständig, in der Bild.

Magath verblüfft mit Aussage

Das Aus kommt wenig überraschend, obwohl Felix Magath am vergangenen Freitag nach der 1:4-Klatsche beim 1. FC Heidenheim noch erklärt hatte, Antwerpen könne "selbstverständlich" in Ruhe weiterarbeiten.

Auf diese Aussage angesprochen, antworte Magath am Freitag laut kicker: "Der Trainer kann weiter in Ruhe arbeiten - halt woanders. Wo ist das Problem?" Eine grenzwertige Aussage des langjährigen Bundesliga-Trainers, der auch gegen Antwerpen nachtrat. "Wenn ich viermal verloren und einmal Unentschieden gespielt hätte, hätte ich zu meinem Chef gesagt: Ich gehe lieber", meinte Magath.

Dass er sich selbst auf die Bank setzt, "war und ist kein Thema. Wir haben ja jetzt den Richtigen."

Eisiges Verhältnis zwischen Antwerpen und Team

Zum einen liegt die schnelle Trennung am sportlichen Misserfolg - wie SPORT1 erfuhr, liegt sie aber auch im eisigen Verhältnis zwischen Antwerpen und dem Team sowie dem Umfeld begründet.

Ein Insider berichtet, dass zwischen der Mannschaft und dem Trainer "nichts mehr ging". Vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum hatte Antwerpen die Führungsspieler Fabian Giefer, Ewerton und Douglas angezählt, die nun auch den Daumen gesenkt haben.

Trares überzeugt bei Waldhof Mannheim

Schon im Sommer war es nach dem Aufstieg mit Braunschweig zur überraschenden Trennung gekommen, nachdem sich die Verantwortlichen mit Antwerpen nicht auf eine Verlängerung des Vertrags einigen konnten.

Trares war bis zum Ende der zurückliegenden Spielzeit zwei Jahre Trainer in Mannheim und das überaus erfolgreich. Mit dem Klub spielte der gebürtige Bensheimer damals lange Zeit um den Aufstieg in die Zweite Liga mit. Zum Schluss führten Differenzen mit Sportdirektor Jochen Kientz zur Trennung.

Seine Laufbahn als Fußballlehrer begann Trares 2004 als Assistent von Reiner Maurer und später Walter Schachner bei 1860 München. In der Saison 2015/2016 war er beim Hamburger SV auch mal Co-Trainer von Bruno Labbadia.