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HSV-Wahnsinn nach Last-Second-Eigentor

HSV-Wahnsinn nach Last-Second-Eigentor

Der Hamburger SV verhindert im letzten Moment eine Blamage bei Erzgebirge Aue. Dirk Carlson mutiert zur tragischen Figur - und ist untröstlich. Schon vorher gibt es Slapstick wegen eines Flippertors.
Dank eines Doppelpacks von Robert Glatzel sicherte sich der Hamburger SV ein 2:2-Remis gegen den 1. FC Nürnberg.
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von SPORT1

Was für ein Wahnsinn - und was für ein Unglückrabe namens Carlson! (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Der Hamburger SV hat dank eines irren Eigentors mit der letzten Aktion in der 5. Minute der Nachspielzeit bei Ergebirge Aue noch ein 1:1 (0:1) erreicht und damit eine Blamage nur mit Ach und Krach abgewendet.

HSV: Irres Unentschieden in Aue dank Eigentor

„Ich weiß nicht, ob ich schon mal bitterer um einen Sieg gebracht worden bin. Wir haben das nicht verdient“, sagte Aues Abwehrspieler Sören Gonther bei Sky. HSV-Kapitän Sebastian Schonlau war ebenso unzufrieden: „Wir haben bei weitem nicht unser bestes Spiel gemacht. Es ist am Ende ein Punktgewinn.“

Der unfreiwillige Treffer von Dirk Carlson (90.+5) rettete das Unentschieden für die ganz schwachen Gäste, die 20 Minuten in Überzahl spielten. Antonio Jonjic hatte die weiterhin sieglosen Auer in Führung gebracht (23.).

Dass es noch zur Punkteteilung kam, glich dann einem tragischen Zufall - mit Carlson als Pechvogel in der Hauptrolle: Robert Glatzel hatte für die Hamburger in letzter Hoffnung auf etwas Zählbares auf den erst kurz zuvor eingewechselten Tommy Doyle im Strafraum abgelegt, der den Ball dann über Aues Keeper Martin Männel hinweghob, aber nur die Latte traf.

Bitter: Als Carlson den Ball danach wegzuköpfen versuchte, drückte er ihn kurios in die eigenen Maschen - und war hinterher untröstlich.

Der 23 Jahre alte Abwehrspieler war in Tränen aufgelöst und wirkte kurz vor dem Zusammenbruch, musste von Männel gestützt und getröstet werden.

Torhüter Martin Männel (Aue) musste Dirk Carlson nach seinem bitteren Eigentor gegen den HSV trösten
Torhüter Martin Männel (Aue) musste Dirk Carlson nach seinem bitteren Eigentor gegen den HSV trösten

Pechvogel Carlson bei Erzgebirge untröstlich

Die Ostdeutschen gaben unter Interimstrainer Marc Hensel zumindest vorübergehend den letzten Platz an den punktgleichen FC Ingolstadt (beide 4) ab, die Hamburger blieben zum dritten Mal nacheinander im Erzgebirgsstadion ohne Sieg. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Zur Erinnerung: 2020 hatte es ein 0:3 gesetzt, im Frühjahr ein 3:3 nach 2:0- und 3:1-Führung.

Vor mit 7750 Zuschauern ausverkauftem Haus war beim HSV Kapitän Schonlau nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre in die Innenverteidigung zurückgekehrt.

Die Gäste hatten viel Ballbesitz, konnten sich aber keine Torchancen erspielen und gerieten nach der ersten Slapstick-Einlage der Partie in Rückstand. Abwehrspieler Jonas David köpfte bei einem Klärungsversuch Jonjic an, von dessen Kopf wiederum der Ball dann in Flipper-Manier im Tor landete (23.).

Der Rückschlag zeigte Wirkung. Hamburg hatte fortan große Probleme mit den aggressiven Auern, erst in der Schlussphase der ersten Hälfte kamen Sonny Kittel (41.) und Glatzel (44.) zu Ausgleichschancen. Auf der anderen Seite fehlten Babacar Gueye Zentimeter zum 2:0 (45.+1).

Nach der Pause enttäuschte der HSV auf ganzer Linie. Die Wechsel von Trainer Tim Walter verpufften, Aue hatte kaum noch Schwierigkeiten, die Gäste vom Tor fernzuhalten. Auch nicht, als Hamburg nach der Roten Karte gegen Soufiane Messeguem (69.) in Überzahl spielte.

Nur der Blackout von Carlson brachte die Gastgeber schließlich um den Sieg. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

„Kurz vor Schluss haben wir so eine unglückliche Szene erlebt, da ist man natürlich erstmal frustriert“, meinte Männer bei Sky. „Aber wenn wir den Rest der 90 Minuten anschauen, gibt es viele Gründe, optimistisch in die nächsten Wochen zu gucken.“

Werder beendet Mini-Krise mit Sieg gegen Heidenheim

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder vor fast komplett besetzten Rängen beendete dagegen Werder Bremen seine Minikrise und besiegte nach zwei 0:5-Niederlagen den 1. FC Heidenheim mit 3:0 (0:0).

Nach dem Erfolg vor fast 30.000 Zuschauern im Weserstadion nahmen die Bremer mit 14 Punkten so auch wieder Kontakt zur Spitzengruppe auf.