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Mascarell tritt gegen Schalke nach

Mascarell tritt gegen Schalke nach

Omar Mascarells Zeit bei Schalke 04 ist nach drei Jahren vorbei. Der Mittelfeldspieler rechnet aber auch nach seinem Abschied noch einmal mit dem Verein ab.
Simon Terodde glänzt seit Jahren als absoluter Torjäger in der 2. Bundesliga. Beim Sieg von Schalke gegen Ingolstadt gelingt dem Stürmer ein ganz besonderes Tor.
. SPORT1
von SPORT1
14.10.2021 | 17:53 Uhr

Drei Jahre spielte Omar Mascarell beim FC Schalke 04, mittlerweile ist er wieder zurück in seiner Heimat Spanien beim FC Elche.

Doch ganz abgeschlossen hat er mit der Zeit in Gelsenkirchen noch nicht. Besonders in der vergangenen Saison fühlte sich der 28-Jährige oft unfair behandelt. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Denn: „Zu Beginn der vergangenen Saison hat der Verein mich ohne mein Wissen bei Hertha BSC angeboten. Michael Reschke (damals Technischer Direktor, Anm. d. Red.) hat dann nicht mir persönlich, sondern nur meinem Berater gesagt, dass man mich gerne nach Berlin verkaufen würde“, erzählte der Mittelfeldspieler im Gespräch mit Spox und Goal.

Mascarell wurde Kapitänsbinde genommen

Das habe sehr wehgetan, machte Mascarell deutlich und fügte hinzu: „Ich wollte nicht weg. Ich war zu dieser Zeit der Kapitän und hatte das Gefühl, dass es einfach falsch wäre, in so einer Phase abzuhauen. Ich habe ja auch viele Freunde in der Mannschaft und im Verein gefunden, die mir bis heute viel bedeuten. Warum also hätte ich gehen sollen?“

Aber damit nicht genug: Man habe ihm auch die Kapitänsbinde weggenommen, „ohne mich darüber zu informieren oder die Gründe dafür zu nennen“, so Mascarell. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Und weiter: „Ich war vom einen auf den anderen Tag raus, das war sehr bitter. Aber so funktioniert der Fußball leider oft. Es gibt sehr viele Egoisten, einige vertreten nur ihre eigenen Interessen und verfallen in Aktionismus – gerade dann, wenn es schlecht läuft. Hauptsache, es rollen Köpfe.“

Mascarell über Schalke: Hätte mir Loyalität gewünscht

Es habe einige Dinge gegeben, die besser hätten laufen können, stellte der Spanier klar.

„Ich war immer loyal und ehrlich zu Schalke. Ich hätte das sinkende Schiff mehrere Male verlassen können, wollte Schalke aber nicht im Stich lassen. Diese Loyalität hätte ich mir auch vom Verein gewünscht.“ (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Mascarell: Hatte Angst, vor die Tür zu gehen

Er sprach auch über die Nacht, als er und einige Teamkollegen von eigenen Fans attackiert und verfolgt wurden.

„Das war der Tiefpunkt, ja. Ich verstehe jeden Fan, der sich aufregt, wenn seine Mannschaft schlecht spielt. Ich habe, wie die gesamte Mannschaft, in der vergangenen Saison nicht auch nur im Ansatz meine Normalform erreicht“, meinte Mascarell: „Ich kann mit Beleidigungen und Vorwürfen leben, kein Problem. Aber wenn es so weit geht, dass du Angst um dein Leben hast und dich nicht einmal in deinen eigenen vier Wänden sicher fühlst - das sollte einfach nicht sein. Nach dieser Nacht hatte ich Angst, vor die Tür zu gehen.“

Trotzdem versucht Mascarell auch das Positive zu sehen: „Im Endeffekt hatte ich von drei Jahren auf Schalke nur ein richtig schlechtes, ich durfte mir meinen Traum von der Champions-League-Teilnahme erfüllen und die Kapitänsbinde tragen. Das werde ich nie vergessen.“