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Schalke tobt nach Witz-Elfer

Schalke tobt nach Witz-Elfer

Werder Bremen und Schalke 04 trennen sich im Top-Spiel mit einem Remis. Ein zweifelhafter Elfmeter rettet die Grün-Weißen spät. Zuvor trifft Simon Terodde zum Rekord.
Nach dem Rücktritt von Markus Anfang äußern sich die Werder-Fans zum Vorwurf der Impffälschung. Die Meinungen über den möglichen Eklat gehen auseinander.
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von SPORT1

Irre Schlussphase in Bremen!

Ein äußerst zweifelhafter Elfmeter in der Nachspielzeit hat die Grün-Weißen im Zweitliga-Topspiel gegen Schalke 04 gerettet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Niclas Füllkrug traf in der neunten Minute der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand, nachdem Simon Terodde durch sein Rekordtor die Schalker in Führung gebracht hatte.

Der 33-Jährige hatte in der 82. Minute per Kopfball seinen insgesamt 154. Zweitligatreffer erzielt und war damit zum alleinigen Zweitliga-Rekordschützen vor Dieter Schatzschneider avanciert.

Für mächtig Aufregung sorgte nach der Partie aber vor allem jener zweifelhafte Strafstoß aus der Nachspielzeit. Streitpunkt: Schalkes Henning Matriciani soll Roger Assalé gefoult haben.

Schiedsrichter Tobias Stieler hatte zunächst weiterlaufen lassen, nach VAR-Kontrolle aber nachträglich auf Elfmeter entschieden.

Knäbel: „Keine Berührung“

„Ich bin enttäuscht, wütend und sehr aufgebracht“, erklärte Sportvorstand Peter Knäbel bei SPORT1. „Wir fühlen uns schlichtweg betrogen. Es ist für mich kein Elfmeter-würdiges Foul. Es hat meiner Meinung nach keine Berührung stattgefunden. Es ist kein Elfmeter, da muss der Kölner Keller nicht einschreiten.“

Er spielte für fünf Clubs in der Bundesliga. Freiburg, HSV, VfB, Schalke und Hannover 96. Welchen Spieler suchen wir?
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Trikot-Bingo: Dieser Spieler ist gesucht

Noch heftiger drückte sich Marius Bülter aus, der am SPORT1-Mikrofon sagte, man fühle sich durch den Elfmeter „verarscht“.

Für Sportdirektor Rouven Schröder war es bei Sky gareine der krassesten Fehlentscheidungen, die ich je gesehen habe.“ (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Grammozis schießt gegen Stieler

Und Trainer Dimitrios Grammozis redete sich ebenfalls in Rage. „Das heute hat jeden Rahmen gesprengt. In jedem Spiel wird uns gesagt: respektvoll miteinander umgehen. Aber wenn sowas passiert, sollen wir die Ruhe bewahren. Das heute war zu viel. Der Elfmeter war eine absolute Frechheit, wie ich sie noch nie erlebt habe.“

Er ging Stieler an: „Er hat mir gesagt, dass der Spieler am Fuß getroffen wurde und es ein klarer Elfmeter sei. Vielleicht muss er den Schiedsrichter-Schein nochmal machen, das ist ja nicht normal. Er hat das FIFA-Wappen auf seinem Trikot drauf.“

Thon: „Nichts feststellen können“

Auch SPORT1-Experte Olaf Thon äußerte seine Zweifel über die Elfmeter-Entscheidung: „Wir haben uns die Szene fünfmal angesehen, wir konnten nichts sehen. Für uns ist das eine klare Fehlentscheidung. Es ist gut, dass sich alle erst mal in der Kabine sammeln, bevor man etwas sagt, das man hinterher bereut.“

Wenige Stunden vor dem Anpfiff hatt es indes eine andere Aufregung gegeben: Werder-Coach Markus Anfang war von seinem Amt zurückgetreten und kam damit einem Rauswurf zuvor.

Der 47-Jährige Anfang steht in dem dringenden Verdacht, ein gefälschtes Impfzertifikat benutzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Baumann: „Aufs Schärfste zu verurteilen“

„Es ist ein laufendes Verfahren, es gibt noch kein Ergebnis“, hatte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann vor der Partie bei SPORT1 gesagt. „Ich möchte keine Bewertungen zu diesem speziellen Fall geben. Aber in einer Pandemie-Zeit ist es auf das Schärfste zu verurteilen, wenn man ein solchen Impfpass fälschen würde.“

42.000 Zuschauer sahen im ausverkauften Weserstadion eine besonders in der ersten Halbzeit sehr rustikale Partie. Kampf war Trumpf, spielerische Lösungen waren selten.

„Es war in Nachhinein ein richtiger Scheiß-Tag“, erklärte Elfer-Schütze Füllkrug. „Es ist ein laufendes Verfahren, dazu sollte man sich nicht äußern. Für uns als Mannschaft war das schon ein herber Rückschlag nach den letzten guten Wochen.“

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Viele gut gemeinte Aktionen liefen ins Leere, beide Torhüter wurden weitgehend in Ruhe gelassen.

Dennoch wartete Bremens Co-Trainer Danijel Zenkovic, der anstelle von Anfang als Interimscoach auf der Werder-Bank saß, bis zur 64. Minute, ehe er den ersten Spielerwechsel vollzog.

Mit SID

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