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So kam es zu Zalazars Tränen

So kam es zu Zalazars Tränen

Rodrigo Zalazar konnte die Niederlage gegen Darmstadt nach Einwechslung nicht verhindern. Einer der Stars von Schalke 04 brach danach in Tränen aus.
Der FC Schalke 04 zieht im Verfolger-Duell gegen Darmstadt 98 den Kürzeren. Die dritte Pleite in Serie stellt einen bitteren Rückschlag dar - der Druck steigt.
Christopher Michel
Christopher Michel
von Christopher Michel

Rodrigo Zalazar ließ seinen Emotionen nach Abpfiff der Partie freien Lauf.

Auf der Bank sitzend vergrub er das Gesicht in die Hände und weinte hemmungslos. Der Uruguayer wollte nach seiner Einwechslung das Ruder noch herumreißen, am Ende stand ein 4:2 für Darmstadt 98 auf der Anzeigetafel.

Deshalb weinte Zalazar

22 Punkte bedeuten zwar Rang fünf, die Aufstiegsplätze liegen in Reichweite. Und doch läuft es bei Königsblau sportlich nicht rund. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Das nervt Zalazar, der zunächst auf Leihbasis mit Kaufpflicht von Eintracht Frankfurt nach Gelsenkirchen wechselte. Ähnlich wie Bayern-Star Joshua Kimmich ist er ein sehr ehrgeiziger, äußerst williger Mentalitätsspieler.

Als möglicher Bankdrücker bei den Hessen auf vereinzelte Einsatzminuten zu hoffen, war ihm SPORT1-Informationen zu wenig, er wollte sofort eine Schlüsselrolle wie zuvor beim FC St. Pauli (sechs Tore und sechs Vorlagen in 25 Zweitligaspielen) einnehmen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Der Schritt in den Ruhrpott war daher für ihn folgerichtig. Bei einer guten Entwicklung hat die Eintracht mit einer Rückkaufoption zwar weiterhin die Hand auf dem 22-Jährigen.

Doch Zalazar denkt nicht an seine Zukunft. Er identifiziert sich mit der Aufgabe auf Schalke und ärgert sich gewaltig, wenn die Mannschaft verliert. Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt kam es deshalb zum emotionalen Ausbruch.

Zalazar als Leadertyp auf Schalke

Zalazar gibt im Training alles und lässt in den 90 Minuten am Wochenende sein Herz auf dem Platz. Gegen Darmstadt kam er erstmals in dieser Saison von der Bank auf das Feld.

Zalazar hegt deshalb aber keinen Groll, er nimmt die Rolle als Leadertyp auf Schalke voll an und schiebt die Gruppe an. Natürlich sollte sich Trainer Dimitrios Grammozis nicht zu sehr auf einzelne Spieler verlassen, im Rennen um den Aufstieg benötigt Schalke jeden Mann.

Dennoch zählt Zalazar zu den Hoffnungsträgern. Die „Kampfsau“ im Mittelfeld muss zwar effektiver werden, mehr Tore und Vorlagen beitragen.

Doch er bringt das mit, was Vereinslegende Huub Stevens zuletzt bei SPORT1 sagte: „Auf dem Platz steht wieder ein Team mit vielen guten Charakteren. Vielleicht haben die Spieler nicht die Einzelqualität wie in den Jahren zuvor. Ich glaube aber, dass der Charakter der Mannschaft stimmt.“

Genau für diese Eigenschaft steht Zalazar – wie auch der Tränenausbruch beweist.

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