„Moin, Werder Bremen“ - diese drei Worte sorgten zum Ende der vergangenen Sommer-Transferperiode für vorsichtige Euphorie an der Weser.
Werder Bremen: Mitchell Weiser vom Hoffnungsträger zum Problemfall
Vom Hoffnungsträger zum Problemfall
Getippt bei Twitter von Mitchell Weiser, der kurz vorher einen Leihvertrag von einem Jahr bei den Bremern unterschrieben hatte. Ein gestandener Bundesligaspieler, mit 140 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse, war genau das, was die Werder-Fans sich für die Mission Wiederaufstieg erhofft hatten.
Sein Debüt im grün-weißen Trikot am sechsten Spieltag der 2. Bundesliga war dann gleich verheißungsvoll. Beim 3:0-Erfolg Werders in Ingolstadt erzielte der U21-Europameister von 2017 gleich seinen ersten Treffer. Doch mittlerweile ist die Begeisterung rund um Weiser passé - und sie ist Enttäuschung und Unverständnis gewichen.
Weiser mit Corona infiziert
Elf Partien in der 2. Bundesliga hat die Leihgabe von Bayer Leverkusen mittlerweile für Werder absolviert. Ein weiteres Tor ist für Weiser, der auf der rechten Seite flexibel einsetzbar ist, nicht mehr hinzugekommen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)
Nach schwächeren Leistungen - die sich nach der ersten Partie häuften - verlor Weiser seinen Stammplatz in Bremen. Am 10. Dezember stand er dann erstmals nicht im Kader. Der Grund: Der 27-Jährige hatte sich in Quarantäne begeben müssen und verpasste daher das Spiel bei Jahn Regensburg. Es war der Anfang eines großen Problems, welches die Bremer mit Weiser nun mit sich herumschleppten.
Es hat mit Weisers Impfstatus zu tun. Öffentlich wurde dieser weder vom Klub, noch von Weiser verkündet. Die Deichstube schreibt aber, es sei ein offenes Geheimnis, dass der Kicker ungeimpft sei. Dass er immer des Öfteren dann in Quarantäne musste, wenn ein Werder-Akteur positiv getestet wurde, verstärkt den Verdacht.
Nachdem Weiser bereits zweimal in Quarantäne musste, folgte kurz nach Weihnachten der nächste Schock: Am Montag wurde Weiser nun positiv auf das Coronavirus getestet.
War es das schon für Weiser bei Werder Bremen?
Bei Werder stellt die Infektion einen Dämpfer für alle Hoffnungen dar, welche die Verantwortlichen, der Trainer Ole Werner, seine Mitspieler und die Fans noch in das Leihgeschäft und in Weiser gesetzt hatten. Eine gute Vorbereitung für die Rückrunde ist für diesen nun nicht mehr möglich. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)
Weiser wird das Trainingslager im spanischen Murcia verpassen. Sogar ein Abbruch der Leihe ist nun wohl eine Option, die es zu bedenken gibt. Davon wollten die Werder-Verantwortlichen vor Kurzem aber noch nichts wissen.
„Tatsächlich ist es eine Herausforderung. Ich hätte ihn gern dauerhaft dabei, es ist aber nicht immer möglich gewesen. Bei dem ganzen Thema musst du als Trainer flexibel sein“, sagte Werder-Coacher Werner zuletzt über Weiser - und da war die Corona-Infektion noch gar nicht bekannt gewesen.
So langsam werden sie in Bremen realisieren, dass sich der vermeintliche Transfer-Coup wohl eher als großes Missverständnis entpuppen könnte. Und für Weiser scheint die Station in Bremen schon jetzt eine Sackgasse zu sein - die nächste.
Für Weiser geht es nun schon seit geraumer Zeit bergab. In Leverkusen hatte er in der vergangenen Spielzeit keine Rolle gespielt, Bremen sollte eine Chance für ihn sein - eine Chance, um sich zurück auf die Bühne der Bundesliga zu spielen.
Der Trend ist derzeit nicht Weisers Freund
Auf dieser hatte er zuvor bei Leverkusen und auch bei Hertha BSC durchaus überzeugt. Allerdings nicht derartig, wie es viele Fußball-Experten und -Fans zum Beginn seiner Karriere voraussagten. Denn eigentlich geht der Trend für Weiser seit dem Jahr 2015, in dem er über einige Monate Stammspieler beim FC Bayern war, immer weiter nach unten.
Im Sommer 2015 war Weiser ablösefrei nach Berlin gewechselt, drei Jahre später zahlte Bayer Leverkusen dann 12 Millionen Euro für ihn. Zwischenzeitlich war er sogar als Nationalspieler im Gespräch. Doch seine Karriere scheint entgegengesetzt zu den meisten anderen Fußball-Profis zu verlaufen. Von oben nach unten.
Nun ist Weiser in einem Tief angekommen. Die Frage ist, wie er aus diesem wieder herauskommt. Dass es ihm in Bremen gelingt, ist fraglich. Weisers Vertrag in Leverkusen läuft noch bis 2023, doch eine Rückkehr scheint ebenfalls ausgeschlossen. Der talentierte Kicker braucht einen Restart.