Hochspannung in Liga 2, in der die ersten Drei punktgleich sind und zwei von ihnen direkt aufeinandertreffen. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)
2. Bundesliga: Drei Mannschaften punktgleich an der Tabellenspitze - das gab es in der Vergangenheit schon öfters
Die größten Aufstiegsdramen
Im Top-Spiel (ab 19.30 Uhr LIVE im TV und Stream) empfängt der Dritte Werder Bremen den Überraschungstabellenführer Darmstadt 98. Zwischen ihnen lag jedenfalls noch vor Beginn des 27. Spieltags der FC St. Pauli – alle mit 48 Punkten. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)
Dahinter machen sich noch mindestens vier Teams ernsthaft Hoffnungen auf einen der drei begehrten Plätze: Nürnberg, Schalke und der HSV – alles gefühlte Bundesligisten – und Heidenheim. Wer den 1. FCH unterschätzt, der ist selbst schuld. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)
Punktgleiches Trio gab es schon 2017
Das Besondere an dieser Saison aber ist das punktgleiche Spitzentrio acht Spiele vor Schluss. Wer glaubt, das sei einmalig, muss sich eines Besseren belehren lassen.
So lange ist es noch gar nicht her, da ergab sich eine absolut identische Situation. In der Saison 2016/17 hatten der VfB Stuttgart, Eintracht Braunschweig und Union Berlin 50 Punkte, sie trennte sogar nur ein Tor. Dahinter lauerte Hannover 96 mit nur einen Zähler weniger – Langeweile an der Spitze gab es damals nur im Oberhaus.
Kleine Warnung für das aktuelle Führungstrio: von den Pionieren in 2017 stieg nur der VfB auf, Braunschweig scheiterte in der Relegation und Union fiel ganz raus – zugunsten von Hannover 96.
Wiederholt sich die Vergangenheit?
Drei punktgleiche Teams nach 26 Spieltagen, also acht Spiele vor Schluss, hat es in der eingleisigen 2. Liga zuvor nur dieses eine Mal gegeben. Allerdings kam das zu einem späteren Saisonzeitpunkt noch einmal vor, was umso bemerkenswerter ist.
1988/89 waren Fortuna Köln, Fortuna Düsseldorf und der FC Homburg mit je 43-27 Punkten am 35. Spieltag gleichauf. Damals gab es noch 38 Spieltage, für einen Sieg zwei Punkte und die Mauer stand noch ein paar Wochen.
Düsseldorf und Homburg schafften es direkt, aber der Tabellenführer nach 35 Spielen, Fortuna Köln, wurde noch von Saarbrücken überholt, das wiederum in der Relegation scheiterte.
In der Premierensaison 1981/82 gab es diese Situation irgendwie auch – jedenfalls wenn es keine Nachholspiele gegeben hätte. Dann wären die späteren Aufsteiger Hertha BSC und Schalke 04 mit Kickers Offenbach (Relegation) am 29. Spieltag punktgleich gewesen. So waren sie es nur nach Minuspunkten, die es damals gab, aber nie in der Realität.
Früher war die 2. Liga noch getrennt
Von 1974 bis 1981 war die 2. Liga geteilt in eine Nord- und eine Süd-Staffel. Beide Ligen hatten auch Präzedenzfälle in Sachen punktgleiches Trio aufzuweisen.
Im Norden lagen 1975/76 nach dem 26. Spieltag: Borussia Dortmund, TeBe Berlin und der VfL Osnabrück gleichauf, der Vierte (Schwarz-Weiß Essen) lag einen Zähler dahinter. Aber damals standen noch zwölf Spiele aus, der Vergleich hinkt etwas. TeBe stieg direkt auf, Dortmund unter Trainer Otto Rehhagel zog in den Entscheidungsspielen gegen den Süd-Zweiten Nürnberg nach.
In der 2. Liga Süd 1976/77 lag ein Trio aber nur fünf Spiele vor Schluss Nase an Nase, der VfB Stuttgart, 1860 München und Offenbach. Der VfB und die Münchner Löwen, in drei Entscheidungsspielen gegen Bielefeld, kamen durch.
Die größten Aufstiegsdramen
Ungeachtet der Prämisse, nach einem punktgleichen Trio zu suchen, gab es diverse legendäre Aufstiegsdramen.
Die größten:
1977/78 lag Arminia Bielefeld in der Nord-Staffel vor dem letzten Spieltag einen Punkt vor RW Essen, Fortuna Köln und Preußen Münster. Aus Vier mach zwei hieß die Devise, Arminia setzte sich durch, RWE nur halb, denn es verlor die Entscheidungsspiele gegen Nürnberg.
Das größte Drama der eingleisigen 2. Liga stieg am 9. Juni 1985, damals konnten vor dem letzten Spiel noch vier Teams aufsteigen: Hessen Kassel (49 Punkte), der 1. FC Nürnberg, Hannover 96 (je 48) und der 1. FC Saarbrücken (47).
Kassel fuhr als Tabellenführer zum Gipfeltreffen nach Nürnberg, verlor 0:2 und kehrte als Vierter zurück. Das ist bis heute einmalig. Seit dem 18. Spieltag hatten die Kasselaner auf einem Aufstiegsplatz gestanden, dann kamen die Jäger: 96 schlug die Hertha 2:0 und wurde Zweiter, stieg direkt auf, Saarbrücken (2:1 vs. Wattenscheid) über die Relegation ebenso.
Seitdem war die Entscheidung über die Aufsteiger nie mehr so lange offen geblieben.
37 Jahre später könnte es wieder so kommen.