Am Samstag kann Schalke 04 nach einem Jahr Zweite Liga wieder in die Bundesliga zurückkehren. Dafür muss am Samstagabend zuhause gegen St. Pauli (20.30 Uhr im LIVETICKER) gewonnen werden. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)
Zweit Liga, FC Schalke 04 - FC St. Pauli: Schalke-Legenden hoffen auf den Aufstieg
“Tausende strömten aufs Spielfeld”
Durch die Niederlage von Darmstadt 98 am Freitagabend bei Fortuna Düsseldorf können die Königsblauen bei einem Sieg nicht mehr von einem der beiden direkten Aufstiegslätze verdrängt werden. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)
Ein Blick zurück: Es war der 16. Juni 1991, als die Königsblauen diese Situation schon einmal erlebten und die Aufstiegschance nutzten.
Damals gewann das Team vor rund 70.000 Zuschauern im Parkstadion mit 1:0 gegen Darmstadt 98 durch ein Tor von Alexander Borodjuk in der 78. Minute.
Borodjuk: „Das ist Schalke“
„Wir hatten eine super Mannschaft, aber eigentlich haben wir den Aufstieg schon am 36. Spieltag gegen Fortuna Köln klar gemacht. Ich erzielte das zwischenzeitliche 1:1 und somit war der Aufstieg perfekt. Später erzielten wir den 2:1 Siegtreffer“, erinnert sich Borodjuk bei SPORT1.
„Schon fünf Minuten vor dem Abpfiff standen zahlreiche Schalke Fans am Spielfeldrand und als Schluss war, strömten tausende auf das Spielfeld. Als ich dann irgendwie den Weg in die Kabine fand, stand ich nur mit einer Hose und Socke da. Solche Erinnerungen und Emotionen vergisst man nie im Leben. Das ist Schalke.“
Auch der frühere Kult-Trainer Aleksandar Ristic, der in der Winterpause der Spielzeit 1990/1991 Peter Neururer bei S04 ablöste, denkt gerne an die Partie gegen die Lilien zurück.
„Ich erinnere mich natürlich an unser Spiel 1991 gegen Darmstadt. Die hatten damals eine starke Mannschaft. Schalke wäre aber auch mit Peter aufgestiegen“, sagt der 77-Jährige im Gespräch mit SPORT1. Stolz ergänzt er: „Unter meiner Leitung haben wir nur einmal verloren (1:2 zu Hause gegen Waldhof Mannheim, Anm. d. Red.).“
In Deutschland hatte der Bosnier seine erfolgreichste Zeit bei Fortuna Düsseldorf. Zwischen 1993 und 1995 schaffte er mit den Rheinländern den Durchmarsch von der Drittklassigkeit in die Bundesliga. Schon von 1987 bis 1990 trainierte Ristic die Fortuna. Deshalb hatte er bei den Fans den Spitznamen „König Aleks“ und erlangte Kultstatus.
Auch Borodjuk kann aufsteigen
Borodjuk ist aktuell Cheftrainer beim russischen Traditionsverein Torpedo Moskau und kann wie Schalke den Aufstieg schaffen. Torpedo belegt Platz 2 und hat alle Chancen in die russische Premier-Liga, vergleichbar mit der Bundesliga, aufzusteigen.
Der 59-Jährige drückt Schalke am Samstag für den Aufstieg fest die Daumen. „Ich hoffe sehr, dass es gelingt. Dieser Verein mit diesen fantastischen Fans gehört einfach in die Bundesliga. Glück auf.“
Ristic hat S04 auch weiter auf dem Radar. „In den vergangenen Jahren gab es viele Probleme auf Schalke, das tat mir immer leid. Das, was es in der Vergangenheit dort nicht gab, war Geduld und Konstanz“, meint er. „Gerade auf der Position des Torhüters und des Trainers herrschte viel Durcheinander. Da wurde einiges falsch gemacht. Ähnlich wie beim HSV, meinem anderen Ex-Klub.“
Ristic freut sich
Jetzt freue er sich einfach, „dass es auf Schalke wieder nach vorne geht und jetzt vielleicht sogar der Aufstieg gelingt. Das wäre eine super Sache. Oft kommen mehrere positive Dinge zusammen so wie aktuell der mögliche Aufstieg und das Jubiläum.“
Am Samstag jährt sich Schalkes UEFA-Pokal-Sieg zum 25. Mal. Die Eurofighter werden an dem Tag zusammenkommen und in der Veltins Arena das Spiel gegen die Kiezkicker gemeinsam anschauen.
Borodjuk findet nur positive Worte über das aktuelle Schalke. „Diese Mannschaft hat gelernt, dass man nur durch harte Arbeit und Leistung das große Ziel Aufstieg erreichen kann. Zudem ist der Kader sehr gut zusammengestellt.“
Dass Mike Büskens eine Schalke Legende ist, ist für Borodjuk nicht der Hauptgrund für den Erfolg. Trotzdem lobt er Büskens: „Er lebt Schalke und weiß, wie es klappt aufzusteigen.“
Darum musste Neururer gehen
Ristic erzählt über den Moment, als er Schalke übernahm. „Peter musste gehen, weil man schon einen Trainer für die Bundesliga gesucht hat. Die Bosse sagten mir ‚Aufsteigen werden wir mit jedem Trainer‘.“
Und weiter: „Man wusste, dass ich mit Fortuna aufgestiegen bin und den Klub danach in der Bundesliga gehalten habe. Ich hatte viel Erfahrung für solch eine Mission.
Doch er verrät, dass es nicht nur Applaus gab. „Nicht alle haben sich gefreut, als ich kam, weil Peter beliebt war. Schalke war aber nicht meine schönste Zeit als Trainer, die hatte ich bei Fortuna.“
Ristic war zu seiner Zeit als Trainer dafür bekannt, dass er Schiedsrichtern während eines Spiels Bonbons schenkte. Das ist bis heute so. Nur dass er heute keinen Referee mehr beschenkt. „Ich habe immer noch Bonbons dabei, aber nicht in der Jacke, sondern im Auto“, sagt er und lacht. „Wenn die Polizei mich sieht, gebe ich ihnen immer Bonbons, wenn sie mich erkennen und mit mir reden wollen.“
Zu verschenken hat Schalke nichts. Mit einem Dreier gegen St. Pauli will die Büskens-Elf den Aufstieg perfekt machen und den Startknopf für die XXL-Party drücken. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)