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2. Bundesliga: Was war das denn?! HSV blamiert sich mit kuriosem Slapstick-Eigentor!

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2. Bundesliga: Was war das denn?! HSV blamiert sich mit kuriosem Slapstick-Eigentor!

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HSV irre! Eigentor des Jahrhunderts?

Der HSV ist im Topspiel der 2. Bundesliga bei St. Pauli am Millerntor zu Gast. Daniel Heuer Fernandes unterläuft dabei ein verrücktes Eigentor.
6. April 2002: Dem damaligen Cottbus Torhüter Tomislav Piplica unterläuft das wahrscheinlich kurioseste Eigentor des Bundesliga-Geschichte. Doch war das Eigentor wirklich nur ein Blackout des Keepers?
Gabriel Skoro
Gabriel Skoro
von SPORT1

Wahnsinns-Patzer von Daniel Heuer Fernandes! Dem Torhüter des Hamburger SV unterlief beim 2:2 (0:2) im Stadtderby am Millerntor gegen den FC St. Pauli im Kampf um die Tabellenführung der 2. Bundesliga ein folgenschwerer Patzer.

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In der Entstehung des 0:2 in der 27. Minute, ebenfalls der Halbzeit-Stand, brachte sich der HSV selbst in arge Bedrängnis, der Keeper war das letzte Glied einer horrenden Fehlerkette. Doch was war passiert?

Heuer Fernandes produziert irres Eigentor

Der HSV hatte nach einer knappen halben Spielstunde einen Abstoß - und wollte den Ball per Kurzpass-Spiel hinten herausspielen. Weil Guilherme Ramos angelaufen wurde, passte er den Ball quer in den eigenen Fünfmeterraum und brachte Heuer Fernandes in Bedrängnis.

Selbiger erkannte die Gefahr und wollte den Ball am langen Pfosten wegdreschen. Während der 31-jährige Keeper allerdings zum Schuss ausholte, sprang der Ball auf dem holprigen Rasen hoch, klatschte an das Schienbein von Heuer Fernandes und er drosch den Klärungsversuch ins eigene Tor - Slapstick pur und eines der kuriosesten Eigentore der Geschichte!

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„Ich kriege den Ball, maximal unglücklich, in den Rücken und will noch klären, doch dann springt er auf und ich haue ihn rein. Sowas passiert im Fußball“, erklärte Heuer Fernandes die Situation aus seiner Sicht bei Sky: „Der Moment war natürlich sch****! Sowas brauchst du nicht.“

Die Reaktion der Mannschaft habe aber gezeigt, „dass wir uns von so etwas nicht unterkriegen lassen“, betonte der Pechvogel und hatte auch für den Hohn der St. Pauli-Fans bei jedem seiner folgenden Ballkontakte eine deutliche Antwort: „Das ist mir doch sch****egal. Ganz ehrlich! Wenn ich bei Ballbesitz ausgepfiffen werde, dann ist das vielleicht für ein paar Leute amüsant, ich hab‘s gehört natürlich, aber das ist Fußball und gehört dazu.“

Cheftrainer Tim Walter sah die Situation ebenfalls gelassen: „Das kommt bei den lustigsten Szenen und Highlights diesen Jahres mit Sicherheit mit rein - so ein Slapstick-Tor! Ich bin mit ihm ganz behutsam in der Pause umgegangen. Da braucht man nicht noch draufhauen.“

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt schimpfte über das Schiedsrichtergespann um Felix Zwayer und erklärte, der Treffer nicht hätte zählen dürfen! Beim Zuspiel hätten zwei St. Pauli-Spieler im Sechzehner gestanden: „Es gibt Regeln, die sind so, dafür haben wir Sie. Es wird, glaube ich, 27 Mal pro Spiel zurückgepfiffen. Trotzdem, spiel‘ den Ball woanders hin! Du hast gerade das 0:1 bekommen, beim Tabellenführer. Lös‘ es anders!“

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Völlig verkorkste HSV-Hälfte

Das Eigentor krönte einer völlig misslungenen ersten Halbzeit im Nordderby aus Sicht des HSV. Ex-Pauli-Profi und Sky-Experte Sören Gonther sagte: „Heuer Fernandes hätte wohl am liebsten ein Loch gebuddelt und wäre reingesprungen. Du kannst als Keeper dein Tor da nicht verlassen, um dich anzubieten.“

Bereits der erste Gegentreffer hatte es in sich. Jackson Irvine traf nach einer Ecke zum 1:0 (15.), doch dem Treffer war ein vermeintliches Foulspiel an Jonas Meffert vorausgegangen. Meffert war am Hals weggerissen worden, doch der VAR intervenierte nicht.

St. Pauli Cheftrainer Fabian Hürzeler konnte die Aufregung der Gäste nicht nachvollziehen: “Wenn das im Mittelfeld passiert, wird es niemals als Foul gewertet. Also keine klare Fehlentscheidung, ich verstehe die Aufregung nicht! Das ist ein Allerweltsmanöver, das passiert im Mittelfeld circa 50 Mal pro Spiel.”

Anderer Auffassung war sein Gegenüber: “Der Torschütze wird freigeblockt. Man muss ganz klar sagen: Er schubst ihn oben mit zwei Händen am Hals weg. Für mich ganz klar ein Foul”, so Walter.

Reaktionen im Netz überschlagen sich

Auf X rief das Eigentor eine Vielzahl an User-Reaktionen hervor. Ein User zog den Vergleich zu Weltfußballer Lionel Messi: “Sehr amtlich unter die Latte gehämmert, Respekt! Da können Messi & Co. aber einpacken.” Zugegeben, hatte der HSV-Schlussmann den Ball in bester Stürmermanier im Tor untergebracht.

“Der Fußballgott hat euch HSV-Fans zu sehr leidensfähigen Menschen gemacht”, vermeldete ein anderer User.

Dabei ist Heuer Fernandes eigentlich einer der besten Torhüter in der 2. Bundesliga: „Das peinlichste was ich als HSV-Fan seit Jahren sehen musste… Normalerweise ein klasse Torwart.”

HSV-Comeback! Doch Pauli bleibt Tabellenführer

Nach dem Schock zeigte der HSV allerdings große Moral! Durch Treffer von Robert Glatzel (58.) und Immanuel Pherai (60.) glichen die Gäste am Millterntor aus und rettete am Ende immerhin einen Punkt.

St. Pauli blieb durch das Unentschieden zwar auch im 15. Saisonspiel unbesiegt. Mit der anvisierten Stadtmeisterschaft, dem fünften Derby-Heimsieg hintereinander, wurde es für das Team von Trainer Fabian Hürzeler aber nichts.

Als Hürzeler gefragt wurde wie sich das Unentschieden anfühle, entgegnete er: “Schlecht! Ich finde, dass wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren. Es ist sehr enttäuschend.”

Der bislang chronisch auswärtsschwache HSV hingegen verhinderte am Freitagabend die vierte Niederlage auf fremdem Platz und dürfte aufgrund des Spielverlaufs mit dem Remis nicht unglücklich sein.

Während Pauli Tabellenführer bleibt, ändert sich auch an der Tabellenposition des HSV folgerichtig nichts: Als erstem Verfolger fehlen den Rothosen drei Punkte auf den Stadt-Konkurrenten.