Er überzeugte direkt mit guten Manieren und Höflichkeit. Bevor Adil Aouchiche am Dienstag vor die Mikrofone und Kameras der Medienvertreter hüpfte, schüttelte er erstmal jedem die Hand und stellte sich vor. Ein Fünkchen Nervosität merkte man ihm an – kein Wunder. Erst vor wenigen Stunden kam er in Gelsenkirchen an, stand gerade das erste Mal mit seinen neuen Kollegen auf dem Trainingsplatz.
Schalke-Neuzugang: "Wenn ich an Deutschland denke, denke ich an Dresden"
„Meine einzige Option war Schalke“
Der „Neue“ zu sein, ist für den zentralen Offensivspieler nicht ungewöhnlich. Schalke 04 ist bereits seine vierte Station – innerhalb von gerade einmal 13 Monaten. Mit seinen 23 Jahren hat er schon einiges gesehen, spielte sogar schon mit Topstars wie Neymar, Ángel di María oder Thiago Silva zusammen. Am Wochenende schließt sich für ihn ein magischer Kreis.
„Meine einzige Option war Schalke“
Schalke sei „einer der besten der Welt, ein Traditionsclub“. Dazu schwärmte er von einem „Top-Projekt, Top-Mitspielern“ und einem „wirklich guten Trainer“. Der ein oder andere würde Aouchiches Worte wohl als reine Fußballer-Floskeln deuten.
Doch dem Franzosen kauft man diese Worte ab. Er wirkte sehr informiert und interessiert an der 2. Liga, die er „sehr körperlich und intensiv“ einschätzt. Dass die Stadien immer voll wären und die Menschen den Fußball lieben, mache diese Herausforderung für ihn so attraktiv. „Meine einzige Option war Schalke“, fasste er zusammen.
Schalke-Neuzugang Aouchiche debütierte bei PSG unter Tuchel
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Karriere des einstigen Wunder-Teenies in den letzten Jahren ins Stocken geraten ist. Mit gerade einmal 17 Jahren und kurz nachdem er Torschützenkönig bei der U17-EM wurde, feierte er im Januar 2020 bei Paris Saint-Germain unter Thomas Tuchel sein Pflichtspieldebüt - an der Seite von Neymar, Julian Draxler, Marco Verratti, Thiago Silva, Ángel di María und Co.
Aufgrund der hohen Konkurrenz war Spielzeit Mangelware und so wechselte der Kandidat für den „Golden Boy“ im Sommer 2020 zum aktuellen französischen Zweitligisten AS Saint-Étienne.
Doch auch hier lief es nicht wie gewünscht und so ging es 2022 für ihn weiter zum FC Lorient. Ein Jahr später verpflichtete ihn der AFC Sunderland, der ihn in der Folge an den FC Portsmouth und nach Aberdeen (bis zuletzt) verlieh. Bei den Schotten kam er in dieser Spielzeit regelmäßig zum Einsatz, unter anderem in der Conference League.
Aouchiche vom Leistungsträger zum Reservisten – Schalke im Glück
Doch seit dem Aus von Trainer Jimmy Thelin Anfang Januar war er häufig nur noch Reservist - gut für Schalke. Die Königsblauen erkannten die Möglichkeit und verpflichteten den Mittelfeldspieler ablösefrei (Vertrag bis 2027).
Auch wenn das im Verein niemand bestätigen möchte: Königsblau dürfte ihn mit der Perspektive, im kommenden Jahr Bundesliga spielen zu können, gelockt haben. Denn sonst wäre S04 wohl nicht in der Lage gewesen, einen Spieler mit dieser Vita nach Gelsenkirchen zu lotsen.
Für Aouchiche schließt sich in Dresden ein Kreis
Am Samstag gegen Dresden (13 Uhr im LIVETICKER) könnte der flexibel einsetzbare Offensivspieler zu seinem ersten Einsatz im Schalker Trikot kommen. Für Aouchiche würde sich ein Kreis schließen. „Wenn ich an Deutschland denke, denke ich an Dresden“, erklärte er in einer Medienrunde.
Und das aus gutem Grund: Bei seinem ersten Spiel überhaupt für die PSG-Profis kam er im Juli 2019 in der 57. Minute für Marco Verratti ins Spiel. 14 Minuten später erzielte er im Freundschaftsspiel im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion das zwischenzeitliche 6:0 für die Franzosen (Endstand 6:1) – ein magischer Moment für Aouchiche.
Gegen einen ähnlichen Einstand am Wochenende hätte wohl kein Schalker etwas.
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