Edin Dzeko und seine Teamkollegen feierten ihre Heldentaten ausgelassen bis tief in die Morgenstunden. Mit der linken Hand hielt der bosnische Kapitän bei der wilden Party im Nachtclub ständig sein Handy, um all die Erinnerungen für seine 2,4 Millionen Follower auf Instagram festzuhalten. Schockstarre herrschte dagegen bei Schalke 04 mit Blick auf die Schlinge um Dzekos rechten Arm: Der Starstürmer könnte das WM-Ticket teuer bezahlt haben – und dem Zweitliga-Spitzenreiter im Aufstiegsrennen länger fehlen.
Schalke verkündet schlechte Dzeko-Nachricht
Saison-Aus? Dzeko meldet sich zu Wort
„Der Arm ist nicht so schlimm, eine Operation wird wahrscheinlich nicht nötig sein“, sagte Dzeko bosnischen Medien zufolge am Mittwoch und dementierte damit die vorherigen Berichte, wonach eine OP am Schlüsselbein „unvermeidlich“ sei. Er hoffe, „in einem Monat wieder dabei zu sein“, sagte Dzeko, der in der letzten Spielminute der Verlängerung im dramatischen Playoff-Finale gegen Italien in einem Zweikampf unglücklich auf die Schulter gefallen war.
Schalke muss zunächst auf Dzeko verzichten
Den 4:1-Sieg der Drachen im Elfmeterschießen verfolgte der 40-Jährige mit einem provisorischen Verband aus Tape, anschließend musste er laut des Berichts ins Krankenhaus. „Ich hoffe, Edins Verletzung ist nicht schwerwiegend, und er kann bei der Weltmeisterschaft dabei sein, denn er hat nicht viel Zeit“, sagte Bosniens Nationaltrainer Sergej Barbarez mit Blick auf die erste WM-Teilnahme nach 2014. In knapp zehn Wochen, am 12. Juni, startet Bosnien-Herzegowina in Toronto gegen Co-Gastgeber Kanada in das XXL-Turnier, die weiteren Gegner in der Gruppe B sind Katar und die Schweiz.
Vorher hätten für Dzeko eigentlich erst einmal Karlsruhe, Elversberg, Münster, Paderborn, Düsseldorf, Nürnberg und Braunschweig auf dem Programm gestanden. Mindestens das Heimspiel gegen den KSC am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) werde der Torjäger (sechs Treffer in acht Spielen) aber verpassen, teilte S04 am Mittwoch mit. Die genaue Diagnose stehe nach seiner Rückkehr aus Bosnien noch aus.
Trainer Miron Muslic gab sich „sehr, sehr zuversichtlich, dass wir ihn in den nächsten Wochen wieder auf den Platz bringen“. Dzeko sei „ein Krieger, ein Fighter“, sagte Muslic nach dem Training am Mittwoch. Eine Operation, deren Heilungsdauer sich normal über sechs bis acht Wochen erstreckt, wäre für Schalke dagegen ein herber Rückschlag im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg.
Das war Dzeko in dieser „Nacht, die noch Generationen in Erinnerung bleiben wird“ (SportSport), aber erst einmal völlig egal. Auf dem Spielfeld in Zenica gab es einen innigen Kuss für Ehefrau Amra, vor der Ewigen Flamme in der Hauptstadt Sarajevo wandte sich „der größte Sohn dieses Landes“, wie ihn die bosnischen Medien tauften, an 100.000 euphorisch feiernde Anhänger: „Wir haben vor zwölf Jahren angefangen – jetzt sind wir wieder hier. Danke fürs Kommen, und an diese wunderbaren Jungs, die uns wieder zur Weltmeisterschaft geführt haben.“