Kuriose Szenen am Böllenfalltor in Darmstadt! Bei der 0:1-Niederlage im Zweitliga-Duell mit Hannover 96 musste Lilien-Innenverteidiger Aleksandar Vukotic nach 20 Minuten mit glatt Rot vom Platz – das Vergehen sah dabei durchaus ungewöhnlich aus.
Platzverweis in Darmstadt - Kohfeldt erst außer sich und dann ganz ruhig
Kurioser Platzverweis! Kohfeldt tobt
Vukotic versuchte auf der halbrechten Seite einen Pass in die Tiefe der Hannoveraner auf Stürmer Benedikt Pichler mit dem Kopf zu verhindern. Weil er sich aber vollkommen verschätzte, wusste er sich nicht mehr anders zu helfen, als den Ball mit der linken Hand wegzuschlagen. Schiedsrichter Timo Gerach zückte sofort die Rote Karte – wohl auch, weil Vukotic letzter Mann war und Pichler frei durch gewesen wäre.
Die Entscheidung sorgte bei den Darmstädtern für großes Entsetzen. Vukotic wirkte vollkommen verdutzt, an der Seitenlinie beschwerte sich sein Trainer Florian Kohfeldt lautstark beim Vierten Offiziellen. Doch all das half nicht, die Rote Karte blieb bestehen und der Innenverteidiger musste vorzeitig zum Duschen.
Kofeldt hält sich im Interview bedeckt
Nach dem Abpfiff hielt sich Kohfehldt dann überraschend bedeckt. „Habe ich keine Meinung zu“, entgegnete er auf Nachfrage zum Platzverweis. „Das glaube ich nicht“, hakte Sky-Moderator Hartmut von Kameke nach. Kohfeldt ließ sich zu keiner Aussage in Richtung des Schiedsrichters bewegen: „Ja, aber manchmal ist es auch klug, einfach mal nichts zu sagen. Der Schiri hat das entschieden, deshalb nehmen wir das so hin.“
Immer wieder versuchte von Kameke dem Darmstädter Trainer zumindest eine kleine Einordnung zu entlocken. Doch dieser blieb standhaft und stellte klar: „Ich werde mich nicht hier hinstellen und den Schiedsrichter bewerten, sondern ich bewerte die Leistung meiner Mannschaft.“
Ganz anders dagegen äußerte sich sein Spieler Noah Weißhaupt. Dieser nahm nach Abpfiff kein Blatt vor den Mund und kritisierte Gerach scharf: „Der Schiri hat heute kein gutes Spiel gemacht, sag ich auch ehrlich. Ich glaub, das weiß er auch. Mann kann nichts machen. Bei der Roten Karte muss man auch ein bisschen Fingerspitzengefühl haben. Ob du da sofort eine rote Karte gibst?“
Sky-Experte Torsten Mattuschka ordnete die Situation schon in der Halbzeit ein und fand ebenfalls deutliche Worte: „Das ist mir viel zu hart, viel zu hart. Gib Gelb und dann wird sich auch der VAR nicht einschalten. Rot ist für mich brutal für Vukotic und Darmstadt.“ Weil die Situation so weit vor dem Tor stattgefunden hat, konnte Mattuschka die Entscheidung umso mehr nicht nachvollziehen. „Alles weiter vor, alles cool, aber ich kann nicht irgendwas mutmaßen. Kein Mensch weiß, ob es eine Torchance gibt oder ob Pfeiffer (Patric, Innenverteidiger der Darmstädter, d. Red.) noch kommt“, stellte er klar.
Darmstadt plötzlich in doppelter Unterzahl
Kohfeldt reagierte prompt auf die Unterzahl und brachte Innenverteidiger Yannik Lührs für Rechtsaußen Yosuke Furukawa. Weil dieser jedoch nicht schnell genug und innerhalb der neu vorgeschriebenen zehn Sekunden vom Platz ging, ließ Gerach den Wechsel nicht durchführen.
Darmstadt musste deshalb die nächsten Minuten gar in doppelter Unterzahl agieren, was Kohfeldt erneut fuchsteufelswild werden ließ.
Die Sechsundneunziger konnten aus ihrem Vorteil allerdings kein Kapital schlagen und so durfte Lührs nach kurzer Wartezeit doch auf den Platz. Am Ende unterlag Darmstadt dennoch knapp.