Dass Verteidiger Maximilian Wittek vom VfL Bochum beim Zweitliga-Eröffnungsspiel wie gewohnt die linke Seite beackerte, war längst keine Selbstverständlichkeit. Im Anschluss an die 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Hertha BSC berichtete der Verteidiger bei Sky über das Kompartmentsyndrom, das beim ihm am letzten Spieltag der vergangenen Saison aufgetreten war und zu mehreren Operationen geführt hatte.
Witteks über Beinahe-Amputation: "Hätte böse enden können"
Witteks über Beinahe-Amputation: „Hätte böse enden können“
„Ich war zu Hause und der Oberschenkel ist angeschwollen und ich hatte dann kein gutes Gefühl. Manchmal ist man ja dann auch so, dass man sagt: ‚Ich schmeiß‘ mir zum Schlafen eine Schmerztablette rein.‘ Aber das habe ich, Gott sei Dank, nicht gemacht. Wenn ich so sechs, sieben Stunden geschlafen hätte, hätte das bitterböse enden können“, sagte Wittek.
Beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld am 2. Mai war Wittek nach einem Luftzweikampf zu Boden gegangen und daraufhin noch vor der Pause ausgewechselt worden. Eine Prellung aus dem Spiel hatte in der Folge das Kompartmentsyndrom ausgelöst, bei dem Blutgefäße und Nerven zusammengedrückt werden. Die Gefahr: Der dadurch verringerte Sauerstoffgehalt kann im schlimmsten Fall zur Amputation führen.
Dies habe VfL-Teamarzt Mark Sandfort von den Universitätskliniken Knappschaft Kliniken bei Wittek erkannt. „Der hat da wirklich geistesgegenwärtig reagiert und auch einfach ein Gespür gehabt dafür“, so Wittek. Im Krankenhaus angekommen, habe ihn dann der dort behandelnde Arzt gesagt, „man darf jetzt auch nicht mehr länger warten. Gefühlt jede halbe Stunde, Stunde, in der es keine Durchblutung mehr gibt, kann den Muskel schädigen. Mein Muskel ist – toi, toi, toi – heil geblieben.“
Nach insgesamt vier Operationen erinnert Wittek nur noch eine 20 Zentimeter lange Narbe an die Schreckensnacht.